Hintergrund / Archiv /

 

Das Vermächtnis von Sellafield

Die ungewisse Entsorgung von Plutonium

Von Andrea Rehmsmeier

Die britische Wiederaufbereitungsanlage Sellafield
Die britische Wiederaufbereitungsanlage Sellafield (AP Archiv)

Im niedersächsischen Nordenham wird ein Schiff erwartet. Es kommt aus dem britischen Sellafield und transportiert Atombrennstäbe. Aktivisten wollen die Strecke zwischen Hafen und dem Zielort des geladenen Plutoniums dem AKW Grohnde blockieren. Nur wenige Milligramm des Schwermetalls können tödlich sein.

"Plutonium": Das Wort ist auf den giftgelben Aufklebern zu lesen, die auf Jacken, Fahrradrahmen und Autos leuchten. Darüber prangt das Radioaktiv-Symbol in Gestalt eines schreienden Gesichts. "MOX-Verbot jetzt!", fordern die Atomkraftgegner, die mit Hupkonzert und Protestmusik im Corso durch die Innenstadt von Hameln ziehen. Die Kolonne bewegt sich stadtauswärts, dorthin, wo die Kühltürme des Atomkraftwerks Grohnde in den Herbsthimmel ragen. Direkt vor der Reaktorkuppel versammeln sich die Aktivisten zur Kundgebung. Ein Traktoranhänger bildet die Sprecherbühne. Bernd Schlinkmann vom Anti-Atom-Plenum Weserbergland greift zum Mikrofon.

"Hallo Leute, ich begrüße euch alle recht herzlich hier, vorm AKW Grohnde, das hoffentlich bald stillgelegt wird. Heute protestieren wir besonders gegen die MOX-Transporte."

MOX – das ist die Kurzform für "Mischoxid-Brennstoff". Dieser gilt als besonders gefährlich, denn er besteht nicht aus reinem Uran, sondern enthält eine Beimischung aus Plutonium. Irgendwann in der zweiten Septemberhälfte, hat der AKW-Betreiber E.ON angekündigt, sollen acht MOX-Brennelemente aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield in Grohnde angeliefert werden. Ein weiterer Transport soll im November folgen. Beide Lieferungen enthalten 400 Kilogramm Plutonium, haben die Anwohner erfahren. Doch allein das Wort weckt bei so manchem düstere Schreckensvisionen.

"Ja, tödlich. Das reicht schon. Wenn da ein Unfall passiert…"

Plutonium: Das hoch radioaktive Schwermetall entsteht als Nebenprodukt der Kernspaltung im Reaktor. Doch Plutonium ist mehr als nur Atommüll – es ist ein Politikum: Ebenso wie Uran ist es spaltbar, darum kann es als Kernbrennstoff zur Stromerzeugung eingesetzt werden - oder auch als Munition für eine Atombombe. Außerdem ist es extrem giftig. Würde bei einem Störfall im Atomkraftwerk Grohnde Plutonium frei, dann könnte schon das Einatmen weniger Milligramm tödlich wirken.

"Wenn es mal in die Luft geht, sind wir im inneren Kreis. Gerade mal zehn Kilometer."
- "Wir dürfen noch raus, eventuell.
- Aber wenn wir zu verstrahlt sind, dürfen wir nicht mehr raus.
- Und die Windrichtung ist genau in unsere Richtung. Westwind haben wir ganz viel hier. Und der kommt von Grohnde hier rüber, das betrifft uns schon ganz schön."

Das Tauziehen um die beiden MOX-Transporte währt schon seit Monaten. Erst wurden sie wegen angekündigter Proteste verschoben, dann weigerten sich die Häfen Bremen und Cuxhaven, sie auf ihrem Gelände durchführen zu lassen. Jetzt wollen die Anti-Atom-Aktivisten die gesamte Strecke blockieren – zwischen dem AKW Grohnde und dem niedersächsischen Hafen Nordenham, wo das Schiff aus Sellafield ankommen soll. Schlinkmann, auf dem Traktor stehend, verliest ein Grußschreiben der dortigen Anti-Atom-Bewegung.

"Moin. Liebe Freundinnen und Freunde aus dem Weserbergland gegen das Atomprogramm. Herzliche Grüße aus dem Umfeld der Wesermündung. Sobald das Schiff in Großbritannien ablegt, wissen wir, dass die 1,5 bis zwei Tage spätere Anlandung in Nordenham erfolgt, und stellen uns darauf ein. Diese Infos erhaltet ihr zeitgleich auch von uns. Wir gehen davon aus, dass die Atommafia mit ihren Helfershelfern nun vorhaben, Nordenham zum Hauptumschlagplatz für radioaktive Transporte entwickeln. Und wollen uns dem ausdauernd entgegenstellen."

