Verbrauchertipp /

Brand durch Elektrogeräte

Durch einfache Regeln lässt sich vorbeugen

Von Karin Lamsfuß

Eine überlastete Mehrfachsteckdose kann schnell eine gesamte Wohnung vernichten.
Eine überlastete Mehrfachsteckdose kann schnell eine gesamte Wohnung vernichten. (AP Archiv)

Etwa jeder dritte Wohnungsbrand wird durch Haushaltsgeräte ausgelöst. Oft sind zum Beispiel Mehrfachsteckdosen gnadenlos überlastet und kokeln vor sich hin. Die Beachtung einiger Regeln macht den Betrieb von Elektrogeräten im Haushalt sicherer.

Wäsche rein, Tür zu, Waschmaschine an und dann zurück in die Wohnung. Es war wie immer. Als dann nach wenigen Minuten schwarzer Qualm unter der Waschküchentür aufstieg, traf Ralf Breder fast der Schlag.

"Es war halt alles voller dunklem Rauch, da baumelten schon so Plastikfäden rum, und die Waschmaschine brannte lichterloh."

Im Inneren von Ralf Breders Waschmaschine war ein Schmorbrand entstanden. Ursache unklar. Die Versicherung zahlte, der Schreck blieb. Prinzipiell kann jedes Elektrogerät in Flammen aufgehen, wissen Experten wie die Elektromeisterin Janine Wellner. Die häufigsten Gründe sind unfachmännische Installation oder minderwertige Geräte. Sie rät:

"Wirklich beim Fachhändler kaufen und auf die Prüfsiegel achten, also VDE-Zeichen, GS-Zeichen, dass sie halt auf dem deutschen Markt wirklich zugelassen sind und dass auch die Sicherheit besteht."

Die Prüfsiegel befinden sich meist unter dem Gerät am Geräteboden. Die wichtigsten sind "VDE" vom Verband der Elektrotechnik und "GS" für "geprüfte Sicherheit. Sie sagen aus: Diese Geräte wurden geprüft und entsprechen gängigen Sicherheitsstandards. Elektromeisterin Janine Wellner warnt hingegen vor Billigware aus Fernost, vor allem aus Ein-Euro-Shops:

"Das sind Geräte, die in der EU abgelehnt wurden, dann über Ostblockländer oder andere Wege wieder nach Deutschland rein importiert werden und dann in die Ein-Euro-Shops reinkommen. Also es ist wirklich eigentlich gar keine Sicherheit gegeben , man sollte besser die Finger davon lassen."

Das sieht auch Ralf Diekmann vom TÜV-Rheinland so. Er ist dort zuständig für Produktsicherheit. Neben ungeprüfter Billigware kennt er ein weiteres Brandrisiko: Überlastete Mehrfachsteckdosen:

"Ich hole mir die Mehrfachsteckdose und schließe mehrere Geräte hintereinander an und betreibe sie womöglich gleichzeitig. Bei Multimediageräten ist das noch okay: Der Drucker, der Computer, das geht alles gut. Haben Sie aber große, stromfressende Geräte, wie beispielsweise einen Trockner, ne Waschmaschine, aber auch der Wasserkocher, die Kaffeemaschine, wenn sie die gleichzeitig an so einer Mehrfachsteckdose betreiben, können Sie die überlasten. Weil die darf eigentlich nur 3600 Watt dauernde Last abkriegen."

Dagegen lässt sich vorsorgen: unter den Boden des Elektrogeräts schauen, Wattzahlen zusammenrechnen. Überschreiten sie die Summe von 3600 Watt - was bereits bei einem Wasserkocher und einer modernen Kaffeemaschine der Fall ist - folgt daraus: Geräte niemals gleichzeitig betreiben. Außerdem rät der TÜV-Experte: Niemals selbst an Elektroleitungen rumbasteln.Und: Der eigenen Nase vertrauen:

"Wenn's irgendwie am Gerät müffelt, also auf gut Deutsch: wenn irgendwo Kabel schmoren, das ist ja wirklich ein klarer, signifikanter Geruch, der ist einfach fies. Erst den Stecker ziehen, damit erst mal die Stromzufuhr gestoppt ist, dann sich das Gerät genau angucken, ob's womöglich irgendwo anfängt zu brennen. Sind es größere Sachen: Nicht versuchen, selbst zu löschen, Feuerwehr rufen."

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