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StartseiteUmwelt und VerbraucherDer neue Partyrenner: Schnaps aus der Tube07.08.2006

Der neue Partyrenner: Schnaps aus der Tube

Bei dieser Geschäftsidee drängt sich das Wortspiel mit der Schnapsidee geradezu auf: In Schemmerberg im Bundesland Baden-Württemberg bietet ein Unternehmer Schnaps und Likör nicht etwa aus der Flasche, sondern aus der Tube an. Eine Idee, die gut ankommt.

Von Andreas Gottschalk

Wie wär's mit einem Schlückchen? (Stock.XCHNG / Rainer Berg)
Wie wär's mit einem Schlückchen? (Stock.XCHNG / Rainer Berg)

" Man nimmt ihn von der Stange, dreht dann den Deckel nach links, setzt an, zielt, schluck und genießt. Einfach genial."

So klingt es also, wenn eine Tube Schnaps in den Mund läuft. Ebbes oder nix, das sind momentan die beiden Geschmacksrichtungen, übersetzt: Williamsschnaps und Pflaumenlikör. Und so hat Martin Müller die Hautcremeverpackung storniert und macht seit wenigen Monaten nichts Anderes, als Schnaps und Likör abfüllen.

" Ein paar Kumpels haben einmal gesagt: Wie wär es, wenn Du mal Schnaps in Tuben machen würdest? Und so sind wir darauf gekommen. Und da habe ich gedacht: Okay, das wäre eine gute Idee. Aber dann wollte es ich auf den Markt bringen und da hat der Hersteller gesagt, dass man da einen Labortest benötigt. Daraufhin habe ich einen Labor- und Stabilitätstest machen lassen, und bei der letzten Fastnacht habe ich es geschafft, den Tubenschnaps auf den Markt zu bringen. "

Ehefrau Irmgard ist für den Vertrieb des Tubenschnapses zuständig, derzeit noch mit Schwerpunkt Süddeutschland.

" Momentan sind unsere Kunden viele Privatleute, die auf Feste gehen und Feste ausrichten. Ansonsten verkaufen wir an Vereine, Narrenzünfte und sonstige Vereine, die Feste ausrichten."

Ein richtiger Vertrieb ist gerade im Aufbau- schließlich ist der Tubenschnaps auch schon in Australien und Kanada gelandet. Eine Tube, so groß wie die Reisezahnpasta- 15 passen ins Geheimfach der Narrenverkleidung.

" Gegenüber so kleinen Fläschchen, wie sonst, ist das also ganz gut."

Und fünf in den normalen Jeanshosenstauraum.

" Wenn ich jetzt an den Feigling oder Kümmerling denke- wenn irgendwo ein Fest ist, die werden überall zerschmettert. Das kann mit sowas nicht passieren."

Martin Müller ist ständig bestrebt, die Tuben weiter zu verbessern. Zum Beispiel auch so, dass der wieder verschließbare Steckdeckel nicht als Geschoss verwendet werden kann.

" Das ist ein Sicherheitsverschluss! Man kann mit dem Deckel nicht schießen. Ich zeig es Ihnen: Hier, beim Draufschlagen geht der Deckel nicht runter."

Ziel der Familie Müller ist es, den Tubenschnaps weltweit als Geschenk- und Partygag zu exportieren. In Oberschwaben ist es ihnen bereits gelungen.

" Was mir an dem Tubenschnaps so gut gefällt: Er ist wahnsinnig dekorativ für Geschenkkörbe oder um ihn in Blumensträuße zu binden. "

Man nimmt ihn zum Bergwandern mit, problemlos, weil die Tube ist nicht schwer.

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