Das zermürbende Katz-und-Maus-Spiel ist das traurige Resultat einer langjährigen deutschen Atommüllstrategie: der sogenannten Wiederaufbereitung. Denn was ursprünglich als effektive Art des Atommüllrecyclings gedacht war, hat sich längst als Sackgasse entpuppt. Bis zum Jahr 2005 haben die deutschen Kernkraftbetreiber ihren abgebrannten Kernbrennstoff in das französische LaHague und das britische Sellafield geschickt. Aus dem Cocktail hoch radioaktiver Zerfallsprodukte ließen sie dort die wiederverwertbaren Plutonium- und Urannuklide herauslösen. Zwar war das chemische Wiederaufbereitungsverfahren, das auf heißer Salpetersäure basiert, schon immer als extrem umweltschädlich verrufen, dennoch lieferte es den AKW-Betreibern über Jahrzehnte den Nachweis einer sogenannten schadlosen Verwertung, den das damalige Atomrecht forderte. Heute müssen sie das Plutonium zurücknehmen, dessen Produktion sie vor vielen Jahren in Auftrag gegeben haben – auch wenn längst klar ist, dass der Plutoniumeinsatz auch den Kernkraftwerk-Betreibern selbst nichts bringt außer zusätzlichem Sicherheitsaufwand und höheren Kosten.

Harwell, eine Kleinstadt 25 Kilometer südlich von Oxford. Hier hat die Britische Nuclear Decommissioning Authority ihren Sitz, die in Großbritannien für die Atommüllentsorgung zuständig ist. In den Händen des strategischen Leiters der Behörde, Adrian Simper, liegt auch die Verantwortung für das Wiederaufbereitungsplutonium – und das liegt in riesigen Mengen vor: Mindestens 112 Tonnen haben sich inzwischen auf dem Gelände der Kernanlage Sellafield angesammelt, geschätzte sieben Tonnen davon stammen aus deutschen Kernkraftwerken.

"Ja, tatsächlich, wir sitzen auf großen Plutoniumbeständen, und im Moment haben wir nicht einmal eine Kernbrennstofffabrik, um es zu verarbeiten. Zurzeit zerbrechen wir uns den Kopf darüber, was wir jetzt damit machen sollen. Wie auch immer: Wir haben das Plutonium über viele Jahrzehnte sicher gelagert, und das werden wir weiterhin tun."

112 Tonnen reines Plutonium – das ist Munition für Tausende Atombomben. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so große Bestände, die aus der zivilen Stromerzeugung stammen. Statt lukrativer Produktionsaufträge hat die Atommüllwiederaufbereitung Großbritannien ein Sicherheitsproblem von kaum vorstellbarem Ausmaß eingebracht. Seit Juli vergangenen Jahres kann Sellafield das Plutonium nicht einmal mehr zu Brennstäben verarbeiten: Die Fabrik für MOX-Kernbrennstoff auf dem Sellafield-Gelände ist nach der Atomkatastrophe von Fukushima geschlossen worden: Sie hatte mit Japan und Deutschland ihre wichtigsten Auslandskunden verloren. Inzwischen gibt es eine Übergangsregelung: Die Produktion der MOX-Kernbrennstäbe für Deutschland soll künftig der französische Nuklearkonzern Areva übernehmen. Vier der sieben Tonnen deutsches Plutonium hat die britische Entsorgungsbehörde in ihren Besitz genommen. Adrian Simper:

"Der Spaltstoff wird in Sellafield bleiben, wo er ist. Der MOX-Brennstoff für Deutschland wird jetzt in Frankreich hergestellt. So vermeiden wir die damit verbundenen Schwierigkeiten und Kosten. Die Struktur dieser Vereinbarung ist komplex, aber am Ende bekommen wir die Kosten für das Management des Strahlenmaterials erstattet. Aus der Sicht der britischen Steuerzahler ist es also ein guter Deal. Wir glauben, dass er auch für unsere deutschen Kunden von Vorteil ist. Es ist eine Win-win-Situation."

