• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 10:10 Uhr Kontrovers
StartseiteNachrichten vertieftZehntausende registrierte Flüchtlinge unauffindbar26.02.2016

BundesinnenministeriumZehntausende registrierte Flüchtlinge unauffindbar

Etwa 1,1 Millionen Flüchtlinge hat Deutschland im vergangenen Jahr aufgenommen. Aber einem Medienbericht zufolge wissen die Behörden von 130.000 Menschen nicht, wo sie sind. Möglicherweise sind sie einfach in andere EU-Länder weitergereist oder in die Illegalität abgetaucht, heißt es aus dem Bundesinnenministerium.

Flüchtlinge in Berlin vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (07.12.2015). (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Flüchtlinge in Berlin vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Mehr zum Thema

Hilferuf der Polizei Keine normalen Zeiten

Bundesrat Bundesrat billigt Flüchtlingsausweis

Ankunftsnachweis für Flüchtlinge Daten sammeln gegen den Kontrollverlust

Die "Süddeutsche Zeitung" zitiert aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken. Darin bestätigen die Behörden, dass 13 Prozent der registrierten Flüchtlinge nicht in der für sie vorgesehenen Aufnahmeeinrichtung angekommen sind. Wohin die Menschen stattdessen gereist sind, wissen die Behörden nicht.

Die Antwort belegt auch, dass die Lastenverteilung in Europa immer schlechter funktioniert oder sich die deutschen Behörden nicht mehr so stark darum bemühen. Denn sie stellten im vergangenen Jahr nur noch bei jedem zehnten Asylbewerber die Anfrage an ein anderes EU-Land, diesen zurückzunehmen. Im Vorjahr war es noch jeder Fünfte gewesen. Dem Dublin-System nach müssen Flüchtlinge in dem Mitgliedsland registriert werden und einen Asylantrag stellen, in dem sie erstmals die EU betreten haben.

Gespannte Lage in Griechenland

Das betrifft vor allem Griechenland. Dort sitzen nach Angaben der Regierung mittlerweile 20.000 Menschen fest, weil ihr Weg Richtung Norden über die Balkanroute blockiert ist. Zuletzt hatte Griechenlands Nachbar Mazedonien erklärt, nur noch wenige Flüchtlinge an der Grenze durchzulassen.

Die Flüchtlinge suchen sich deswegen neue Routen Richtung Europa. So meldet Albanien einen wachsenden Andrang an seinen Grenzen. Integrationsminister Klajda Gjosha sagte, eine "große Zahl" syrischer Flüchtlinge wolle nach Albanien. Genaue Angaben machte er aber nicht.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sprach sich angesichts der angespannten Lage in Griechenland dafür aus, Griechenland zu helfen. "Wir werden Griechenland nicht absaufen lassen können mit Flüchtlingen", sagte Gabriel in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Notfalls müsse man Flüchtlinge mit Kontingenten in andere EU-Länder bringen. Auch Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) sprach sich im ARD-Morgenmagazin für mehr Unterstützung für Griechenland aus.

EU zerstritten

Die EU-Länder sind sich weiter uneinig, wie die Flüchtlingspolitik der Staatengemeinschaft aussehen soll. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will bis zum EU-Sondertreffen am 7. März zur Flüchtlingskrise Lösungen erreichen. Bis dahin müsse es einen "drastischen" und "nachhaltigen" Rückgang der Flüchtlingszahlen in Griechenland geben. Falls nicht, müsse über andere Schritte nachgedacht werden. Wie die aussehen könnten, ließ er offen.

Karte mit den Flüchtlingsrouten von Afrika und dem Nahen Osten nach Europa. (picture alliance / dpa-Grafik)Karte mit den Flüchtlingsrouten von Afrika und dem Nahen Osten nach Europa. (picture alliance / dpa-Grafik)

(pr/tj)

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk