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Das Leben ist ein Fado

Die Portugiesen und ihre musikalische Visitenkarte

Mit Reportagen von Jochen Faget

Fado-Sängerin Mariza (AP Archiv)
Fado-Sängerin Mariza (AP Archiv)

"Tudo isto é Fado" – lautet der Titel eines populären Liedes aus Lissabon. Der Fado ist einfach alles: Freude, Leid, Trauer, Weltschmerz – die musikalische Visitenkarte Portugals und speziell Lissabons.

Gitarren jammern herzzerreißend im Dämmerlicht, der Rotwein fließt, und der oder die Fadista singen sich den Frust von der Seele. Und Frust hat sich in Portugal angehäuft im Lauf der Jahrhunderte: Von seinem einstigen Weltreich ist Lusitanien nichts geblieben, statt dessen droht dem nunmehr kleinen Land der Staatsbankrott.

Aus dem Musterschüler der EU ist ein Schuldenstaat geworden, dem das Ausland vorschreibt, was er zu tun oder zu lassen hat. Und die Portugiesen wissen nicht mehr, wie sie mit ihren Minimaleinkommen über die Runden kommen sollen – wenn sie denn einen Job haben, denn die Arbeitslosigkeit steigt, vor allem unter den Jugendlichen.

Kein Wunder, dass der Fado wieder groß in Mode ist, Fado-Kneipen am Wochenende überfüllt sind. Denn nichts geht den Portugiesen tiefer unter die Haut als diese melancholische Musik. Und nichts beschreibt besser ihr Lebensgefühl als der Fado.

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