Corso / Archiv /

 

Den Kopf nicht zu hoch tragen!

Shara Worden von My Brightest Diamond über ihre Wahlheimat Detroit

Von Marietta Schwarz und Andreas Main

Die Musikerin Shara Worden in ihrem Haus im Osten Detroits.
Die Musikerin Shara Worden in ihrem Haus im Osten Detroits. (Andreas Main)

Immer mehr Künstler ziehen nach Detroit. Etwa die Musikerin Shara Worden. New York wurde ihr zu teuer. In Detroit kann sie sich ein Haus und einen Garten für ihre Familie leisten. In ihrem Song und Video "High Low Middle" reflektiert sie den harten Alltag der Detroiter. Ein Besuch in ihrem Viertel.

Shara Worden Ich bin Shara Worden, meine Band heißt My Brightest Diamond - und mein Song "High Low Middle" ist inspiriert von Detroit. Vielen meiner Nachbarn geht es nicht gut. Dass ich vergleichsweise privilegiert bin - das ist mir immer klarer geworden, je mehr ich mich auf Detroit eingelassen habe - und auch darauf, wie schwer es ist, hier eine gute Schule oder eine Arbeit zu finden. Auch ich muss hart arbeiten, damit wir ein Dach über dem Kopf haben und unsere Rechnungen bezahlen können. Aber wenn ich sehe, wie alle kämpfen müssen um mich herum! ... Also bleib auf dem Boden - darum geht es in dem Song "High Low Middle" - darum, den Kopf nicht zu hoch zu tragen.

Marietta Schwarz: Das Video zu dem Song ist auch in Detroit gedreht worden. Sie singen in einem kleinen Club - und zwar den Song "High Low Middle". Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Schichten hören zu, dann fangen auch sie an zu singen, zu feiern, zu lachen. Wie sollen wir das interpretieren? Ist das so etwas wie ein romantischer Traum, der in diesem Video real wird?

Worden: Was wirklich interessant ist an diesem Video: Es ist total authentisch. Das sind keine Schauspieler in dem Video, das sind meine Nachbarn. Und das liebe ich wirklich an Detroit: wie bunt und vielfältig die Leute hier sind. Das wollten wir zeigen. Es war nicht so, dass wir ein Casting gemacht hätten. Ich habe einfach meine Nachbarn gefragt, ob sie vorbei kommen. Ich habe auch Freunde gefragt, und Leute aus meiner Kirchengemeinde und meinem Viertel. Alle haben mitgemacht. Es ist wie ein menschlicher Regenbogen, bunt und wunderschön. Das hat wirklich was von einer Utopie.

Was mich an den Künstlern in Detroit am meisten fasziniert: Sie haben ein ausgeprägtes Bewusstsein für die soziale Dimension von Kunst. Es gibt da eine direkte Beziehung zwischen der Kunst, die hier entsteht, und denen, für die sie gemacht wird.

Kunst ist hier viel temporärer als in allen Städten, in denen ich gelebt habe. Sie entsteht im Dialog mit dem Ort, mit den Leuten, die hier leben. Das begeistert mich.

Mehr helle Diamanten

Wer einmal diese Stadt intensiver erlebt hat, findet seine Detroit-Eindrücke in diesem Video von My Brightest Diamond wieder.



Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Motor City ohne Motoren

 

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Corso

Angus & Julia Stone Musik für einen entspannten Sommertag

Das Folkduo Angus und Julia Stone performt auf dem Grass music Festival in Australien.

Die Geschwister Angus und Julia Stone wollten eigentlich nach zwei erfolgreichen Alben weiter ihre Solokarrieren verfolgen. Doch nun hat das australische Folkpopduo ein neues Album vorgelegt. Ihr charakteristischer und leicht umnebelter Sound ist geblieben, doch es gibt auch experimentelle Stücke.

Corso-GesprächZiguri veröffentlichen erstes Album seit 27 Jahren

Ein Schlagzeug steht auf einer blau beleuchteten Bühne.  

Die Trance-Rock-Band Ziguri aus Berlin gibt es schon 27 Jahre. In der Zeit haben die drei Mitglieder viele Konzerte gespielt, eines fehlte jedoch bisher: ein Album. Das ist nun erschienen. Warum ausgerechnet jetzt, berichten Günter Schickert und Udo Erdenreich bei Corso.

La RouxÄrger im rosaroten Paradies

Elly Jackson alias La Roux bei einem Auftritt in Portugal.

Das zweite Album von La Roux, "Trouble In Paradise", ist ein kleiner Befreiungsschlag der Sängerin. Die Fesseln des alten Produzenten sind abgelegt, die Themen sind ernster. Nur lächeln für die Kameras, das will sie immer noch nicht.