Das Feature / Archiv /

 

Das verlorene Paradies

Portugiesische Erinnerungen an Mosambik (Ortserkundungen)

Von Nina Gruntkowski

Unter Leitung des sambischen Präsidenten Kenneth Kaunda (hinten Mitte) haben die neue portugiesische Regierung und Vertreter der Frelimo am 7. September 1974 die Entlassung Mosambiks in die Unabhängigkeit vereinbart
Unter Leitung des sambischen Präsidenten Kenneth Kaunda (hinten Mitte) haben die neue portugiesische Regierung und Vertreter der Frelimo am 7. September 1974 die Entlassung Mosambiks in die Unabhängigkeit vereinbart (picture alliance / dpa / UPI)

Im Dorf Castelo Rodrigo erinnert man sich gern an Mosambik. Viele der Dorfbewohner haben vor Jahren in der ehemaligen portugiesischen Kolonie gelebt, sind dort geboren und aufgewachsen. An eine Rückkehr auf die Iberische Halbinsel haben sie damals nicht gedacht.

Doch nach der Nelkenrevolution wurden die Soldaten über Nacht aus Mosambik und den anderen Überseegebieten abgezogen. Die überstürzte Entkolonialisierung hinterließ ein Machtvakuum, das schließlich immer mehr Portugiesen in das Land ihrer Väter zurückkehren ließ.

Die Ankunft in dem fremden, vergleichsweise rückständigen Land war für viele ein Schock, doch schon bald gelang es ihnen, sich in die portugiesische Gesellschaft zu integrieren. Die meisten sind nie wieder nach Mosambik zurückgekehrt. Trotzdem identifizieren sich bis heute mit diesem Land, das ihr Leben entscheidend geprägt hat.

DLF 2012

Weitere Ortserkundungen:
Im Fadenkreuz der EU-Retter - Italiens produktivste Zentren in Not
Bukhara Broadway - Klangspuren einer Emigration
Larzac - 40 Jahre Widerstand oder: Von Hirten und Schafen
Bäume mit blauen Wurzeln - Begegnungen mit Elicura Chihuailaf
"Oh du mein schönes Ungarn" - Beobachtungen in und um Esztergom

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Das Feature

Konflikt Die ungewollte Nation

Ein palästinischer Junge zeigt das Victory-Zeichen vor einem zertrümmerten Haus in Abu Dis, Westbank.

Nach dem Gaza-Krieg sind der gegenseitige Hass und das Misstrauen größer denn je. Seit 48 Jahren hält Israel die palästinensischen Gebiete besetzt, seit 23 Jahren wird über Lösungen verhandelt. Auf beiden Seiten wollen Mehrheiten eine Teilung des Gebiets in zwei Staaten. Doch ist das noch realistisch?

Voyeuristische SelbstversucheDer Überwacher in uns

Ein Mann telefoniert in einem Wohnzimmer. 

Viel ist in letzter Zeit über die technischen Möglichkeiten der Überwachung geschrieben worden, über Kontobewegungen, Staatsgeheimnisse, Kundendaten. Doch das eigentliche Phänomen dahinter ist vermutlich deutlich älter als Merkels Handy, alltäglicher als NSA und Snowden und grundsätzlicher als die Vorratsdatenspeicherung.

Die Journalistenfalle Reporter im Sachsensumpf

Das Behördenareal Neuländer Straße 60, mit dem Landeskriminalamt, der Landespolizeidirektion Zentrale Dienste, dem Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen und dem Staatsbetrieb Sächsische Informatikdienste, aufgenommen am Montag (02.01.2012) in Dresden durch ein Absperrgitter.

Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz hatte mehrere Jahre Informationen über organisierte Kriminalität gesammelt: Die auf 15.600 Seiten dokumentierten Erkenntnisse sind bis heute streng geheim. Ein winziger Bruchteil – offensichtlich eine Indiskretion – wurde 2007 ins Netz gestellt.