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StartseiteVerbrauchertippAlternativen zum Leihwagen im Urlaub20.03.2018

CarsharingAlternativen zum Leihwagen im Urlaub

Zwei Millionen Deutsche sind Kunden bei Carsharing-Unternehmen. Drei große deutsche Anbieter bieten Leih-Fahrzeuge zum flexiblen Abholen auch in europäischen Ländern an. Die Stiftung Warentest prüfte auf Abrechnung, Versicherung und Gesamtleistung im Vergleich zum herkömmlichen Mietwagen.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Auto mit aufgereihten Koffern, Bild stammt aus den 1970er-Jahren (imago/Gerhard Leber)
Wer in Deutschland bei den drei großen Carsharing-Anbietern angemeldet ist, kann deren Fahrzeuge auch im Ausland nutzen - etwa um in Urlaub zu fahren (imago/Gerhard Leber)
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Generell gilt: Wer in Deutschland bei den drei großen Carsharing-Anbietern angemeldet ist, kann deren Fahrzeuge auch im Ausland nutzen. Und in der Regel ist das Prozedere identisch. "Drivenow" und "Car2go" sind sogenannte "Freefloating"-Anbieter - das heißt, die Fahrzeuge können ohne feste Stationen gemietet und auch wieder geparkt werden. Die Stiftung Warentest hat in Wien und in Mailand deren Angebote untersucht. Redakteur Falk Murko war vor Ort: 

"Zuerst muss man die allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Landes akzeptieren. Das macht man einfach durch einen Klick in der App. Und dann funktioniert das haargenau wie bei uns. Man guckt per App, wo das nächste Auto steht. Es waren übrigens in beiden Städten auch immer genügend Autos in der Nähe. Sie waren verfügbar, auch einfach zu öffnen. Man muss natürlich einige Dinge beachten - zum Beispiel, wie weit das Geschäftsgebiet reicht. Darüber hinaus darf man die Autos natürlich nicht abstellen."

1.500 Standorte in der Schweiz und Deutschland

Allerdings bieten "Drivenow" und "Car2go" ihre Fahrzeugflotten nur in einigen Großstädten Europas an. Bei "Flinkster" - hier müssen die Fahrzeuge in der Regel an festen Stationen geliehen und auch wieder zurückgegeben werden - ist das Angebot neben Deutschland auch in der Schweiz mit 1.500 Standorten recht weit verbreitet. Im übrigen Europa aber bescheiden:

"Hauptsächlich sind das Städte in Südtirol, also Nord-Italien, eine Stadt in Holland und das war es dann schon. Das funktioniert so wie hier. Man muss allerdings wissen, dass auf dem Fahrzeug dann nicht "Flinkster" steht, sondern ein Kooperationspartner. Wenn man dies nicht weiß, sucht man möglichweise etwas lange. Weil "Flinkster" leider nicht mitteilt, wie der Kooperationspartner heißt."

Abrechnung nach Minuten oder Stundenpaketen

Das Fahrzeug konnte schließlich aber anhand des Kennzeichens gefunden werden.

Die Abrechnung erfolgt nach Minuten oder auch nach Stundenpaketen. Die Fahrt vom Wiener Flughafen in die Innenstadt kostete beispielsweise bei "Car2go" rund 25 Euro, auch wegen eines relativ hohen Zuschlags, der bei der Flughafenabholung des Fahrzeugs anfällt. Dennoch weniger als in der Regel für ein Taxi ausgegeben werden müsste. Generell war "Car2go" etwas günstiger als Hauptkonkurrent "Drivenow". "Flinkster" hingegen bietet im Ausland keine Fahrzeuge an den Flughäfen an.

Generell zu beachten ist, dass die Deckungssummen in der Kfz-Haftpflichtversicherung niedriger sein können als in Deutschland. Auch die Selbstbeteiligung in der Kasko-Versicherung variiert, abhängig vom Fahrzeugmodell und Land.

Ausland: Mit Vorlauf sind klassische Mietwagen meist günstiger

Während Kurzstrecken mit Carsharing auch im Ausland relativ günstig sind, ändert sich das Bild bei längeren Strecken oder bei längerer Mietdauer. Hier empfiehlt Falk Murko die auch spontan buchbaren Stundenpakete der Carsharing-Anbieter, hier sind dann auch bestimmte Kilometer-Pauschalen inklusive. Wer allerdings etwas voraus plant und das Auto bucht, fährt mit einem klassischen Mietwagen meist günstiger, so das Fazit des Warentesters:

"Carsharing ist bequem. Es ist aber relativ teuer. Es lohnt sich eigentlich nur für Familien oder kleine Gruppen. Dann kann es sich lohnen - wenn man ein entsprechendes Auto findet. Längere Strecken, also Ausflüge, die den ganzen Tag dauern, sind in der Regel mit dem Mietwagen deutlich billiger. "

So kostete ein viereinhalbstündiger Ausflug in Norditalien mit "Flinkster" rund 37 Euro. Für diesen Preis hätte der Fahrer wohl auch einen herkömmlichen Mietwagen bekommen - und zwar für den ganzen Tag.

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