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StartseiteSport am Wochenende"Das verfolgt mich im Traum"10.03.2012

"Das verfolgt mich im Traum"

Der Slalom-Weltcup wird von einer 'Einfädlerdebatte' überlagert

Im Ski-Alpin-Slalom können mittlerweile selbst TV-Aufnahmen nicht mehr zweifelsfrei belegen, ob ein Tor regelgerecht durchfahren wurde oder nicht. Das führt zu Diskussionen, die die Karriere des Österreichers Marcel Hirscher beeinflussen könnten.

Von Klaus Blume

Der österreichische Ski-Star Marcel Hirscher. (picture alliance / dpa /Antonio Bat)
Der österreichische Ski-Star Marcel Hirscher. (picture alliance / dpa /Antonio Bat)

Praktisch nach jedem Weltcupslalom wird derzeit diskutiert, ob auch alles mit rechten Dingen zugegangen ist. In Zagreb beispielsweise bezichtigte der Kroate Ivica Kostelic sei nen größten Rivalen, den Salzburger Marcel Hirscher, absichtlich einzufädeln. Der 23-jährige Hirscher gilt eigentlich als der pefekteste Slalom-Fahrer der Welt. Doch die Dauerdiskussionen zehren an seinen Nerven.

"Ja, wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, wenn nun wirklich jeder nur noch von dem Einen spricht, also von dem einfädeln, dann beschäftigt das einen massiv und das hat mich wirklich in meinen Träumen teilweise verfolgt und kann man nicht verleugnen, dass das irgendwo Spuren hinterlässt"

Und diese "Spuren" haben dazu geführt, dass sich Hirscher jetzt vermehrt auf andere Disziplinen, wie den Super-G konzentriert, um bei der Jagd auf den Gesamtweltcup nicht in die Abhängigkeit der Rennkommissare zu geraten.

Das Problem: Im Streitfall stehen den Juroren des Ski-Weltverbandes nur die offiziellen TV-Aufnahmen zur Verfügung. Doch wenn eine Fernsehkamera Hirscher erfasst, ist dieser mit seinem einmaligen Schwung bereits an der Slalom-Stange vorbei. Was einen ungünstigen Winkel ergibt und in vier Fällen schon zu - später wieder korrigierten - Fehlurteilen geführt hat.

Und nicht allerorten sind die TV-Produktionen von gleicher Qualität. Als zuverlässig gelten österreichische und schweizerische Aufnahmen. An diesem Wochenende aber steht das slowenische Kransjka Gora auf dem Programm.

Hirscher fordert ein Umdenken bei der FIS, sprich: ein eigens Überwachungssystem:

"Die FIS muss sich so oder so was einfallen lassen, denn so kann es im Grunde genommen nicht sein, dass ein Sieg angezweifelt wird. Vielleicht stellt man bei jedem zehnten Tor einen Fotografen hin und der - mit nem Dauerauslöser - fotografiert das alles ab."

Nicht wenige Experten vergleichen Marcel Hirscher schon jetzt mit dem großen schwedischen Slalom-Künstler Ingemar Stenmark. Doch das jetzige Slalom-Reglement könnte eine ähnliche Karriere in eine völlig andere Bahn lenken - in die des weniger beachteten Allrounders.

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