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17. Juni 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Der Streit in der Union ist nach wie vor ein großes Thema in den Kommentaren. Aber es gibt auch schon Stimmen zum verlorenen Auftaktspiel der deutschen Elf bei der Fußball-WM.

Mesut Özil und Jerome Boateng (dpa, Ina Fassbender)
Mesut Özil und Jerome Boateng (dpa, Ina Fassbender)

"Der Druck ist für die Mannschaft nach nur einer Partie schon riesig", klagt die VOLKSSTIMME aus Magdeburg. "Gegen Schweden muss die Löw-Truppe gewinnen, wenn nicht schon frühzeitig das Aus nach der Gruppenphase drohen soll. Damit würde sich Deutschland in eine traurige Tradition vergangener Weltmeister wie Frankreich, Italien und Spanien einreihen."

Der SCHWARZWÄLDER BOTE aus Oberndorf tadelt: "Selten hat eine DFB-Elf derartige Abstimmungsprobleme offenbart. Wie das taktische Schema aussehen sollte, wird wohl Joachim Löws Geheimnis bleiben. Egal, denn mit Spielern, die ideenlos und meist im Trab versuchen, den Gegner in Bedrängnis zu bringen, gibt's nichts zu gewinnen."

Auch die BERLINER MORGENPOST bemängelt die Auswahl der Spieler: "Löw hat immer das Leistungsprinzip propagiert und sich am Ende fürs Establishment entschieden: Özil statt Reus, Khedira statt Goretzka, Boateng statt Süle - zu einem vollständigen Generationswechsel fehlte Entschlossenheit."

Nächstes Thema - der Streit zwischen CDU und CSU. "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte" - warnt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG. "Der Dritte, das ist im Streit um Abweisungen an Deutschlands Grenzen die AfD. Denn Uneinigkeit in der Regierung ist Wasser auf die Mühlen von Protestparteien. Noch größer wäre die Freude der Rechtspopulisten, würde die Kanzlerin stürzen und es Neuwahlen geben. Die CSU tut deshalb gut daran, den Bogen nicht zu überspannen."

Der KÖLNER STADT-ANZEIGER findet, die CSU habe sich "dazu entschlossen, dem Mobbing gegen Merkel freien Lauf zu lassen. Es fehlt mittlerweile an grundlegenden Hemmungen, an dem Mindestmaß an Anstand, mit dem man eigentlich auch dem begegnet, den man nicht ausstehen kann. Wenn nicht einmal mehr eine große Koalition ein Mindestmaß an Stabilität liefert, worauf sollen die Menschen sich dann noch verlassen können?"

Auch die FRANKFURTER RUNDSCHAU geht mit dem CSU-Chef hart ins Gericht: "Horst Seehofer lässt durchsickern, er könne mit 'der Frau', also Angela Merkel, nicht mehr arbeiten. Das beruht sicher auf Gegenseitigkeit. Aber Stimmung ist nicht alles."

"Soll doch die CSU die Gemeinschaft mit der CDU verlassen", meint der WESER-KURIER aus Bremen. "Die Vertrauensfrage dürfte Angela Merkel überstehen können, und vielleicht ließen sich die Grünen als Unterstützer oder Koalitionspartner gewinnen. Und die CSU wäre auf dem Weg zur bundespolitischen Bedeutung einer Regionalpartei vom Schlage des Südschleswigschen Wählerverbands."

Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen zeigt sich enttäuscht von der Partei der Kanzlerin: "Man hätte erwartet, die CDU würde ihrer Schwesterpartei öffentlich energisch entgegentreten statt leisetreterisch um die Ecke zu schleichen."

Und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG fragt sich, ob die Zuspitzung des Streits hätte vermieden werden können: "Sie hätte, wenn es einmal um Sach- und nicht immer nur um Machtfragen gegangen wäre."