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Der Nazi als guter Nachbar

Eine Nahaufnahme aus Südwest-Mecklenburg

Von Rainer Link

Die NPD ist im Südwesten Mecklenburgs fest verankert (picture alliance / dpa / Stephan Scheuer)
Die NPD ist im Südwesten Mecklenburgs fest verankert (picture alliance / dpa / Stephan Scheuer)

Springerstiefel sind out, Bürgernähe ist in. Die NPD punktet in den Dörfern Südwest-Mecklenburgs in der Verkleidung des Biedermanns. Manch einschlägig vorbestrafter Neonazi erhielt vom Wähler ein kommunales Mandat und gibt sich jetzt als Kümmerer.

Man biedert sich bei den örtlichen Handwerkern an: "Fahr nicht fort, kauf’ im Ort". Man kämpft für abgesenkte Bordsteinkanten, für regionale Biokost in der Kita, aber auch gegen die Unterbringung von abgeurteilten Kinderschändern oder gegen die AKW-Pläne der Polen.

Die NPD ist im Südwesten Mecklenburgs fest verankert, ihre Mitglieder scheinen gut integriert. Die zugezogenen Kader leben in fein herausgeputzten Häusern, die sie billig erwarben. Sie schicken ihre Kinder in öffentliche Kitas und Schulen, in denen sie sich als Elternvertreter andienen. Man spottet bereits von einer Art Toskana für Neonazis.

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Dossier

LübeckZehn tote Asylbewerber, keine Spur von den Tätern

Blick auf die Brandruine. (picture-alliance / dpa / Rolf Rick)

Im Januar 1996 wurde ein Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Lübeck verübt. Zehn Menschen starben, 38 wurden zum Teil schwer verletzt. Noch in der Tatnacht wurden die Personalien von drei Neonazis aufgenommen, die in der Nähe des Tatortes standen und frische Brandspuren aufwiesen. Zu einer Anklage kam es nie.

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Havannas russisch-orthodoxe Kathedrale (Henning von Löwis)

"Berichten Sie objektiv - aber mit kubanischer Objektivität, nicht mit der deutschen!" Begleitet von diesen Worten werden Stempel in die Pässe von elf Journalisten gedrückt. Es ist das erste Mal seit Jahren, dass einer internationalen Gruppe aus Radio-, Online- und Printjournalisten Pressevisa für einen Besuch auf Kuba gewährt werden.