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Call by Call nicht immer günstiger

Beim billigen Telefonieren ist Vorsicht geboten

Von Annette Eversberg

Call-by-Call-Anbieter sind zu einer Preisansage verpflichtet.
Call-by-Call-Anbieter sind zu einer Preisansage verpflichtet. (AP)

Mit Call-by-Call-Nummern können Telekom-Kunden für einzelne Gespräche einen anderen Anbieter wählen und damit ihre Telefonkosten senken. Wer nicht aufpasst, kann aber auch viel mehr zahlen als nötig.

Telefonate mit Call-by-Call-Nummern sind günstiger als die Tarife der Telekom. Das ist zumindest das Werbeversprechen der Anbieter. Aber stimmt das wirklich? Damit es keine Missverständnisse gibt, ist seit Anfang August eine Ansage vor jedem Telefonat Pflicht, wie hoch der Minutenpreis ist. Über die Angebote wacht die Bundesnetzagentur. René Henn ist der Sprecher der Behörde.

"Der Gesetzgeber hat sich ja bewusst mit der Preisansage entschieden, zum Schutze des Verbrauchers ein starkes Instrument einzuführen. Das muss transparent geschehen, er muss nachvollziehen können, wie teuer ist jetzt der Anruf."

Änderungen müssen durch eine neue Ansage deutlich gemacht werden. Zum Beispiel wenn der Abrechnungstakt nach Minuten oder Sekunden wechselt. Trotzdem gibt es immer wieder Klagen von Verbrauchern über überhöhte Telefonrechnungen, nachdem sie über eine vermeintlich günstige Call-by-Call-Nummer telefoniert haben. Denn wie solch eine Ansage inhaltlich gestaltet werden muss, ist nicht festgelegt. Wechselnde Preisangaben in Cent oder Euro stiften da oft Verwirrung. Auch die Art der Ansage kann irritieren. Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

"Wir haben auch schon festgestellt, dass manche Anbieter sehr schnell sprechen oder sehr undeutlich sprechen. Und nur wenn ich genau verstanden habe, was das Ganze kostet, sollte ich dieses Gespräch auch führen. Ansonsten auflegen."

Dazu hat man nach der Ansage drei Sekunden Zeit. Erst dann muss man für das Telefongespräch bezahlen. Listen mit günstigen Telefonnummern gibt es in Tageszeitungen oder im Internet. Aber auch da raten Verbraucherschützer zu Wachsamkeit. Denn die Preise können sich jederzeit ändern. Wie schnell weiß René Henn:

"Grundsätzlich sind die Anbieter von Call-by-Call-Diensten in ihrer Preisgestaltung frei. Was die Höhe anbelangt, aber auch die verschiedenen Tarife über den Tag verteilt. Es kann sein, dass er das durchaus kurzfristig ändert bzw. im Tagesverlauf ändert. Es gibt auch Anbieter, die halten das konstant. Das hängt von Anbieter zu Anbieter ab."

Call-by-Call-Nummern beginnen mit einer Null und haben in der Mitte häufig eine weitere Null. Die Chance, sich hier zu vertippen ist groß, meint Thomas Bradler:

"Man sollte auch besonders konzentriert tippen, gerade wenn man eine Nummer anwählt, die man häufiger nutzt. Denn diese Billigvorwahlen liegen oft nah beieinander. Dann kann es dann sein, dass das Weglassen einer Null oder das Hinzufügen einer Null dazu führt, dass ich bei einem anderen Anbieter lande und der dann statt wenigen Cent mehrere Euro für so ein Gespräch nimmt."

Wer Call-by-Call-Nummern nutzt und alles genau beachtet, sollte seine Telefonrechnung auf jeden Fall sorgfältig überprüfen.

"Jeder Telefonkunde kann die Telefonrechnung binnen acht Wochen beanstanden. Wenn ich merke, dass eine Call-by-Call-Abrechnung dabei ist, die ich nicht nachvollziehen kann, dann schreibe ich an den Call-by-Call-Anbieter und beanstande begründet diesen Rechnungsposten. Und dann kann ich gleichzeitig auch einen Einzelverbindungsnachweis nachfordern und auch fordern, dass das Ganze noch mal technisch überprüft wird. Und erst wenn das vorgelegt wird, kann ich feststellen, ob ich die Gespräche geführt habe oder nicht."

Verbraucher haben das Recht auf eine transparente Ansage. Dennoch sollten sie sich also vor einem Call-by-Call-Gespräch genau informieren. Gibt es Zweifel an der Preisansage, kann man sich an die Bundesnetzagentur wenden. Bei Problemen mit der Rechnung helfen Verbraucherzentralen und entsprechende Fachanwälte.

Übrigens: Call-by-Call-Nummern funktionieren nur, wenn man Kunde der Deutschen Telekom ist. Alle anderen Anbieter von Festnetzanschlüssen haben die Nummern gesperrt. Zumindest bei Gesprächen in Deutschland fällt dieser Nachteil aber nicht mehr so sehr ins Gewicht: Bei vielen Angeboten sind alle Gespräche ins Festnetz inklusive.

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