Computer und Kommunikation / Archiv /

Die Befreiung der Apps

Auf HTML5-Basis programmierte Anwendungen wären nicht mehr an einzelne Plattformen gekoppelt

Von Jan Rähm

Soll eine App auf mehreren Systemen funktionieren, empfiehlt sich eine plattformunabhängige Programmiersprache.
Soll eine App auf mehreren Systemen funktionieren, empfiehlt sich eine plattformunabhängige Programmiersprache. (Jan-Martin Altgeld)

Software.- Spätestens mit HTML5 und seinen umfangreichen Möglichkeiten stellt sich Programmierern die Frage: Warum Anwendungen für jede Plattform einzeln schreiben? Man könnte doch auch einfach Web-Apps auf Basis der Seitenbeschreibungssprache erstellen. Aber das hat nicht nur Vorteile.

"Wer eine Anwendung aus dem Internet heraus in Webbrowsern laufen lassen will, steht einigen ernsten technischen Hürden gegenüber."

Anwendungsentwickler für mobile und stationäre Geräte müssen schon eine Menge Entscheidungen treffen, ehe sie überhaupt eine einzige Zeile Quellcode geschrieben haben. Zum Beispiel die Frage, welche Programmiersprache wähle ich? Oder: Auf welchen Plattformen wird mein Programm eines Tages laufen? Soll die Software auf mehreren unterschiedlichen Systemen, wie zum Beispiel Googles Android, Apples iOS oder dem Windows Phone System, funktionieren, empfiehlt sich die Wahl einer plattformunabhängigen Programmiersprache. Oder der Entwickler setzt gleich auf die für das Web vorgesehenen Techniken wie HTML, JavaScript und CSS – sei es als eigenständige oder als webbasierte Anwendung.

"Meiner Meinung nach haben Web-Apps ein paar große Vorteile. Sie sind zum Beispiel immer und überall unter einer Adresse erreichbar. Das geht mit einer betriebssystembasierten Anwendung nicht so einfach."

Überall dort verfügbar, wo es einen Zugang zum Internet gibt, Plattformunabhängig, immer auf dem neuesten Stand – Michael Smith sieht durchaus einige der Vorteile von Anwendungen auf Basis der Webtechnologie. Aber er sieht auch ganz klare Nachteile. Zum Beispiel die Ausführungsgeschwindigkeit der Programme.

"Eines der größten Probleme ist JavaScript. Man kann dessen Leistung nur schlecht messen, aber es ist heute ungefähr mehr als 50 Mal so schnell wie vor vier Jahren. Trotzdem muss es noch leistungsfähiger werden."

Selbst dann steht immer noch mindestens ein Problem im Raum, das native Anwendungen nicht haben: Die Webbasierten Apps benötigen einen Webbrowser zur Ausführung.

"Der Webbrowser an sich ist schon ein ziemlich schweres und kompliziertes Gebilde. Selbst wenn er nichts tut, verbraucht er eine Menge Ressourcen wie Speicher und Rechenzeit. Da sind normale Anwendungen einfach im Vorteil."

Schon heute werden rund sechs Prozent aller Anwendungen mithilfe von HTML, CSS und JavaScript erstellt. Und diese webbasierten Anwendungen werden immer mehr. Dass sie eines Tages herkömmliche Programme ablösen könnten, das glaubt Michael Smith nicht.

"Es ist immer gut, etwas zum Vergleichen zu haben. Wenn es native Anwendungen nicht gäbe, wären wir mit den webbasierten heute nicht so weit. Auch deswegen hoffe ich, dass die nativen Anwendungen erhalten bleiben. Sie helfen uns mit unseren Technologien besser zu werden."



Mehr bei deutschlandradio.de

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Computer und Kommunikation

Open Source SoftwareKritiker zweifeln an der Zuverlässigkeit

Auf einem Computermonitor ist der Binärcode zu sehen.

Open Source Software galt bislang als besonders sicher. Das Prinzip der vielen Augen wurde als weniger anfällig für schwerwiegende Fehler eingestuft. Das hat sich durch die Entdeckung des Programmierfehlers "Heartbleed" geändert.

Googles "Project Shield"Hilfe vom großen Bruder

Passanten vor dem Hauptgebäude des Suchmaschinenunternehmens Google in Mountain View im US-Bundestaat Kalifornien

Um regierungskritische Gegner mundtot zu machen, werden oft ungeliebte Webseiten lahmgelegt. Die Server werden dabei mit einer Flut manipulierter Anfragen überlastet. Schutz vor solch politisch motivierten DDoS-Attacken bietet der Google-Dienst "Project Shields".

Das Digitale LogbuchEin Mobilfunkanbieter-Wechsel mit Tücken

Ein Chip für Mobiltelefone ist Träger verschlüsselter Daten.

Die Mobilfunknummer bei einem Providerwechsel mitzunehmen, ist gar nicht so einfach. Unser Autor Maximilian Schönherr über eine nicht ganz reibungslose Kommunikation mit dem neuen und alten Anbieter.