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StartseiteDeutschlandfunk - Der TagZelt statt Zimmer30.05.2018

Der TagZelt statt Zimmer

"Rent a tent - Schlafplatz auf dem Balkon zu vermieten": So haben zwei Berlinerinnen im Netz inseriert. Satire? Vielleicht. Ernster Hintergrund? Auf jeden Fall! Und: Warum es nicht Privatsache ist, wenn sich Schauspielerinnen wie Roseanne Barr rassistisch äußern.

Von Sarah Zerback

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"Bezahlbare Mieten" steht auf einem Wandbild nahe dem Kottbusser Tor in Berlin im Bezirk Kreuzberg. (dpa / Wolfram Steinberg)
...wären schön, sind in Berlin, Hamburg, Köln, München aber schwer zu finden (dpa / Wolfram Steinberg)

Eine Wohnung, die schön und bezahlbar ist. Finde den Fehler! Ist inzwischen richtig schwer, vor allem in Großstädten. Daran kann auch die Mietpreisbremse kaum was ändern, die es seit ziemlich genau einem Jahr gibt. Aber auf einem Balkon zelten, für 260 Euro warm, das ist schon richtig frech. Ist es überhaupt echt? Anne Vogelpohl bezweifelt das. Das Problem dahinter ist aber umso realer, erzählt die Geographin. Sie arbeitet an der Uni Hamburg mit dem Schwerpunkt kritische Stadttheorien und Stadtpolitik und hätte da auch eine Idee, wie die Mietpreisbremse nachgebessert werden könnte, damit sie wirklich funktioniert.

Die Sitcom "Roseanne" war in den Neunzigern ein Riesenhit. Und auch die aktuelle Neuauflage hat in den USA Spitzen-Quoten eingefahren. Vor allem wegen Roseanne Conner selbst: Die Mutti einer Arbeiterfamilie mitten im Rust Belt und Trump-Unterstützerin - wie im richtigen Leben auch. Da ist die echte Roseanne allerdings auch immer wieder mit rassistischen Äußerungen aufgefallen. Ein Tweet, der fremdenfeindlicher nicht sein könnte, bedeutet jetzt das Ende der Serie: Der Sender ABC hat sie abgesetzt. Richtig so! Findet Kulturredakteurin Maja Ellmenreich. Schließlich prägt nicht nur Sprache unsere Wirklichkeit, sondern auch die Bilder, mit denen wir uns täglich berieseln lassen und das lässt sich gerade im Fall von "Roseanne" schwer trennen.

Und nachdem Arkadi Babtschenko gewissermaßen von den Toten wieder auferstanden ist, musste das Gespräch zu seinem Mord leider kurz vor Redaktionsschluss in die Tonne wandern. Der russische Journalist lebt. Sein Tod soll nur vorgetäuscht gewesen sein, um sein Leben zu retten. Wenn das kein Cliffhanger ist für die nächste Episode...

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