Tatsächlich: Das Abkommen vermeidet gefährliche Plutoniumtransporte zwischen Großbritannien und Frankreich. Das eigentliche Problem aber ist nicht gelöst: Deutschland kann sein aufwendig produziertes Plutonium gar nicht mehr gebrauchen. Solange nicht eine Technologie gefunden ist, die die Energie der Plutoniumkerne auf eine sichere, umweltverträgliche und rentable Weise nutzbar macht, ist das Schwermetall kein Wertstoff, sondern Hochrisikomüll. Wie aber bewertet die britische Regierung selbst diesen Stoff, dessen Sicherung sie jetzt so kostenaufwendig garantieren muss? Genau diese Frage, berichtet Simper, führt in britischen Fachkreisen gerade zu hitzigen Debatten.

"Unsere Regierung hat eine Stellungnahme abgegeben – ich glaube, es war im vergangenen Dezember. Sie hat sich dafür ausgesprochen, das Plutonium weiter zu nutzen. Forschung und Entwicklung sollen weitergeführt werden, um seinen Energiegehalt besser auszunutzen. Vermutlich wird das Plutonium als MOX-Brennstoff in Leichtwasserreaktoren eingesetzt werden, deren Bau Großbritannien in den kommenden Jahren plant. Jedoch haben alle denkbaren Verwertungsmethoden ihre Kosten. Die sichere Lagerung ist nicht billig, die Wiederverwendung von Plutonium als Brennstoff auch nicht. Wie es im Moment aussieht, besteht kein Anlass zur Hoffnung, dass jemals enorme Einnahmen zu uns zurückfließen werden."

Und wie sieht es mit der Nuklearsicherheit aus – in den Jahren, bis das Sellafield-Plutonium als Kernbrennstoff in den neuen Reaktoren verbraucht ist? Ist die Plutoniumlagerstätte sicher vor Terroranschlägen, Flugzeugabstürzen, Erdbeben und Überschwemmungen? Simper schüttelt lächelnd den Kopf: Die heiklen technischen Details zur Sicherheit der Lagerstätte sind geheim.

Eine außerordentliche Sitzung tagt im Kreishaus des Städtchens Brake an der Unterweser. Auch hier geht es um das Thema Nuklearsicherheit. Denn 25 Kilometer nördlich von Brake liegt der private Hafen Midgard in Nordenham. Hier soll in den kommenden Tagen das Schiff mit den MOX-Kernbrennstäben aus Sellafield einlaufen. Michael Höbrink, Landrat des Kreises Wesermarsch, hat die Abgeordneten alarmiert. Wenn es während des Atomtransports zu einem Unfall käme, dann wäre Höbrink für den Katastrophenschutz verantwortlich. Doch der Landrat fühlt sich nicht ausreichend informiert.

"Mein erster konkreter Hinweis auf einen jetzt stattfindenden Transport war Anfang August, als mich das Unternehmen E.ON um ein Gespräch bat. Da wurde auch nebulös angedeutet, es seien zwei Transporte von Sellafield kommend, die mit dem Schiff anlandend in Nordenham im privaten Hafen Midgard. Es wurde Wert darauf gelegt, dass ein genauer Termin nicht genannt würde aus Sicherheitsgründen. Wobei ich bemerkenswert fand, dass man dem Leiter einer Katastrophenschutzbehörde, der ich ja nun bin - dass man nicht in der Lage oder bereit war, einem Leiter einer Katastrophenschutzbehörde einen genauen Termin zu nennen."

Die Referentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, die sich während der Sitzung den Fragen der Abgeordneten stellt, kann die Besorgnis nicht ausräumen. Sie verweist auf die geltenden Sicherheitsbestimmungen und auf die Zuständigkeiten anderer Behörden. Landrat Höbrink bekommt keine Antwort auf die Frage, die ihn beschäftigt: Wie kann er sein Katastrophenschutzteam vorbereiten auf den schlimmsten aller denkbaren Fälle? Was tun, wenn sich nach einem Unfall mit dem Wind Plutoniumpartikel ausbreiten?

"Das war ja das Interessante und für mich auch wieder Bemerkenswerte heute an dieser Diskussion, dass viele Behörden ins Spiel gekommen sind, aber ich sehe mich nicht in der Lage, festzustellen, wer nun wirklich im Letzten verantwortlich für diesen Transport ist."

