• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
StartseiteCampus & KarriereDAAD mit neuer Chefin16.01.2012

DAAD mit neuer Chefin

Präsident Margret Wintermantel stellt ihre Pläne vor

Margret Wintermantel ist derzeit noch Vorsitzende der Hochschulrektoren-Konferenz und übernimmt nun auch die Leitung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Mit neuen Förderprogrammen will der DAAD den Hochschulen bei der Internationalisierung helfen.

Von Jürgen König

Margret Wintermantel bleibt noch bis April 2012 Vorsitzende der Hochschulrektoren- Konferenz. (HRK)
Margret Wintermantel bleibt noch bis April 2012 Vorsitzende der Hochschulrektoren- Konferenz. (HRK)

Zweierlei will die neue DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel vor allem: Zunächst die Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland von jetzt 245.000 auf zum Ende des Jahrzehnts 300.000 erhöhen. Ohne sie sei das hohe Niveau unseres Wissenschaftssystems nicht zu halten.

Und umgekehrt sollen mehr deutsche Studenten ins Ausland gehen. Etwa ein Drittel der Studierenden würde sich derzeit für ein Auslandsstudium entscheiden. Im internationalen Vergleich sei das schon eine hohe Zahl, angesichts der Globalisierung müsse aber mindestens jeder zweite deutsche Student Auslandserfahrung sammeln, denn:

"Wir denken, dass es sehr, sehr wichtig ist, dass wir unsere jungen Leute vorbereiten auf die Herausforderungen der Zukunft. Und die Herausforderungen der Zukunft sind globale Herausforderungen. Sie erfordern eine gute Ausbildung, und sie erfordern auch das Erkennen der Perspektiven anderer. Und sie erfordern, dass wir eine Verantwortung übernehmen und dass wir auch eine Empathiefähigkeit entwickeln und natürlich neben der disziplinären Ausbildung in der Lage sind, mit interkulturellen Differenzen sensibel umzugehen."

Den Hochschulen empfiehlt Margret Wintermantel, sich noch stärker als bisher international zu profilieren, dabei deutlich weniger Kooperationen als bisher, dafür aber gezieltere Partnerschaften einzugehen, "strategische Kooperationen": Mit neuen Förderprogrammen will der DAAD den deutschen Hochschulen bei der Internationalisierung helfen.

Der Hochschulzugang für ausländische Studenten müsse offener und flexibler gestaltet werden, die persönliche Qualifikation müsse im Vordergrund stehen. Den deutschen Studenten müsse es leichter gemacht werden, ihre Auslandssemester oder -praktika auch anerkannt zu bekommen, nötig seien "liberalere Anerkennungusancen", mit denen nicht nur abprüfbares Wissen, sondern mehr noch die Kompetenzen von Studierenden eingeschätzt werden können.

Dass der Bologna-Prozess mit seinen auf Modulen aufgebauten, stark reglementierten Studiengängen es Studenten manchmal schwer mache, den Anforderungen eines auf Flexibilität und Internationalisierung ausgerichteten Studiums zu genügen, räumt der neue Vizepräsident des DAAD ein: Joybrato Mukherjee, zugleich Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen. Beides sei aber durchaus vereinbar.

"Das könnte dadurch geschehen, dass wir einerseits standardisierte Modulbeschreibungen haben, standardisierte Abläufe haben, Verbindlichkeit - einerseits, und andererseits aber auch für uns reklamieren, dass wir dort, wo jemand internationale Erfahrungen sammelt, wo jemand eigens etwas investiert für den Auslandsaufenthalt, dass wir ihm auch über flexible Anerkennungsmechanismen die Möglichkeit geben, Leistungen anerkannt zu bekommen, die vielleicht nicht ganz dem Ganzen entsprechen. Beides gehört zusammen: Standardisierung im Sinne des Bologna-Prozesses und Flexibilisierung für die Anerkennungspraxis."

Höhere Stipendienmittel seien wünschenswert, sagt Margret Wintermantel, private Geldgeber unerlässlich. 411 Millionen Euro hat der DAAD jährlich zur Verfügung, für ihre Ziele habe sie die Unterstützung der Ministerien. Ob sie aber etwa vom Auswärtigen Amt oder vom Bundesbildungsministerium auch mehr Geld bekommen werde - bei dieser Frage hält sich Margret Wintermantel bedeckt: Man werde das ebenso diskutieren wie den Vorschlag etwa des früheren Berliner Bildungssenators Jürgen Zöllner, höhere Gebühren einzuführen für Studierende aus dem Ausland.

Bis Ende April bleibt Margret Wintermantel noch als Präsidentin der Hochschulrektoren-Konferenz im Amt, bis zur Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers. Dann wird sie 65 Jahre alt sein. Doch von Ruhestand keine Spur, das Ehrenamt der Präsidentin des DAAD freut sie:

"Weil ich das sehr spannend finde, und weil ich die Ziele des DAAD sehr, sehr wichtig finde, und ich glaube, das ist eine Weiterentwicklung meiner Tätigkeit."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk