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StartseiteAus Kultur- und SozialwissenschaftenDie Erfinder des Rades02.06.2011

Die Erfinder des Rades

Neue Entdeckungen aus der Steinzeit

Die Menschen der Steinzeit in Europa gelten gemeinhin als tumbe Jäger und Sammler, die zwar das Feuer kannten, ihre Faustkeile grob behauen konnten und allenfalls noch mit Speer und Axt umzugehen wussten, aber ansonsten nicht sonderlich innovativ waren. Neuere Forschungsergebnisse zeigen: Das stimmt so nicht.

Von Barbara Weber

In Xaasaa Na' im Süden Alaskas haben US-Archäologen eine Brandbegräbnisstätte aus der Steinzeit gefunden. (Science/Ben Potter)
In Xaasaa Na' im Süden Alaskas haben US-Archäologen eine Brandbegräbnisstätte aus der Steinzeit gefunden. (Science/Ben Potter)

Steinzeit ist der älteste Teil der Menschheitsgeschichte, und der Name ist deshalb vergeben worden, weil Stein das herausragende Arbeitsmaterial gewesen ist, indem ein Großteil der Werkzeuge, so wie sie zu uns jedenfalls überliefert worden sind, gefertigt worden ist. Und das beginnt vor wenigen Millionen Jahren. Die Leute haben zunächst als Wildbeuter gelebt. Sie waren Sammlerinnen und Jäger. Die Jungsteinzeit beginnt zu dem Zeitpunkt, wo unsere Landschaft hier das erste Mal aufgeräumt wurde, als die Menschen begonnen haben, produzierend zu wirtschaften, also Ackerbau und Viehzucht zu treiben und darüber hinaus aber auch gejagt. Die Jungsteinzeit ist vielleicht der Zeitabschnitt, der mit einer der großen Voraussetzungen für unsere heutige Zeit, wie wir wirtschaften, wie wir zum Teil über Wirtschaft denken, geschaffen hat.

"Eine der spektakulärsten Ausgrabungen ist bei uns in den 1930 Jahren durchgeführt worden in Köln–Lindenthal", meint der Archäologe Prof. Andreas Zimmermann von der Universität Köln. Das Areal liege direkt an der Dürener Straße, nur wenige Kilometer entfernt von der Autobahnauffahrt West, im heutigen Grüngürtel.

"Dort wurde tatsächlich das erste neolithische Dorf ausgegraben, das wir neben den Pfahlbauten auch in Süddeutschland kannten, eine der ersten Großgrabungen, die wir in Deutschland durchgeführt haben."

Es ist das älteste jungsteinzeitliche Dorf, das damals freigelegt wurde, bewohnt 5000 Jahre bevor die Römer ihr Imperium errichtet und einen Fuß in diesen Teil der Welt gesetzt hatten.

"Man muss sich das so vorstellen", ergänzt sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr.Karl-Peter Wendt:

"Dass wir dort eine Ansammlung von sogenannten Langhäusern, also Häusern, die eine größere Länge von – sagen wir mal - 20, 25 Metern und vielleicht acht Metern Breite hatten und in verschiedene Wirtschaftsteile und Aufenthaltsbereiche aufgeteilt waren. Ich weiß jetzt nicht die genaue Zahl, wie viele Häuser damals gleichzeitig in Köln–Lindenthal gestanden haben, aber das dürfte wahrscheinlich schon eine größere Siedlung für den damaligen Bereich gewesen sein, was wir bis heute so kennen. Also wir denken, hundert Menschen werden da im Maximum vielleicht gelebt haben, hundertfünfzig Menschen vielleicht maximal."

Die Kölner Siedlung - heute von Wiesen, Büschen und Bäumen überdeckt - ist eine der ältesten hierzulande aus der Jungsteinzeit. Die Menschen lebten in dieser Region in Siedlungen, lange bevor die Bewohner Süd- oder Norddeutschlands sesshaft wurden. Nach der Keramik, die sie geformt und verziert haben, werden sie Bandkeramiker genannt.

"Bei uns in Mitteleuropa beginnt die Jungsteinzeit in der Mitte des sechsten Jahrtausends."

