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StartseiteAtelier neuer MusikZweifelnde Suchbewegungen28.05.2016

Der Berliner Komponist Eres HolzZweifelnde Suchbewegungen

Vom Computer gesteuerte mathematische Logik dient der Musik des 1977 in der Nähe von Tel Aviv geborenen Komponisten Eres Holz als Grundlage. Doch es geht in seinen Werken ebenso darum, genau diese Logik zu durchbrechen.

Von Ingo Dorfmüller

Der Komponist Eres Holz (Heike Jänisch)
Schreibt tonale Gravitation ohne Tonalität: Eres Holz (Heike Jänisch)

In Kompositionen wie dem Quintett (2009) oder dem Ensemblestück "Kataklothes" (2015) versucht Holz von einem Standpunkt technischer Avanciertheit aus die musikalische Tradition einzuholen: tonale Gravitation ohne Tonalität. Auch für Sarah Nemtsovs MEKOMOT-Projekt, das mit Neuer Musik und liturgischen Gesängen alte und neue Synagogen, vergessene und gegenwärtige Orte jüdischen Lebens zum Klingen bringt, hat Eres Holz einen Beitrag geleistet. Er wählte mit Allen Ginsbergs großem Kaddisch-Poem einen Text, der in einem deutlichen Spannungsverhältnis zur religiösen Tradition steht. Die zweifelnde, skrupulöse Suchbewegung im "Labyrinth der Identität", die Eres Holz dem Text ablauscht, treibt möglicherweise auch sein eigenes Schaffen an.

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