• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 18:40 Uhr Hintergrund
StartseiteVerbrauchertippSchäden am Auto können teuer werden05.04.2017

CarsharingSchäden am Auto können teuer werden

Immer mehr Menschen nutzen Carsharing - damit steigt aber auch das Risiko von Unfallschäden an den Fahrzeugen. Anbieter und Anwälte empfehlen, einen Carsharing-Wagen vor der Nutzung zu begutachten und Dellen oder Kratzer zu fotografieren. Sonst kann es teuer werden.

Von Susanne Lettenbauer

Zwei Transporter des Carsharing-Anbieters "Teilauto" stehen am 02.05.2016 auf einem Parkplatz in Leipzig (Sachsen).  (dpa/picture-alliance/Jan Woitas)
Selbstbehalt werde in Anspruch genommen, wenn ein unbemerkter Schaden am Carsharing-Wagen vorliege, sagt Verkehrsrechtsanwältin Verena Bouwman vom Deutschen Anwaltsverein. (dpa/picture-alliance/Jan Woitas)
Mehr zum Thema

Mobilität Carsharing wächst - aber auch die Kritik

Mietwagen und Carsharing Fahranfänger nur eingeschränkt willkommen

Mobilität in Städten Carsharing attraktiver machen

Wenn jede Minute zählt, dann fährt man schon mal ein wenig schneller, parkt kurz mal im Halteverbot und ist generell eher flott unterwegs – egal ob im eigenen Auto oder im geliehenen Carsharing-Wagen, der im Minutentakt abgerechnet wird. 

Verkehrsrechtsanwältin Verena Bouwman vom Deutschen Anwaltsverein nutzt selbst regelmäßig Carsharing und kennt den Zeitdruck. Sie rät deshalb, sich trotzdem immer das Fahrzeug vor Fahrtantritt genau anzuschauen: 

"Also ich schaue mir das Auto schon an, gehe einmal herum, ich begutachte es jetzt nicht genau, aber zumindest, was ich erkennen kann, gleiche ich ab mit gemeldeten Schäden. Eben dann, wenn mal Schäden sind, kann es sein, dass ich ein Foto mache."

Unbemerkte Schäden des Vornutzers kosten den Folgenutzer

Diese Zeit sollte man sich bei allem Termindruck unbedingt nehmen, sagt Bouwman. Sonst kann es teuer werden. Wenn der Vormieter einige Minuten früher das Auto beschädigt abgestellt hat, ohne das zu melden, bleiben die Kosten am nächsten Fahrer hängen, wenn man nicht aufpasst. Denn anders als bei herkömmlichen Mietwagenfirmen werden die freeflowting - also auf jedem Parkplatz abstellbaren - CarSharing-Fahrzeuge, nicht nach jedem Mieter von einem firmeneigenen Techniker kontrolliert. Das übernimmt eben der Kunde. 

"Also aktuell geändert hat sich, dass in den Geschäftsbedingungen einzelne Sachen verschärft wurden, zum Beispiel, dass ich das Fahrzeug auf Schäden untersuchen muss, und ich sonst mit einem gewissen Selbstbehalt eben in Anspruch genommen werden kann, wenn ein Schaden vorliegt. "

Alle bisher bekannten Schäden sind normalerweise auf einer für den Nutzer einsehbaren Karte, einem Heft im Auto oder in der App vermerkt. 

Wenn ein Schaden nicht rechtzeitig gemeldet wurde, kann der Eigenanteil für Reparaturen je nach Anbieter und Fahrzeugtyp jetzt bis zu 1.500 Euro betragen. Einige Anbieter  verlangen von ihren Kunden sogar  eine Vertragsstrafe von mittlerweile knapp 280 Euro, wenn sie  Schäden nicht melden, die vor der Nutzung entstanden sind. Auch wenn man die überhaupt nicht verursacht hat. 

Anbieter-Sicherheitspakete reduzieren Kosten im Schadensfall

Der übliche Selbstbehalt liegt bei 100 bis 350 Euro, ähnlich wie bei einer KFZ-Versicherung für das eigene Auto. Bei besonders teuren Wagen kann die Selbstbeteiligung aber auch höher liegen. Bei einer schicken Mercedes-Limousine CLA zum Beispiel. Alle anderen Kosten für Reparatur oder Lackierung sind über die in den Mietgebühren enthaltene Vollkaskoversicherung abgedeckt, erklärt der Sprecher des deutschlandweiten Anbieters car2go Daniel Hörer: 

"Damit der Kunde auf der sicheren Seite ist, ist in unseren Geschäftsbedingungen festgelegt, dass er das Auto auf sichtbare Schäden untersuchen muss. Er sollte also vor der Fahrt einmal um das Auto gehen. Und neue Schäden kann er dann ganz unkompliziert über die car2go-App melden. Kleine Kratzer, die nicht größer als eine Kreditkarte sind, betrifft das im Übrigen nicht, die müssen nicht gemeldet werden. Der Kunde muss auch nicht nachts  im Dunkeln mit der Taschenlampe das Auto inspizieren." 

Übrigens: Im Zweifelsfall müssen die Carsharing-Anbieter - und nicht der Nutzer - belegen, dass der Kunde fahrlässig gehandelt hat. 

Kommt es zum Streit, sollten Carsharing-Nutzer deshalb unbedingt eine Rechtsberatung aufsuchen. Man kann aber auch ganz auf Nummer sicher gehen: Viele der Carsharing-Firmen bieten ein spezielles Sicherheitspaket für einige Euro mehr an, das man extra dazubucht. Damit reduzieren sich die Kosten im Falle eines Schadens erheblich. 

 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk