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Seit 17:30 Uhr Kultur heute
StartseiteLange NachtDas Geheimnis des Doktor Ben Nemsi24.03.2012

Das Geheimnis des Doktor Ben Nemsi

Eine Lange Nacht über Karl May zum 100. Todestag

Im Frühjahr 1899, auf dem Höhepunkt seiner schriftstellerischen Karriere, bricht Karl May überraschend zu einer Reise in den Orient auf. Der Bestsellerautor, der von sich behauptet, er selbst sei Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand, lässt seine Leser wissen, er breche zu neuen Abenteuern mit Hadschi Halef Omar auf.

Von Rüdiger Heimlich

Karl May als Redakteur, 1890 (Karl-May-Gesellschaft e.V.)
Karl May als Redakteur, 1890 (Karl-May-Gesellschaft e.V.)

Tatsächlich wird die mehrmonatige Reise für ihn zur Tortur: Unterwegs holt ihn seine Lebenslüge ein. Die "Lange Nacht" begleitet Karl May auf dieser Lebensreise.

Rückblenden aus seinem Leben und aus seinen Romanen erzählen von den Anfängen in ärmsten Verhältnissen, von seinen Gefängnisaufenthalten, seinen fantastischen Reisen in den Wilden Westen, seinen Abenteuern mit Hadschi Halef Omar und Winnetou.

Der Karl-May-Kenner Johannes Zeilinger beleuchtet die faszinierende Persönlichkeit des Schriftstellers, seine Schizophrenie und seine pazifistische Vision.

Zurück aus dem Orient und nach der Erfahrung des realen Kolonialismus warnt May eindringlich vor einem Krieg der Kulturen und Religionen.

Fragen an Dr. Johannes Zeilinger, Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft, zur abenteuerlichen Vita Karl Mays:Interview in der ZDF-Mediathek

Homepage Karl-May-Jahr 2012

Website der literarischen Karl-May-Gesellschaft e.V.

Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 2011
Herausgegeben von Roxin, Claus; Schmiedt, Helmut; Vollmer, Harmut; Zeilinger, Johannes.
2011 Hansa Verlag


Eröffnet wird das neue Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft mit einer Betrachtung von Martin Walser. Walser führt vor, wie May humane Botschaften in dramatischen Szenen packend vermittelt und dass sich Mays Beschreibung Winnetous als Wortoper verstehen lässt. Weitere Beiträge befassen sich mit der Jugenderzählung Der Oelprinz , mit Mays Lebens- und Sterbensphilosophie , mit der Gestalt Winnetou und ihrer besonderen indianischen Identität, mit den Briefen Mays an einen slowenischen Leser und mit Mays Einfluss auf den Schriftsteller Wilhelm Matthießen. Eine Studie über May von Karl Lessel von 1899 wird erneut vorgelegt und kommentiert. Ein Essay über den italienischen Abenteuerschriftsteller Emilio Salgari vergleicht diesen mit May und bietet Ausblicke auf das Schaffen Jules Vernes.

Karl May auf Reisen
von Heimannsberg, Joachim;
Mit dem Erfinder von Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand unterwegs.
2012 Bibliographisches Institut, Mannheim


Seine lebhaften Reiseerzählungen machen Karl May zu einem der meistgelesenen deutschen Schriftsteller. Doch was kaum einer weiß: Nur zweimal hat er Deutschland überhaupt verlassen. Der Autor Joachim Heimannsberg begab sich nun auf die Spuren des Erfinders von Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand. Er bettete originale Textpassagen in eine unterhaltsame Darstellung des Lebens und Reisens des großartigen Erzählers und genialen Schwindlers Karl May ein. Lassen Sie sich auf eine spannende Lebensreise entführen, veranschaulicht durch historische Fotografien und illustrierte Karten


Karl May
von Schaper, Rüdiger;
Untertan, Hochstapler, Übermensch..
2011 Siedler
Triumph und Tragik des Mannes mit der Silberbüchse

Karl May (1842 1912) hat die populären Mythen der Deutschen geprägt wie kein zweiter Schriftsteller. Rüdiger Schaper wagt einen völlig neuen Blick auf das Leben und (Nach-)Wirken dieses so überaus produktiven und höchst erfolgreichen Autors, der von Abenteuerromanen bis zu erbaulicher Literatur alle erdenklichen Genres bediente und Figuren schuf, die bis heute eine große Faszination ausstrahlen.