Die Unsicherheiten sind zu groß, haben die Abgeordneten von Kreis und Stadt am Ende der Sitzung entschieden. Am Montag dieser Woche verabschiedeten sie mehrheitlich eine Resolution gegen den Atomtransport über den Hafen in Nordenham zum AKW Grohnde. Der Bund, das Land Niedersachsen und das Bundesamt für Strahlenschutz, forderten sie, sollten in ihrer Funktion als Atomaufsicht die Genehmigung zurücknehmen. Wenn es nach den Abgeordneten des Landkreises Wesermarsch geht, dann bleibt das Plutonium, das einst in deutschen Reaktoren entstanden ist, wo es ist: in Sellafield.

Der Regionalzug, der die britische Metropole Manchester mit der nordenglischen Region Cumbria verbindet, führt durch ein dünn besiedeltes Bergidyll: Der Blick aus dem Zugfenster zeigt die Küste des irischen Meeres, neben den Gleisen weiden Schafe.

Am Regionalbahnhof Sellafield trifft der Umweltaktivist Martin Forwood einen alten Kollegen: Shaun Burnie arbeitet für die Umweltorganisation Greenpeace. Die Abzäunung der Nuklearanlage beginnt direkt hinter dem Bahnhofsgelände. Doch die beiden kommen nicht weit: Sofort werden sie von Sicherheitsleuten umringt, die ihre Maschinengewehre demonstrativ vor der Brust tragen. In einer gut 20-minütigen Prozedur überprüfen sie die Personendaten: Martin Forwood hat Verständnis: Bei der riesigen Plutoniummenge, die in Sellafield lagert, können die Vorsichtsmaßnahmen gar nicht streng genug sein. Er versteckt sich vor dem einsetzenden Regen unter seinem Schirm und weist mit dem Finger auf das eingezäunte Gelände.

"Dort drüben ist das Plutoniumlager, links: das graue Gebäude. Das sieht nach nichts Besonderem aus. Tatsächlich sind sie im Moment dabei, das Plutonium umzulagern in eine neue Lagerstätte. Das Gebäude mit dem hohen Schornstein, das ist THORP, so lautet der Name für die Wiederaufbereitungsanlage. Und das rote Gebäude direkt daneben, das ist die inzwischen stillgelegte Fabrik für MOX-Kernbrennstoff. Rechts davon liegt das neue Plutoniumlager. Hier vorn ist der Haupteingang. Davor stehen Polizisten, vermutlich sind sie mit Maschinengewehren oder Ähnlichem bewaffnet."

Von außen sieht das Plutoniumlager unspektakulär aus wie eine normale Gewerbehalle. Offensichtlich haben tatsächlich Zweifel an der Sicherheit bestanden: Gerade wird das Plutonium in eine modernere Lagerstätte gebracht. Mit dem Auto fahren die Umweltschützer den Außenzaun der Anlage ab. Besorgt blickt der Greenpeacer Shaun Burnie auf das Gelände.

"Das ist das größte Plutoniumlager auf dem Planeten. 112.000 Kilogramm lagern dort! Wenn man bedenkt, dass fünf Kilogramm genügen für eine Atombombe des Typs Nagasaki, dann ist das wirklich eine bedeutende Lagerstätte."

Greenpeace hat verschiedene Studien zu Sellafield herausgegeben. Danach ist die ganze Gegend stark radioaktiv belastet, das Blutkrebsrisiko für Jugendliche liegt um ein Vielfaches höher als im Landesdurchschnitt.

Bis heute, berichtet der Greenpeacer Shaun Burnie, leitet die Nuklearanlage ihre radioaktiven Abwässer in die Irische See. In vielen Bereichen des Meeresbodens sei Plutonium gefunden wurden; Krebse, Muscheln und Fische seien schwer verstrahlt. Die britische Regierung aber habe ihre Politik der Wiederaufbereitung nie infrage gestellt. Im Gegenteil: THORP soll noch bis 2018 weiteres Plutonium produzieren.

"Die Wiederaufbereitungsanlage THORP war wirtschaftlich ein Desaster, die Sellafield-MOX-Kernbrennstofffabrik hat nie richtig funktioniert – aber das haben sie lange ignoriert. Als sie endlich zugegeben haben, dass die MOX-Fabrik tatsächlich geschlossen werden muss, da lautete die Antwort der Sellafield-Gewerkschaften und der Lokalpolitiker: Wir brauchen eine neue MOX-Anlage. Das ist eine bizarre Situation: Anstatt die Wiederaufbereitung endlich zu stoppen und zu versuchen, irgendwie mit den Hinterlassenschaften eines 60 Jahre währenden Nuklear-Desasters fertig zu werden, dreht sich jetzt alles um eine neue MOX-Fabrik, womöglich sogar um neue Atomreaktoren vom Typ Schneller Brüter. So geht die ganze Geschichte weiter und weiter und weiter. Und unsere Gesellschaft zahlt den Preis: mit ihren Steuergeldern, mit ihrer Umwelt und ihrer Gesundheit."

