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Bundespräsidenten-VillaVerwirrung um Gedenken an jüdischen Vorbesitzer

(picture alliance / dpa / Britta Pedersen)
Die Dienstvilla des Bundespräsidenten Gauck im Berliner Stadtteil Dahlem: Hier wurde während der NS-Zeit mit KZ-Häftlingen experimentiert. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Neue historische Erkenntnisse über die Dienstvilla des Bundespräsidenten in Berlin-Dahlem haben für Verwirrung hinsichtlich der Einnerung an den jüdischen Vorbesitzer gesorgt.

Nachdem die "Bild"-Zeitung berichtet hatte, der jüdische Kunstperlenfabrikant Hugo Heymann habe die Villa 1933 nach der Machtergreifung der Nazis unter Druck verkauft, will das Präsidialamt nun "geeignete Formen des Gedenkens" prüfen.

Der Zeitung zufolge hat der Berliner Historiker Julien Reitzenstein die Umstände des damaligen Verkaufs aufgedeckt. Reitzenstein selbst stiftete demnach einen sogenannten Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig, den er vor der Villa in den Boden einlassen wollte, um an Heymann zu erinnern. Dies habe das Bundespräsidialamt aber unter Berufung auf ein Gutachten abgelehnt, wonach der Verkauf des Gebäudes "freiwillig" erfolgte.

Das Präsidialamt wies die Darstellung zurück. Die Entscheidung über einen Stolperstein liege nicht bei der Behörde, sagte eine Sprecherin. Vielmehr müssten die Stolperstein-Initiative und der zuständige Bezirk darüber befinden.