Karl May weckt starke Emotionen, denn er bedeutet Kindheit, erste Leseerfahrung, Abenteuer. Mit ihm ist man nach "Amerika" und "Arabien" gereist, in sagenhafte Länder, die es so nie gab. In seinen visionären Werken hat er die Bild- und Erzähltechnik des Kinos vorweggenommen, er war der literarische Popstar des Wilhelminischen Zeitalters. Bis heute liegt die geschätzte Weltauflage seiner Bücher bei 200 Millionen.

Rüdiger Schaper beschreibt die dornenreiche Karriere eines Underdog aus einer bettelarmen Familie, der im Gefängnis zu schreiben begann und in späten Jahren zum pazifistischen Visionär mutierte. In seiner Biographie stellt er Karl Mays Person und Werk gleichermaßen in ein neues Licht und gibt ihm damit einen Platz in der Weltliteratur. Ein wunderschönes Buch über Triumph und Tragik des Mannes mit der Silberbüchse, dem es um eine heile Welt ging, in der das Gute siegt.

Karl May
von Kramer, Thomas;
Ein biografisches Porträt.
2011 Herder, Freiburg


Er ist der auflagenstärkste deutsche Autor überhaupt. Kein Anderer prägte unser Bild vom Nahen Osten und von Nordamerika so sehr wie Karl May - obwohl May beide Regionen erst sehr spät bereiste. Hinter der Kulisse des Erfolgsautors verbirgt sich ein tragisches, von vielen Brüchen gezeichnetes Leben. Vom Sohn armer Weber zum Kleinkriminellen, vom Zeitschriftenredakteur zum Bestsellerautor. Schließlich die letzten Jahre, geprägt von Angriffen auf Werk und Person. Eine packende, berührende Biografie.

Karl May: Brückenbauer zwischen den Kulturen
Herausgegeben von Pyta, Wolfram .
2011 LIT Verlag


Karl May, der meistgelesene Schriftsteller der deutschen Sprache, wurde lange auf die Funktion eines reinen Jugendschriftstellers, günstigenfalls auf die eines "Volksschriftstellers" reduziert. Die akademische Beschäftigung mit seinem Werk setzte erst in den 1970er Jahren ein. Sie konnte zeigen, dass in seinen Werken eine implizite Reflexion über das Fremde, den Orient und die Frage der Interkulturalität zu finden ist. Karl May erweist sich so als ein unterschätzter Brückenbauer zwischen den Kulturen, den es mit den Methoden der zeitgenössischen Kulturtheorie neu zu entdecken gilt.

Der Band zeichnet die Wirkungsgeschichte dieses schillernden Autors aus historischer, literaturwissenschaftlicher und philosophischer Perspektive nach und zeigt mit welchem Gewinn neuere kulturwissenschaftliche Fragestellungen auf das Phänomen Karl May übertragen werden können.

Mit Beiträgen von Philippe Alexandre, Annette Bühler-Dietrich, Volker Depkat, Karl Holl, Martin Kohlrausch, Andrea Polaschegg, Barbara Potthast, Wolfram Pyta, Helmut Schmiedt, Andreas Urs Sommer und Hartmut Vollmer

Karl-May-Museum in Radebeul bei Dresden

Das Geburtshaus von Karl May

Karl May Festspiele Bad Segeberg

Karl May Festspiele in Bischofswerda

Kurzfilm über Karl May im Karl May Verlag
Auf Winnetous Spuren - die Drehorte der Winnetoufilme

Ein Schuss, ein Schrei - das Meiste von Karl May
von Willemsen, Roger;
2012 Fischer (TB.), Frankfurt


"Den Westen malte er banal,/ den Osten bestenfalls trivial./ Wovon er schrieb,/ das sah er nie:/ alles bloße Phantasie./ Zum Lachen ging er in den Keller,/ Deutschlands großer Volksschriftsteller./ Im Knast schrieb er aus Langeweile / halt! Das sind alles Vorurteile!"
In dreiundzwanzig erzählenden Gedichten streift Roger Willemsen durch dreiundzwanzig Bände Karl May. Illustriert mit historischen Abbildungen ist dies eine ideale, höchst vergnügliche Einführung in das Gesamtwerk des Erfinders von Winnetou und Old Shatterhand

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