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Cohn-Bendit über '68er"Wir machen Geschichte"

Ds Bild zeigt den deutsch-französischen Grünen-Politiker und früheren Europaparlamentarier Daniel Cohn-Bendit auf einer Konferenz in Paris am 15. April 2016. Er sitzt hiter einem Mikrofon und gestikuliert mit beiden Händen. (AFP / Bertrand Guay)
Daniel Cohn-Bendit hatte 1968 schon das Gefühl: "Wir machen Geschichte". (AFP / Bertrand Guay)

Für Daniel Cohn-Bendit kam die 68er-Bewegung viel schneller ins Rollen, "als man es überhaupt ahnen, denken oder träumen konnte."

In einem langen Interview für die Sendung "Essay und Diskurs" im Deutschlandfunk sagte Cohn-Bendit, im März 1968 an der Universität Nanterre in Frankreich habe er das Gespür gehabt, das da was losgehen könne. Sieben Tage habe es gedauert, bis die Besetzung des Verwaltungsgebäudes der Uni begonnen habe.

Und da habe er das Gefühl bekommen: Wir machen Geschichte: "Wir drehen an der Geschichte, wir drehen an den Schrauben. Und das war natürlich ein erhabenes Gefühl, weil plötzlich waren wir Akteure der Geschichte. Und ich wurde plötzlich Akteur der Weltgeschichte. Mit 23 Jahren ist das manchmal auch gar nicht so einfach zu verdauen."

Noch 1980 habe ihn am Bahnsteig in Paris nach seiner Ankunft dort ein Mann angesprochen, vielleicht zehn Jahre älter als er selbst. Und er habe gesagt, er sei zwar 1968 "auf der anderen Seite" gewesen, also sehr rechts, aber es sei eine tolle Zeit gewesen: "Ich möchte mich bei Ihnen bedanken".

Diese Nachricht wurde am 16.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.