Freistil / Archiv /

"Der Alp steckt seine Zunge den Leuten ins Maul"

Auf den Spuren des Alptraums

Von Matthias Käther und Teresa Schomburg

Auf den Spuren des Alptraums
Auf den Spuren des Alptraums (AP Archiv)

Dunkle Schatten, verwirrende Perspektiven, fantastische Kreaturen - kein Horrorfilm, kein surreales Gemälde verfügt über das atemberaubende Material an verstörenden Plots und Bildern wie ein Alptraum.

In der Fähigkeit, im Schlaf Ängste zu visualisieren, sind fast alle Menschen echte Meister mit großem Talent. Die wenigsten allerdings freuen sich darüber. Im Gegenteil, Alpträume sind unwillkommene Gäste. Schon im Mittelalter wurden sie dämonisiert, wurden angeblich von Kobolden oder übelwollenden Mitmenschen geschickt.

Warum wir Alpträume haben, ist bis heute nicht restlos geklärt. Ganz unterschiedliche Leute erzählten den Autoren ihre Alpträume. Auch Träumer längst vergangener Epochen kommen zu Wort. Entstanden ist eine Zustandsbeschreibung des Phänomens Alptraum, die zeigt, dass die Menschen ihre Urängste mit dem Wertvollsten bekämpfen, das ihnen zur Verfügung steht: ihrer Kreativität.


Regie: Katrin Moll
DLF 2009

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Freistil

PopkulturDie Wiederholung in den Künsten

Andy Warhols Seriendruck von Marilyn Monroe mit orangefarbenen Hintergrund.

"Falls Gott nicht die Wiederholung gewollt hätte, so wäre die Welt niemals entstanden", schrieb der Philosoph Sören Kierkegaard. Heute sagt der DJ, Musiker und Schriftsteller Thomas Meinecke: "Wiederholung ist das zentrale Phänomen der Popkultur."

SehnsuchtAnatomie eines unstillbaren Gefühls

Eine Hand schreibt mit einer Schreibfeder in altertümlicher Schrift in ein Heft.

Unerreichbar weit weg und gleichzeitig ganz nah im Herzen regiert die Sehnsucht. Der Philosoph Friedrich Schleiermacher sah in ihr den Urquell des religiösen Gefühls. Dichter und Musiker sprechen von ihr als Motor ihrer schöpferischen Arbeit. Richard Wagner nannte sie eine "unendliche Melodie".

Sex in RusslandZwischen Prüderie und Porno

Das Protestplakat gegen Homophobie in Russland zeigt eine Begrüßungsszene zwischen Präsident Wladimir Putin und dem Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill.

In russischen Schulen gibt es so gut wie keine Sexualaufklärung. Im dritten Jahrtausend ist Russland auf dem Weg zurück zur Prüderie der Sowjetunion. Offiziell gab es zu sozialistischen Zeiten weder Prostitution noch Pornografie noch Sexshops. Dann zerbrach die UdSSR und die Menschen wurden offener.