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BrüsselBrexit-Verhandlungen offiziell begonnen

In Brüssel haben die Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien begonnen. EU-Unterhändler Michel Barnier sitzt rechts, der britische Verhandlungsführer David Davis ist zweiter von links. (dpa-Bildfunk / AP / Emmanuel Dunand)
Der Brexit-Verhandlungstisch in Brüssel. (dpa-Bildfunk / AP / Emmanuel Dunand)

Erstmals verhandelt die Europäische Union über den Austritt eines Mitglieds aus der Staatengemeinschaft.

Fast ein Jahr nach dem Referendum der Briten begannen in Brüssel die Gespräche über den Brexit. Dazu trafen EU-Chef-Unterhändler Barnier und der britische Brexit-Minister Davis in der Zentrale der EU-Kommission zusammen.
Davis betonte zum Auftakt, seine Regierung strebe konstruktive Beratungen an. Barnier erklärte, er hoffe, dass ein Zeitplan für die weiteren Gespräche vereinbart werde.

Bundeskanzlerin Merkel forderte die verbleibenden EU-Mitglieder auf, während der Verhandlungen mit Großbritannien an einem Strang zu ziehen. Sie sagte in Berlin, ihr liege vor allem daran, dass die 27 einheitlich vorgingen und ihre Interessen klar und "hoffentlich auch gemeinsam" formulierten. Man werde aufmerksam auf die Wünsche und Vorstellungen Londons horchen. Die Kanzlerin betonte, es sei aber am ersten Tag zu früh, darüber zu spekulieren, wie die Verhandlungen endeten.

Abschluss bis Herbst 2018

Der Brexit-Koordinator der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Brok, sagte im Deutschlandfunk, schaden wolle die EU den Briten nicht. Wie bei jeder Scheidung müsse man auch Verpflichtungen für den anderen wahrnehmen. Er kritisierte, die Regierung in London habe bisher nicht klar zu erkennen gegeben, was sie erreichen wolle.

Die Verhandlungen sollen bis Herbst 2018 abgeschlossen sein, damit die Bedingungen des Austritts bis zum Tag des Brexits am 29. März 2019 von allen Seiten abgesegnet werden können. Bereits bis zum Jahresende will die EU eine Einigung mit den Briten in drei Bereichen erzielen: Es sollen die Rechte von EU- und britischen Bürgern im jeweils anderen Hoheitsgebiet geklärt werden. Außerdem geht es um die finanziellen Verpflichtungen Londons im Zuge des Austritts und den Umgang mit der Grenze zwischen Irland und Nordirland. Die britische Seite will zudem möglichst früh über ein Freihandelsabkommen reden.