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Das weite Land

USA-Korrespondent Marcus Pindur und der mittlere Wahlwesten

Von Marcus Pindur

Vorbei an den Rocky Mountains nach Colorado Sprrings
Vorbei an den Rocky Mountains nach Colorado Sprrings (picture alliance / dpa / Chris Melzer)

Ich fahre zu einem Interview nach Colorado Springs, drei Stunden Fahrt von Denver. Links die rollenden Hügel der Hochebene von Colorado, rechts die Rocky Mountains, die 3000, 4000 Meter in den strahlend blauen Himmel aufragen. Eine grandiose Landschaft, eine Weite, die wir Europäer nicht kennen.

Amerikanische Historiker des 19. Jahrhunderts haben den nationalen Charakter der USA mit der Weite des Landes, mit dem immer neuen Erschließen neuer Grenzen erklären wollen. So weit würde heute niemand mehr gehen. Aber dass diese Weite keinen Einfluß hat auf das, was die USA ausmachen, das glaubt auch niemand, der einmal diese großartigen Landschaften durchmessen hat.

Die Weite ist ein Klischee, und sie ist eine Realität. Kein Wunder, dass Washington D.C. für viele Menschen hier weit weg ist. Für mich ist es das im Moment auch. Kein Wunder, das dieses Land Raum bietet für alle möglichen Lebensentwürfe, vom Evangelikalen Christen bis zum Hippie.

Im Radiosender "Vinyl Classics" läuft Kontrastprogramm: erst Pink Floyd, dann Lynyrd Skynyrd. Beides passt auf meinen Gemütszustand. Ich bin high von dieser Landschaft. Abgefahren. Schön, dass meine Fahrt noch lange dauert.


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