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BundeskartellamtMillionenstrafe für Wursthersteller wegen verbotener Preisabsprachen

Würstchen in der Verpackung in einer Wurstfabrik. (AFP / FRED TANNEAU)
21 Hersteller in Deutschland haben die Preise über Jahre illegal abgesprochen (AFP / FRED TANNEAU)

21 Hersteller in Deutschland haben über viele Jahre illegal die Preise für Wurstwaren abgesprochen. Dafür hat das Bundeskartellamt Bußgelder von mehr als 338 Millionen verhängt. Ein anonymer Hinweis hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass die Wettbewerbshüter durchgegriffen haben.

Das Bundeskartellamt verhängte auch gegen zahlreiche Führungskräfte der Branche Geldbußen. Betroffen sind bekannte Marken wie Böklunder, Herta, Meica, Rügenwalder und Wiesenhof, aber auch zahlreiche kleinere Firmen, wie die Wettbewerbsbehörde in Bonn mitteilte. Die Hersteller hätten sich jahrelang über Preisspannen für Produktgruppen wie Brühwurst oder Schinken abgestimmt und so beim Handel höhere Preise durchgesetzt, erklärte die Wettbewerbsbehörde.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt betonte: "Die Preisabsprachen wurden über viele Jahre praktiziert." Das Gesamtbußgeld erscheine zwar hoch, relativiere sich aber vor dem Hintergrund der großen Zahl der beteiligten Unternehmen, der Kartelldauer und der Milliardenumsätze der Branche. Angaben zur Höhe der einzelnen Bußgelder machte die Behörde nicht. Die Bandbreite reiche von wenigen hunderttausend Euro bis hin zu hohen Millionenbeträgen, hieß es lediglich.

Rekord bei Bußgeldern in diesem Jahr 

Im Laufe des Verfahrens hätten insgesamt elf Unternehmen mit der Behörde kooperiert und schließlich Geständnisse abgelegt, berichtete das Kartellamt. Auf die Spur des Kartells waren die Wettbewerbshüter durch einen anonymen Hinweis gekommen. Im Januar 2009 hatten Ermittler 19 Unternehmen durchsucht. Seitdem kamen dem Kartellamt zufolge noch einige Firmen hinzu.

Deutschlands größter Wursthersteller, die Zur-Mühlen-Gruppe, bestritt allerdings bereits die Vorwürfe und kündigte an, sich gegen ein Bußgeld wehren und Rechtsmittel einlegen zu wollen. Zur Zur-Mühlen-Gruppe gehören auch die Marken Böklunder und Könecke.

Mit den hohen Strafen will das Bundeskartellamt offenbar auch zeigen, wie ernst es ihm im Kampf gegen verbotene Preisabsprachen ist. Die Summe der von der Wettbewerbsbehörde allein in diesem Jahr verhängten Bußgelder stieg auf fast eine Milliarde Euro. Das ist ein neuer Rekord. Bislang galt das Jahr 2003 mit Strafen von rund 660 Millionen Euro gegen Firmen aus der Zementindustrie als Rekordjahr. Davon wurden aber nur gut 400 Millionen rechtskräftig.

Auch Brauereien und Zuckerhersteller stimmten sich ab

Auch andere Branchen bekamen es in diesem Jahr bereits mit dem Bundeskartellamt zu tun. In der ersten Jahreshälfte verhängte die Behörde gegen elf Brauereien Geldbußen von fast 340 Millionen Euro. Die Branche soll nach den Ermittlungen der Wettbewerbshüter Preiserhöhungen für Fass- und Flaschenbier abgesprochen haben. Im Februar verhängte die Wettbewerbsbehörde wegen verbotener Preisabsprachen außerdem gegen die drei größten deutschen Zuckerhersteller Bußgelder in einer Gesamthöhe von rund 280 Millionen Euro.

(pg/kis)

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