Vor Christus, wohlgemerkt.

"Die Zeit, in der die meisten Menschen tatsächlich von der produzierenden Wirtschaftsweise leben. Von Mitteleuropa aus gesehen beginnt der Prozess der Neolithisierung im Nahen Osten, im fruchtbaren Halbmond, also zwischen dem Mittelmeer und Mesopotamien, dort entsteht nach dem Ende der Eiszeit."

Also vor etwa 10.000 Jahren.

"Zunächst Ackerbau und dann durch die Sesshaftwerdung, durch die Möglichkeit, mehr Kinder zu haben usw., entsteht später dann tatsächlich die Viehhaltung. Und beides, Viehhaltung und Ackerbau, kommen bei uns in einem Paket dann noch mit der Keramik in der Mitte des sechsten Jahrtausends in Mitteleuropa an. Das ist so ein Ausbreitungsprozess, wo sich die Wirtschaftsweise mit ein bis zwei Kilometern pro Jahr ausbreitet. (W) Wo eh auch eine der großen Fragen ist, die, glaube ich, noch nicht endgültig geklärt ist", gibt Karl-Peter Wendt zu Bedenken, "ob Bandkeramiker nur gegangen sind oder ob sich die Kultur mit aus dem ukrainischen Becken wirklich in Persona ausgebreitet hat oder ob das nicht auch teilweise durch die Übergabe von Wissen passiert ist. Also die Kollegen, die sich mit der Untersuchung alter DNA beschäftigen, die sind sich sehr sicher, dass der größte Teil oder vielleicht alle Menschen eingewandert sind."

Wie viel Menschen dann in der Jungsteinzeit gelebt haben, das hat Prof.Andreas Zimmermann kürzlich nach einer komplizierten mathematischen Methode ausgerechnet, die er bei den Geographen, die sich häufiger mit Bevölkerungsdichten beschäftigen, entliehen hat:

"Für Mitteleuropa habe ich aufgrund unserer Zahlen tatsächlich mal 16.000 Menschen zu einem Zeitpunkt ausgerechnet. Also für mich sprechender sind solche Zahlen wie Einwohner pro Quadratkilometer, und da ist unser aktueller Wert, dass wir in der Bandkeramik 0,6 Einwohner pro Quadratkilometer haben, plus minus 0,1. Also zum Vergleich: In Nordrhein Westfalen hatten wir vor zehn Jahren 450 Einwohner pro Quadratkilometer, also das sind die Größenordnungen."

Band- , Tiefstich- , Schnur- , Stacheldraht- , Glockenbecher - die Keramiken, die Kulturen oder womöglich jungsteinzeitlichen Völker, die hierzulande zwischen 5500 und 2000 Jahren vor Christus lebten, haben fantasievolle Namen. So drängt sich der Eindruck auf, dass die Klassifikation der Neolithiker über ihre Produkte erfolgt, sie von den Archäologen quasi über ihr Geschirr identifiziert werden.

Nicht ganz falsch - meint Karl-Peter Wendt - so zeige sich, dass die typische Verzierung auf der Keramik, "wirklich ein Merkmal ist, dass sich eben von dem Pariser Becken bis ins Karpatenbecken hinzieht und damit auch einen gewissen gemeinschaftlichen Anstrich gibt. Man könnte sich das so vorstellen, wie eine Coca Cola Flasche heutzutage so ein Ausdruck westlicher Lebensart ist, so war auch das vielleicht, also diese Art Töpfe zu produzieren und zu verzieren, eben ein Ausdruck eines - ja, man könnte vielleicht auch sagen, eine Art von Zusammengehörigkeitsgefühl. Wobei aber", fällt ihm Andreas Zimmermann ins Wort, "diese Begriffe sind nach der Keramik erzeugt. Es ist allerdings auch so, dass Häuser, Bestattungswesen, ja, Landwirtschaftsweise und auch andere Technikbereiche schon charakteristisch sind für diese Begriffe, um eben sich gegenseitig zu verständigen, hier habe ich dieses ausgegraben, hier habe ich jenes ausgegraben."

