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Die ekstatische Wahrheit

Der Filmemacher Werner Herzog und sein Verhältnis zur Wirklichkeit

Von Moritz Holfelder

Berline-Jurymitglied Yu Nan und Jurypräsident Werner Herzog (2010). (AP)
Berline-Jurymitglied Yu Nan und Jurypräsident Werner Herzog (2010). (AP)

Der nahe der österreichischen Grenze im bayerischen Sachrang aufgewachsene Werner Herzog glaubte schon immer daran, die Wirklichkeit beeinflussen zu können:

Ende 1973 wanderte er in 22 Tagen von München nach Paris, um die schwerkranke Filmkritikerin Lotte Eisner zu besuchen und damit, in seinem Verständnis, vor dem Tod zu retten.

Tatsächlich lebte die Eisner noch weitere zehn Jahre. Der bayerische Regisseur hat sich in allen seinen Filmen immer mit der Hybris der Menschen auseinandergesetzt, vor allem mit der eigenen.

Eigentlich geht es immer um Werner Herzog selbst, um seinen subjektiven Blick auf die Welt, den im Spielfilm sein Alter Ego Klaus Kinski am radikalsten verkörpert hat, und der im Dokumentarfilm darin besteht, Vorkommnisse, Personen und ihre Aussagen bisweilen sogar frei zu erfinden. Werner Herzog spricht in diesem Zusammenhang von der ekstatischen Wahrheit. Am 5. September wird der Regisseur 70 Jahre alt.

Regie: der Autor
BR 2011

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