Wirtschaft und Gesellschaft / Archiv /

 

Chefs von EADS und BAE haben öffentlich für eine Fusion geworben

Neue Entwicklungen im Fusionsprojekt des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns

Von Christian Bremkamp

Der britische Rüstungskonzern BAE-Systems hat Fusionsgespräche mit dem größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS bestätigt. (picture alliance / dpa / BAE Systems)
Der britische Rüstungskonzern BAE-Systems hat Fusionsgespräche mit dem größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS bestätigt. (picture alliance / dpa / BAE Systems)

Angesichts eines möglichen Scheiterns haben sich die Chefs von EADS und BAE noch einmal öffentlich für die Fusion der beiden Luftfahrt- und Rüstungskonzerne ausgesprochen. Während Tom Enders und Ian King nur Vorteile in einem Zusammenschluss sehen, werden in Berlin und Paris auch Risiken unter die Lupe genommen.

Genannt wird so etwas Gastbeitrag, doch in diesem Fall wäre die Bezeichnung Werbebrief auch nicht falsch:

"Mit der nötigen politischen Zustimmung und Unterstützung, der Entschlossenheit des Managements und der richtigen Führung können BAE-Systems und EADS ein Ganzes schaffen, das Größer ist, als die Summe seiner Teile."

EADS-Chef Tom Enders und sein BAE-Kollege Ian King treten die Flucht nach vorn an, starten via "Süddeutscher Zeitung" eine Charmeoffensive. Und das nicht ohne Grund: Der Stichtag 10. Oktober naht und die Zahl der Fusionskritiker will einfach nicht kleiner werden. Auch nicht in Berlin. Dort fragt man sich, wer am Ende eigentlich von einem Zusammenschluss profitiert und sieht mit Sorge dem entgegen, was Robin Niblett, Direktor des britischen Thinktanks Chatham House, bereits vor Tagen offen ausgesprochen hat:

"BAE ist zum einen äußerst abhängig vom US-Rüstungsmarkt und der schrumpft absehbar. Zum anderen profitiert BAE bislang nicht vom Wachstum in der zivilen Luftfahrt, gerade in Asien. Und dann fehlt BAE schlicht Cash in der Kasse. Auch das würde sich mit EADS und Airbus bessern."

Zu wenig "Cash in der Kasse"? Das klingt deutlich weniger rosig als die "idealen Zukunftsperspektiven" von denen Enders und King heute schreiben. Vielleicht ein Grund dafür, warum der französische Großaktionär Arnaud Lagardère fast zeitgleich bemängelte, dass nicht klar sei, welcher Mehrwert für EADS durch eine Fusion überhaupt entstünde. Offene Fragen gibt es also noch eine Menge. So ist weiterhin ungeklärt, wer welche Anteile erhalten soll, sprich: Wer auch am Ende noch mitreden darf? Tom Enders und Ian King haben da zwar ziemlich genaue Vorstellungen:

"Wir schlagen vor, die Shareholder-Verträge, die derzeit Daimler, Lagardère und dem französischen Staat die gemeinsame Kontrolle über EADS ermöglichen, aufzuheben."

Doch an einem "normalen Unternehmensbetrieb" – wie es in dem Schreiben weiter heißt – dürften weder Paris noch Berlin ein Interesse haben. Fazit: Fürs erste gilt weiter, was Kanzlerin Merkel schon am 17. September gesagt hat:

"Was BAE und EADS anbelangt, so diskutieren wir und bewerten wir."



Mehr bei deutschlandradio.de

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Wirtschaft und Gesellschaft

Frauenquote "Nicht ausreichend"

Die Frauenquote könne sicherlich nicht die Welt verändern, sagte Elke Holst vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im DLF. Schließlich betreffe sie nur relativ wenige Frauen - nämlich in großen Aufsichtsräten. Gleichwohl sei der Gesetzentwurf eine Voraussetzung dafür, dass Frauen überhaupt in Führungspositionen kämen.

Abschaltung des Atomkraftwerks BiblisRöttgen weist Verantwortung zurück

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen (picture-alliance / dpa / Sebastian Kahnert)

Der Stromkonzern RWE will 235 Millionen Euro Schadenersatz für die Abschaltung des Atommeilers in Biblis. Doch wer soll das zahlen - Bund oder Länder? Das untersucht ein Ausschuss, vor dem jetzt Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen aussagte. Er hält Parteifreunde in Hessen für Fehler bei der Abschaltung für verantwortlich.

EurozoneEZB beginnt mit massenhaftem Ankauf von Staatsanleihen

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, spricht auf der Pressekonferenz der EZB in Frankfurt vor Journalisten. (afp / Daniel Roland)

Die Europäische Zentralbank kauft ab Montag Staatsanleihen in großem Stil. Damit soll eine Deflation verhindert werden. Der Zeitpunkt ist dabei gut gewählt. Denn die Wirtschaft in der Eurozone erholt sich derzeit ohnehin. Deshalb wird das EZB-Programm so oder so ein Erfolg, meinen Beobachter.