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Datenspeicher im Netz

Online-Festplatten: Praktisch, aber mit Datenschutzrisiken

Von Stefan Römermann

Überall Zugriff auf die Daten - vor allem für Smartphones ein Gewinn.
Überall Zugriff auf die Daten - vor allem für Smartphones ein Gewinn. (picture alliance / dpa - Alberto Estevez)

Mit viel Medienöffentlichkeit ist vor einigen Wochen Google Drive gestartet. Es ist der jüngste einer ganzen Reihe von Online-Festplatten wie Dropbox oder Microsoft SkyDrive. Besonders beliebt sind solche Online- oder Cloud-Dienste bei Besitzern von Smartphones. Denn über die Online-Festplatte ist es spielend leicht, beispielsweise Musik oder Daten auf das Telefon zu kopieren. Allerdings gibt es auch Risiken.

Der USB-Stick wird in Zukunft wohl immer häufiger zu Hause bleiben. Denn bei Online-Festplatten wie Dropbox, Google Drive oder Microsoft SkyDrive reichen ein Computer mit Internetzugang und die eigenen Benutzerdaten aus, um beispielsweise wichtige Dokumente oder die eigene Fotosammlung immer dabei zu haben. Zugreifen kann man auf die gespeicherten Dateien entweder über den Webbrowser oder noch komfortabler über ein kleines Zusatzprogramm. Das wird einfach auf dem jeweiligen Rechner installiert und bindet den Online-Speicherplatz in Betriebssystem ein, erklärt Axel Kossel vom Computermagazin "c't".

"Sodass er für mich erscheint wie eine ganz normale Festplatte, auf die ich was drauf kopieren kann. Das kann dann unter Windows oder beim Mac OS sein. Aber das muss natürlich auch auf meinem Smartphone funktionieren."

Denn gerade im Zusammenspiel mit mehreren Geräten, also beispielsweise Smartphone und PC, sind Online-Festplatten besonders praktisch. Daten vom PC lassen sich so einfach per Mausklick auf das Telefon kopieren und umgekehrt, die Übertragung mit dem USB-Kabel wird überflüssig. Dazu muss man nur die entsprechende App für den jeweiligen Dienst auf dem Smartphone installieren und die eigenen Benutzerdaten eingeben. Allerdings funktioniert nicht jeder Dienst mit jeder beliebigen Smartphone-Plattform. Einige Anbieter unterstützen bisher nur Android, andere nur das iPhone-Betriebssystem iOS. Hier sollte man also genau hinschauen, ob es für das eigene Gerät auch tatsächlich eine passende App gibt.

Die Einstiegsangebote der Online-Festplatten sind in der Regel gratis. Meist gibt es zwischen 2 und 5 Gigabyte Speicherplatz kostenlos. Also in etwa die gleiche Datenmenge, die sich auf einen DVD-Rohling brennen lässt.

"Wer sehr viel Speicher haben will, der ist bei der Telekom zum Beispiel gut untergebracht. Weil da gibt es nach wie vor 25 GB, während SkyDrive mittlerweile 7 GB bietet und Google Drive 5 GB. Da kann man natürlich einfach abwägen: Ich brauche viel Speicher, ich gehe zu dem oder dem Anbieter."

Wem diese kostenlosen Angebote nicht reichen, der kann bei den meisten Diensten weiteren Speicherplatz dazu kaufen. Hauptsächlich werden die Angebote aber durch Werbung finanziert. Und spätestens hier wird die Sache heikel, sagt Internetexperte Kossel:

"Wenn man so einen kostenlosen Dienst nutzt, dann ist man kein Kunde. Man bezahlt ja nix. Sondern man ist die Ware. Man ist nämlich der Empfänger von Werbung, den der jeweilige Anbieter an seine Werbekunden verkauft."

Manche Dienste durchsuchen die Online-Festplatten ihrer Nutzer deshalb nach bestimmten Schlagwörtern, um dann besonders gezielte Werbung zu einblenden zu können. Das passiert automatisch - ohne dass ein Mitarbeiter direkt auf meine gespeicherten Daten zugreift. Allerdings wäre auch Letzteres theoretisch möglich. Keine schöne Vorstellung, insbesondere wenn es sich um Vertrauliches wie Kontoauszüge oder Gesundheitsdaten handelt, warnt Datenschutzexperte Florian Glatzner vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

"Wenn der Verbraucher so eine Festplatte nutzt, muss ihm klar sein, dass die Anbieter diese Daten einsehen können, und im Zweifel nicht nur die Anbieter, sondern auch dritte."

Denn auch für Hacker sind die Online-Festplatten interessante Angriffsziele. Das sollten auch beispielsweise Freiberufler oder Selbstständige bedenken, die ihre Online-Festplatten beruflich nutzen möchten. Werden dort beispielsweise auch Kunden- oder Mitarbeiterdaten abgespeichert, kann das unter Umständen außerdem gegen die strengen deutschen Datenschutzvorschriften verstoßen.



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