Wie die Menschen lebten - Steinzeit am Bodensee

An den Ufern des Bodensees siedelten seit dem vierten Jahrtausend vor Christus Neolithiker. Wie die Menschen damals gelebt haben, lässt sich anschaulich nachvollziehen: Am Rande eines Landschaftsschutzgebietes idyllisch gelegen, präsentiert sich das Pfahlbaumuseum von Unteruhldingen. Schon im 19. Jahrhundert entdeckten Bewohner rund um den Bodensee Pfähle. Nachforschungen von Freizeitgrabern brachten bald Erstaunliches zutage: Steinwerkzeuge, Keramik, Gewebe und Metallgegenstände. Angestachelt von den Funden entwickelte sich ein regelrechter Ausgrabungstourismus.

Um dem Wildwuchs und den systematischen Plünderungen Einhalt zu gebieten aber auch aus Gründen der Volksbildung, beschlossen engagierte Wissenschaftler und Heimatkundler 1922 den Bau eines Pfahlbaumuseums. So entstand nach den Vorstellungen der verschiedenen Forschergenerationen bis heute am Ufer ein Pfahlbaudorf in einer Landschaft, die in der Steinzeit wohl ähnlich ausgesehen hat.

"Wir haben ja etwa durch die botanischen Möglichkeiten hier eine sehr gute Ausgangslage, um Uferlandschaft zu rekonstruieren, zu zeigen, wie der Mensch eingegriffen hat in den Wald, was er angebaut hat, und das sehen Sie hier auch nachgebaut."

Privatdozent Dr. Gunter Schöbel ist Direktor des Museums:

"Einen Schilfbestand mit dazwischen stehenden Weiden. Das sind Mandelweiden und Silberweiden. Der Röhrich baut sich von der Uferlinie ausgehend auf. Sie sehen im Gelände die ersten ehemaligen Strandwälle, wo es dann etwas trockener wird, wo dann auch mal eine Eiche wachsen kann oder eine Linde wachsen kann, wo wir dann auch die ersten Ackerflächen haben. So müssen Sie sich auch die Uferlandschaft vor 5000 oder 6000 Jahren hier vorstellen. Die Menschen siedelten genau an der Wasserkante. Die Häuser waren von Wasser umspült, mal mehr, mal weniger, und man nutzte diesen kleinteiligen, doch sehr vielfältigen Raum, so gut es ging."

Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass die Menschen im Winterhalbjahr Baumholz geschlagen haben, um dann im Frühjahr mit dem Hausbau zu beginnen. Die Pfähle können ohne großen Aufwand von zwei Personen in den Seeboden eingedreht werden - das stellten experimentell arbeitende Archäologen des Museums fest. War der Grund zu schlammig und drohten die Pfähle einzusinken, befestigte man Schlammplatten zur besseren Gewichtsverteilung.

So entstand ein Pfahlgerüst, auf dem mit Hilfe von Bastschnüren, Waldreben und Weiden eine Bodenplattform befestigt werden konnte. Darauf errichteten die Menschen einen Holzbau, abgedichtet mit Lehm. Über die Dachabdeckung gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Vermutlich fanden Rinden, Zweige oder Schilfgras Verwendung.

Solche Pfahlhäuser hielten zehn bis fünfzehn Jahre. Das ergaben Experimente der Wissenschaftler des Museums. Die vermuteten auch grobe Holztüren an den Eingängen. Dass die Forscher damit richtig lagen, belegen neuere Funde aus der Schweiz: Dort entdeckten Archäologen bei Ausgrabungen nämlich Überreste von steinzeitlichen Türen, die ähnlich wie unsere heutigen Türen funktionierten.

"Lassen Sie uns eintreten! Poh! Hier ist es immer recht kühl. Also ich hätte gerne im Sommer hier gewohnt, im Winter wäre es hier einfach zu feucht gewesen. Sie merken das schon? Diese Wände! Diese dicken Lehmwände, die die Feuchtigkeit und die Kälte in der Nacht speichern."