Martin Forwood zeigt aus dem Autofenster - dorthin, wo jetzt noch auf einer sattgrünen Wiese Kühe weiden. An dieser Stelle, sagt der Aktivist, wird man womöglich bald mit dem Bau neuer Atomreaktoren beginnen. Diese dienen einem einzigen Zweck: Sie sollen das überschüssige Plutonium verbrauchen. Auch das Plutonium aus deutschen Atomkraftwerken, das Deutschland nicht zurücknehmen will.

"Auf diesem Farmland will Sellafield zwei neue Reaktoren bauen – die Rede ist von normalen Leichtwasserreaktoren. Die Bauherren haben das Land bereits gekauft. Und die geologischen Untersuchungen laufen."

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Hintergrund

UngarnDie Zivilgesellschaft unter Druck

Demonstranten in Budapest machen "Stopp"-Zeichen mit ihren Händen, um gegen den Umgang der Regierung mit Nichtregierungsorganisationen zu protestieren.

Seit viereinhalb Jahren ist die nationalkonservative Orbán-Regierung dabei, ihre ohnehin schon überwältigende Macht auf alle staatlichen und gesellschaftlichen Sphären auszudehnen. Nun werden auch unabhängige Nichtregierungsorganisationen immer stärker kontrolliert.

MietpreisbremseKönigsweg oder Ablenkungsmanöver?

"Hier entstehen exklusive Eigentumswohnungen" steht auf einem Werbebanner im Bezirk Mitte in Berlin.

Immer häufiger demonstrieren Menschen gegen steigende Mieten und die Verdrängung aus ihren Wohnvierteln. Besonders der Berliner Wohnungsmarkt ist eine Goldgrube für Investoren. Die geplante Mietpreisbremse soll Preissprünge deckeln - doch ist sie eine Hilfe gegen Gentrifizierung und Verdrängung?

Unabhängigkeitsreferendum"Scotland stay with us"

Buttons zur Entscheidungshilfe: Nein zur schottischen Unabhängigkeit

Am Donnerstag wird sich entscheiden, ob Schottland unabhängig wird. Kein Zweifel: Ginge Schottland verloren, wäre dies für das Rest-Königreich ein gewaltiger Verlust mit weitreichenden Folgen. Deshalb unterzeichneten jetzt auch über 200 britische Prominente einen offenen Brief, in dem es heißt: "Let's stay together."

 

Politik

Asylpolitik"Nichts weiter als ekelige Symbolpolitik"

Eine Roma-Familie auf dem Gelände eines Berliner Flüchtlingsquartiers.

Keiner will es aussprechen, aber die heutige Entscheidung im Bundestag richtet sich gegen Sinti und Roma, kommentiert Katharina Hamberger. Eigentlich müsse sich die ganze deutsche Flüchtlingspolitik ändern - aber das sei wohl mit dieser Bundesregierung nicht möglich.

 

Wirtschaft

Online-HandelZalando-Aktien sollen Eigenkapital mehr als verdoppeln

Partygäste mit einem Kranz aus Rosen pusten am 03.07.2014 in Berlin beim "deals.com Fashion Challenge Summer Festival" in der Münze Berlin am Molkenmarkt Seifenblasen in die Luft. Gezeigt wurden Kollektionen von Mode-Bloggerinnen, die kreativ per Internet eigene Outfits zusammengestellt haben.

633 Millionen Euro will der Onlinehändler Zalando durch den Verkauf von Aktien einnehmen. Nicht einmal die Hälfte davon bringt das Unternehmen an Eigenkapital mit. Wer die neuen Aktien kauft, setzt auf die Zukunft des Unternehmens, das sich auf den europäischen Modemarkt fokussieren will.

 

Gesellschaft

Islamisten in DeutschlandRätselhafte Radikalisierung

Unterstützer der Terrorgruppe IS während einer Demonstration in Syrien.

Ein Berliner Ex-Rapper wird zum Propagandisten der Terrormiliz IS: So geschehen bei Denis Cuspert. In Deutschland gibt es keine umfassende Erforschung islamischer Radikalisierung - doch mit jedem deutschen Dschihadisten wird die Gefahr von Anschlägen hierzulande größer.