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StartseiteEssay und DiskursDer vermessene Mensch in der Neurobiologie19.06.2011

Der vermessene Mensch in der Neurobiologie

Gibt es auf Erden ein Maß? (1/2)

"Der Mensch ist das Maß aller Dinge." Dieser Satz stammt von dem antiken Sophisten Protagoras, einem Zeitgenossen des Sokrates. Geschrieben im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, hat der Satz im Verlauf unserer Denktradition unterschiedliche, nahezu konträre Deutungen erfahren.

Thomas Fuchs im Gespräch mit Astrid Nettling

Ausschnitt des Wandgemaeldes "Der Mensch, das Mass aller Dinge" aus dem Jahr 1968 des Kuenstlers Walter Womacka am ehemaligen Bauministerium der DDR in der Breiten Strasse in Berlin - Mitte. (AP)
Ausschnitt des Wandgemaeldes "Der Mensch, das Mass aller Dinge" aus dem Jahr 1968 des Kuenstlers Walter Womacka am ehemaligen Bauministerium der DDR in der Breiten Strasse in Berlin - Mitte. (AP)

Für unser heutiges Verständnis scheint er von einem absoluten Herrschaftsanspruch des Menschen über die Dinge und seiner absoluten Selbstmächtigkeit zu sprechen.

Tatsächlich war in der Antike damit ein Erkenntnisrelativismus gemeint und stand im Zusammenhang antiker Maßethik und der Fragen sowohl nach einem richtigen Erkenntnismaß des Menschen wie auch nach einem rechten Maß für sein Handeln.

Fragen, die seit der Moderne und vor allem durch die maßgebende Bedeutung von Wissenschaft und Technik nichts an Bedeutung verloren haben.

In Gesprächen mit dem Mediziner, Psychiater und Phänomenologen Thomas Fuchs sowie dem Philosophen und Ethiker Jean-Pierre Wils soll der Frage nachgegangen werden, welche Herausforderung dieser Satz des Protagoras für den heutigen Menschen immer noch darstellt.

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