Es ist kalt an diesem frühen Morgen. Die Sonne bringt die ersehnte Wärme erst gegen Mittag.

"Wir sind hier in einem Vorraum, der natürlich inszeniert ist, der aber zeigt, wie man sich einen Ofen, einen dieser Kuppelbacköfen, vorstellt, was man an Materialien, an Küchengeräten so alles gefunden hat: von den Töpfen, Krügen, Körben, bis hin zu Mahlsteinen führt dies."

Wie Experimente gezeigt haben, eignen sich die Backöfen nicht zum Dauerheizen für das kalte, feuchte Haus. Sie erhitzen den Boden so stark, dass der Lehmuntergrund mit den darunter liegenden Holzbohlen durchbrennt.

Diese Erfahrung machten auch die neolithischen Pfahlhausbesitzer: Vermutlich scheiterte schon der Versuch, das Haus durch Wärme ein wenig wohnlicher zu machen, denn Brände - wie Funde belegen - gehörten zum Alltag der damaligen Bewohner.

Gunter Schöbel deutet auf eine Holzkonstruktion über dem Backofen.

"Auf dem Trockengestell sehen Sie hier wichtige Kräuter oder auch Beeren, die man im Sinne einer Vorratshaltung hier gehalten hat. Wenn wir den Blick auf die andere Seite wenden, sehen Sie Fischereigeräte. Und das sieht zum Teil ja so aus, wie wir heute noch Gerätschaften auch ethnologisch fassen können."

Fisch scheint ein beliebter Bestandteil des Speiseplans gewesen zu sein. So nutzten die Menschen der Jungsteinzeit unterschiedlichste Möglichkeiten, an die begehrte Kost zu kommen.

"Dieses korbartige Gerät ist eine Fischreuse, in welcher der Fisch hineinschwimmt aber nicht mehr herauskommt. Hier sehen Sie ein einfaches Fischernetz."

Nach den unterschiedlichen Gerätschaften zu urteilen, versprach der Bodensee für Fischer reiche Beute

"So ein Spieß ist wunderbar geeignet, um etwa einen Hecht zu stechen, ein Laichräuber, der sich hier zwischen den Pfählen der Palisade zu schaffen macht. Die Harpune - es gibt die unterschiedlichsten Ausführungen, gleich dem, was Sie heute auch noch kennen. Das sind Kompositgeräte, die einen festen Stab haben, in der Regel aus Eschenholz und einen Aufsatz aus Hirschgeweihmaterial mit furchterregenden Spitzen und Zacken. In dem Fall sind das jetzt festverklebte, die mit einem Stift und mit Birkenteer am Schaft festgemacht sind."

Birkenrinde ist der Klebstoff der Steinzeit und scheint - so belegen Funde - sehr beliebt gewesen zu sein.

Nicht belegt hingegen sind Fenster, wie eins im zweiten Raum des Hauses angebracht ist. Die kleine Öffnung haben die Museumsmacher mit einer Tierhaut verschlossen. Sie taucht den Raum in Dämmerlicht.

"Was bekannt ist und auch immer wieder auftritt ist, dass an den Längswänden Abfallhaufen an diesen Häusern erkannt werden, wo man sich immer fragt, ja wie kommt denn da der Abfallhaufen hin, wenn da kein Loch in der Wand war. Also es muss Öffnungen gegeben haben. Sonst sind das ja dunkle Räume. Man sieht nichts. Das stört uns heute, aber das hat bestimmt die Menschen in der Steinzeit nicht gestört, weil sie sich einfach nicht so viel in den Häusern aufgehalten haben sondern eher außen. Das hat sich ja völlig gedreht. Heute sitzt der Mensch im Haus und geht nur ab und zu nach außen. Damals war es gerade andersherum."

Der Museumsdirektor hat keine Zweifel: Der Steinzeitmensch war abgehärteter als seine heutigen Nachfahren. Allerdings müsse man auch bedenken, dass die Menschen selten älter als 35 Jahre wurden. Die Kindersterblichkeit war hoch.

Wo die Pfahlhausbewohner ihre Sachen deponierten, ist noch nicht geklärt.
Weder Schränke noch Regale sind nachgewiesen.

