Freitag, 24.11.2017
StartseiteHörspielSchrift schmecken und Farben hören08.03.2002

Das FeatureSchrift schmecken und Farben hören

Eine kleine Kultur- und Hörgeschichte der Synästhesie

Guido Graf

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Produktion:

Synästhesie ist die Vermischung der Sinne. Manche können Töne sehen, bei anderen lösen Farben ein Geschmackserlebnis aus, wieder andere spüren Gerüche als Muster auf der Haut.

Wo alle Sinne zusammenfließen und neue Welten sich wie von selbst zu eröffnen scheinen, muss das Geheimnis der Kunst verborgen sein, der Sinn und die Sinne in ihrer ursprünglichen Einheit entdeckt werden können. Und nicht nur Künstler, auch Psychologen oder Neurologen untersuchen bis heute, wie bei Synästhetikern die Sinne zusammenwirken.

Alexandr Skrjabins Symphonie "Prométhée" enthält eine Partitur für ein "Lichtklavier", das Töne in Farben und Formen übersetzen sollte. Die Zwänge der Wirklichkeit erscheinen aufgelöst und zugleich mit Sinn aufgeladen, Intensität wird zu einem Maßstab für Kunst schlechthin. Emily Dickinson und Jean Sibelius, Richard Wagner und Marcel Proust, James Joyce und Edgar Varése, die Poetiken von Rilke und Handke, die Sprachtheorie Roman Jakobsons – sie sind nur einige Beispiele für die große Faszination, die von der Synästhesie ausging – und geht.

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