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StartseiteSport AktuellKein Interesse am Sportausschuss06.07.2016

BundesregierungKein Interesse am Sportausschuss

Mehr als 16 Monate hat es gedauert, bis die Große Koalition zum 13. Sportbericht einen eigenen Antrag vorgelegt hat. Es ist erst der zweite in dieser Legislaturperiode. Selbst in Koalitionskreisen verursacht das Kopfschütteln. Anträge sind parlamentarische Kernarbeit.

Von Robert Kempe

Zu einer Sondersitzung ist am 02.09.2013 im Marie-Elisabeth- Lüders-Haus in Berlin der Sportausschuss zusammen gekommen.  (picture alliance 7 dpa / Rainer Jensen)
Der Sportausschuss des Deutschen Bundestags. (picture alliance 7 dpa / Rainer Jensen)
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Union und SPD fordern nun unter anderem eine Stärkung des Anti-Doping-Kampfs und eine Weiterentwicklung von Anti-Korruptions-Richtlinien. Ein umfangreicher Antrag mit insgesamt 35 Forderungen.

Davor hatten bereits Linke und Grüne ihre Anträge vorgelegt. So will die Linke in 15 Punkten unter anderem einen verstärkten Sportstättenbau und die Grünen in ihren 18 Forderungen einen verbindlichen Sportentwicklungsplan. Fraktionsübergreifend also 68 Forderungen zur Sportpolitik. Klingt nach einer Grundsatzdebatte. Nicht so im Sportausschuss. Einzig die Grünen meldeten sich zu Wort. Von Seiten der Großen Koalition - kein Redebedarf in der gewohnt nicht-öffentlichen Sitzung.

Debatten nicht erwünscht

"Ich habe in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, dass dieser Sportausschuss überhaupt kein Interesse an irgendwelchen Debatten hat. Wir werden ja demnächst auch die Leistungssportförderung diskutieren. Die Reform. Auch dort sehe ich schwarz, dass die dieser Ausschuss überhaupt dazu reden will", sagte der Grünen-Politiker Özcan Mutlu.

So beschloss man die für September geplante öffentliche Anhörung zur intern heiß diskutierten Leistungssportreform auf Bitten der Bundesregierung auf den 19. Oktober zu verschieben. An diesem Tag will Innenminister Thomas de Maizière ohnehin die beschlossene Reform vorstellen. Die Abgeordneten sind bisher an dem Prozess nicht beteiligt und werden es wohl auch in Zukunft nicht sein. Man bekommt den Eindruck, dass viele Sportpolitiker erleichtert darüber sind.

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