Wirtschaft und Gesellschaft / Archiv /

 

Commerzbank baut Personal ab und Konzern um

Neue Strategie soll Privatkundengeschäft stärken

Von Michael Braun

Ohnen konkrete Zahlen zu nennen, kündigte die Commerzbank Einschnitte beim Personal an.
Ohnen konkrete Zahlen zu nennen, kündigte die Commerzbank Einschnitte beim Personal an. (AP)

Weniger Personal, mehr Investitionen und strikte Kostenkontrolle. So will sich die Commerzbank aus ihrer Krise retten. Am Frankfurter Aktienmarkt gehörte die Commerzbank-Aktie jedoch zu den Tagesverlierern.

Die Zahlen waren nicht mehr rot, aber 78 Millionen Euro Gewinn in drei Monaten sind auch nicht gerade das, was Aktionäre von einer Bank mit elf Millionen Kunden erwartet.

"Die Commerzbank hat ja nur ein sehr dürftiges Quartalsergebnis abgeliefert. Und sie hat eine Menge Absichtserklärungen abgegeben. Aber ob diese Absichtserklärungen eintreten werden – das steht noch in den Sternen."

Erklärte Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser den heutigen Kursrutsch der Commerzbank-Aktie. Schnell wird es der Commerzbank nicht wieder besser gehen. Die Dividende für dieses und das nächste Jahr ist gestrichen. Auch der Großaktionär Bund bekommt nichts. Die Bank will sich bis 2016 auf das einstellen, was sie "neue Normalität" nennt: Das Wachstum in Europa bleibe schwach. Banken bräuchten mehr Eigenkapital als früher, Kunden blieben risikoreichen Anlagen fern, Banken würden dauerhaft weniger verdienen als früher. Es klang nach "zurück zu den Wurzeln", was Vorstand Martin Blessing predigte:

"Es ist für unsere Mitarbeiter im Vertrieb ähnlich wichtig, dass die Kunden zufrieden sind als ein Produkt zu verkaufen."

Aber moderner soll es werden. Die rund 1200 Filialen bleiben. Aber nicht alle machen alles. Manche schrumpfen zu Kleinstfilialen, bei denen man kaum mehr als ein Konto eröffnen kann. Und es gibt Flaggschiff-Filialen, wo alle Spezialisten zu allen Themen versammelt sind. Vor allem wird das Internetbanking ausgebaut, von jetzt 31 auf dann 50 Prozent bankinternem Marktanteil. Klar, dass man dann nicht mehr jeden der bislang 56.000 Beschäftigten braucht. Privatkundenvorstand Martin Zielke wollte die Zahl der abzubauenden Stellen aber nicht nennen:

"Bevor wir etwas dazu kommunizieren – und ich denke, das gehört auch zum Thema Fairness deutlich dazu - sprechen wir zunächst mit den Arbeitnehmervertreten in den Gremien. Nur so viel an dieser Stelle: Ohne Investitionen und ohne die damit Aussicht, die damit verbundenen Ertragspotenziale zu heben, wäre die heute notwendige Kapazitätsanpassung rund doppelt so groß wie derzeit geplant."

Bisher war davon die Rede, die Bank werde rund zehn Prozent ihrer Belegschaft abbauen. Dementiert wurde das heute nicht.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Wirtschaft und Gesellschaft

Samaras in BerlinLob und Optimismus für Griechenland

Angela Merkel und Antonis Samars geben sich die Hand. 

Bei seinem Besuch in Berlin durfte sich Griechenlands Regierungschef Samaras lobende Worte von Bundeskanzlerin Merkel anhören. Er selbst gab sich wie gewohnt optimistisch, was die Reformen in seinem Land angeht, bat aber um weitere Unterstützung.

Siemens-EinkaufOhne Hausgeräte, dafür mit US-Kompressoren

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Joe Kaeser, vor der Siemens Halbjahres-Pressekonferenz am 07.05.2014 in Berlin. 

Siemens-Chef Joe Kaeser trumpft mit einem der größten Zukäufe in der Unternehmensgeschichte auf. Sein Haus übernimmt für rund sechs Milliarden Euro den US-Turbinenspezialisten Dresser-Rand - und steigt dafür aus der Hausgeräte-Kooperation mit Bosch aus.

Unternehmensübernahme Merck kauft Laborausrüster Sigma-Aldrich für 13,1 Milliarden Euro