Das Feature / Archiv /

 

Deutsch geht fremd

Ein Liebesdrama in drei Akten

Von Slavica Vlahovic

Die deutsche Sprache ist nicht leicht zu erlernen.
Die deutsche Sprache ist nicht leicht zu erlernen. (Stock.XCHNG / Vangelis Thomaidis)

Die Autorin konfrontiert das ihr fremde Deutsch mit ihrer Biografie. Sie flirtet mit seinen Wörtern, verwandelt das straffe "jawohl" in einen lustigen "Ochsen", aus "ohne" macht sie "mehr", aus Rückschlägen schräge Witze. Ihre Deutschkarriere begann mit Imperativen: "Putzen! Abstauben! Saugen!"

Als junge Frau kam sie aus Sarajevo nach Deutschland und wurde stumm. Deutsch ließ sie leiden und kämpfen; es reizte sie, immer tiefer in seine Geheimnisse vorzudringen. Im Chaos der fremden Klänge entdeckte sie kreative Räume, die sie ihr altes Leben neu sehen ließen.

Der Prozess des Lernens befreite sie von Trauer und Angst. "Sprache ist eine Waffe?" Sie denkt Tucholsky weiter: Deutsch als Fremdsprache ist eine Landmine, entweder man entschärft sie oder sie explodiert!

Ihr italienischer Dozent inspirierte sie mit seiner Metapher "sich die Fremde nehmen". Sie nahm sie sich leidenschaftlich und ging fremd mit Deutsch.


DLF 2013

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Das Feature

GesellschaftBildung ohne Schule oder die Grenzen der Freiheit

Abitur-Klausuren werden in Stuttgart im Regierungspräsidium sortiert und für die Zweitkorrektur verteilt.

Immer wieder stehen in Deutschland Familien vor Gericht, die ihre Kinder nicht in die Schule schicken. Wie kommt es dazu, dass Eltern – und Kinder – sich für einen solchen Weg entscheiden?

Geschichte "Wo sind wir bloß hingekommen?"

Aktenschränke in einem Gebäude des früheren Archivs der DDR-Staatssicherheit, aufgenommen am 13.07.2012 in Berlin.

169.000 Film-, Video- und Tondokumente lagern heute in den Archiven der ehemaligen DDR-Staatssicherheit – ein Bestand, der gemessen an 112 Kilometern Schriftgut, 39 Millionen Karteikarten und 1,4 Millionen Fotos und Negativen eher gering erscheinen mag.

Bonner StadttheaterDie Kunst des Sparens

Das Stadttheater in Bonn. (Undatierte Aufnahme aus den siebziger Jahren).

Es war einmal eine kleine, stolze Hauptstadt am Rhein, die sich bescheidene Regierungsgebäude und kapitale Kultur leistete: ein Opernhaus zum Beispiel, Platz für weltstädtischen Glanz. Die im Kanzlerdunstkreis wirkenden Beamten gingen hochkulturaffin in ihren Tempel.