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Der gute Ruf im Internet

Wie man sich vor Verleumdungen schützen kann

Von Stefan Römermann

Gegen Beleidigungen im Internet gibt es einen Unterlassungsanspruch.
Gegen Beleidigungen im Internet gibt es einen Unterlassungsanspruch. (Stock.XCHNG / Elena Buetler)

Der Fall Bettina Wulff und ihr Kampf gegen erfundene Rotlicht-Gerüchte im Internet hat in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt. Dabei ist der Fall gar nicht so außergewöhnlich, wie es zunächst scheint. Denn längst kursieren peinliche Fotos und Geschichten auch über viele Normalbürger im Netz.

Es fängt im Kleinen an: Ein typischer Fall ist beispielsweise der enttäuschte Kunde, der einen Handwerker oder Händler in Internetforen als Betrüger oder Kriminellen beschimpft, erklärt Holger Bleich vom Computermagazin c’t.

"Oder es sind in Foren Beleidigungen oder es sind auch Fotos, auf denen man sehr prominent und gleichzeitig sehr unvorteilhaft abgebildet ist und die dann in irgendwelchen Foren oder auch auf Facebook-Pages oder so auftauchen."

Besonders perfide kann auch die Rache von frustrierten Ex-Partnern nach einer gescheiterten Beziehung ausfallen. Immer wieder landen in solchen Fällen beispielsweise Nacktfotos der oder des Ex im Netz. Nicht selten mit vollem Namen und Telefonnummer – damit auch jeder, der bei Google nach dieser Person sucht, auf den entsprechenden Seiten landet. Wer den Verursacher kennt, kann von diesem verlangen, die entsprechenden Bilder oder Texte wieder zu löschen. Zusätzlich kann man sich auch per E-Mail an den Betreiber der Webseite oder des Bilderdienstes wenden und dort bitten, die entsprechenden Inhalte zu entfernen.

"Gerade kleinere Dienste sind unserer Erfahrung nach sehr kooperativ. Aber auch die großen haben eigene Abteilungen, die Beschwerden dieser Art bearbeiten, was den Urheberrechtsbereich, das Recht am eigenen Bild oder Beleidigungen angeht. Und die reagieren schnell und nehmen schlimme Bilder oder auch schlimme Texte relativ schnell aus dem Netz."

Denn grundsätzlich hat der Betroffene in solchen Fällen einen sogenannten Unterlassungsanspruch – also das Recht, beispielsweise beleidigende Texte löschen zu lassen. Im Zweifelsfall hilft ein Rechtsanwalt, der sich mit dem Internetrecht auskennt. Er kann auch dabei helfen, einen möglichen Anspruch auf Schadenersatz oder gar Schmerzensgeld durchzusetzen. Sehr viel schwieriger ist es, wenn die Betreiber der entsprechenden Internetforen oder Webseiten beispielweise in Osteuropa oder Lateinamerika sitzen. Die Anbieter dort kümmern sich leider weit weniger um entsprechende Beschwerden von Betroffenen. Trotzdem lassen sich auch hier mit einer freundlichen Bitte oft Inhalte aus dem Netz löschen.

Besonders schwierig ist der Kampf gegen Videos und Bilder, die besonders witzig, peinlich oder aus anderen Gründen irgendwie interessant sind. Sie werden oft innerhalb von wenigen Tagen per E-Mail, durch Blogger oder über Dienste wie Facebook und Twitter tausendfach weiterverteilt, warnt Internetexperte Bleich.

"Der Effekt ist einfach, dass diese Bilder unheimlich schnell die Runde machen, und auch wenn man die ursprüngliche Quelle dann ausgemerzt hat und das Bild dort vom Netz bekommen hat, wird das woanders wahrscheinlich dann irgendwo wieder auftauchen."

In solchen Fällen sind Löschversuche praktisch aussichtslos, rät Philipp Einecke von der Berliner Internet-Agentur "Marketing Constructor DE". Einecke bietet einen Online-Reputationsdienst, der beim Löschen unliebsamer Inhalte hilft. Wo das nicht möglich sei, rät Einecke seinen Kunden, selbst aktiv zu werden und eigene, positive Suchtreffer zu generieren.

"Sei es dann über Profile in sozialen Netzwerken, dass man sich eine Web-Visitenkarte aufsetzt, dass man wohlmöglich einen kleinen Blog schreibt oder dass man Fachartikel schreibt aus Unternehmenssicht. Also dass man sehr viele Ergebnisse um diesen einen Namen herum kreiert."

Unliebsame Inhalte lassen sich so in den Google-Suchergebnissen mit ein paar Tricks wenigstens nach hinten verschieben – und dann werden sie von den meisten Nutzern vielleicht nicht mehr wahrgenommen. Schließlich lesen die meisten Menschen tatsächlich nur die ersten paar Treffer – und klicken sich nicht durch Dutzende oder gar Hunderte von Suchergebnissen.

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