"Es gibt aber Bretter, und es gibt Bettstellen, es gibt da einen Unterbau, und das ist, denke ich, ja auch sehr verständlich, wenn Sie hier - Sie frieren ja auch schon - in diesem etwas feuchten Raum sind. Sie müssen schauen, dass Sie vom Boden wegkommen. Komfortbetten sind das bestimmt nicht. Es sind einfache Lagerplätze, die man hier an den Ecken etwas aufgepolstert durch Blätter, durch Rinden und auch ein wenig Stroh, belegt mit Fellen, sich hier vorstellen muss."

Woher wissen wir das alles? Generationen von Ur- und Frühgeschichtlern, von Archäologen und Botanikern, Anthropologen und Geografen, haben die Uferregion erforscht. Ihr Wissen fließt ein in die Ausstellungen der verschiedenen Museen am Ufer des Bodensees.

Die Originalfundstätten - etwa hundert Fundstellen wurden bis heute am deutschen und schweizerischen Ufer erfasst - sind den meisten Museumsbesuchern hingegen unbekannt.

Das gilt auch für den kleinen Ort Sipplingen. Sipplingen lebt heute vom Tourismus. Es steht zu vermuten, dass unter dem Jachthafen der ein oder andere steinzeitliche Fund noch schlummert. Vielleicht liegt es auch am milden Klima, dass sich die Uferregion im Neolithikum so großer Beliebtheit erfreute.

Heute forscht hier das Stuttgarter Landesamt für Denkmalpflege unter Leitung von Dr.Helmut Schlichtherle.

Die vor Ort tätigen Archäologen arbeiten im Winterhalbjahr bis Ostern, um dann den Touristen Platz zu machen. Das erfordert eine gute Ausrüstung, denn gegraben wird unter Wasser. Das ist hierzulande bekanntermaßen im Winter eisig.

Deshalb tragen die Archäologen wasserdichte Taucheranzüge und darunter dicke Skiunterwäsche. Um das Gesicht vor dem kalten Wasser zu schützen, benutzen sie Gesichtsmasken, die die empfindliche Haut komplett abdecken.

"Das ist jetzt unsere tägliche Ausfahrt. Wir haben hier eine Anlegestelle. Bis zu unserer Arbeitsstelle sind es so etwa 500 Meter bis ein Kilometer. Wir machen pro Tag einen Tauchgang von drei Stunden, das heißt, mit Tauchgang und An- und Ausziehen und zum Transport, zur Grabungsstelle, dauert etwa der Tauchgang vier Stunden. Der Rest ist Büroarbeit, Dokumentation, Zeichnen, Tagebuch führen und so weiter"
Der Unterwasserarchäologe Adalbert Müller leitet die Grabung vor Ort.

"Sie sehen jetzt hier die ganze Sipplinger Bucht. Also das ganze Pfahlfeld hat insgesamt so etwa 25.000 Quadratmeter Größe, und wir haben dieses Jahr an verschiedenen Stellen der Bucht gearbeitet. Wir haben ganz im Osten gearbeitet und arbeiten jetzt hier in der Nähe der Hafenausfahrt. Wir sind auf unserer letzten Arbeit, die wir vor Ostern noch machen wollen."

Unterwasserarchäologie muss gelernt sein. Dr.Marcus Heinrich Hermanns von der Universität Köln ist schon ausgebildeter Unterwasserarchäologe. Melanie Janik, Studentin der Archäologie im achten Semester, macht hier ihre Unterwasserausbildung.

Nach der Ankunft am Grabungsort mühen sich beide, ein Aggregat aus dem Boot auf eine Plattform in Ufernähe zu stellen.

"Wir bauen jetzt das Aggregat auf für unsere Pumpe."

"Wir haben unter Wasser verschiedene Hilfsmittel. Das sogenannte Strahlrohr und das sogenannte Dredge. Damit können wir gewährleisten, dass die Sicht unter Wasser immer sehr gut ist. Sobald wir mit der Hand Sedimente oder Schlick aufwedeln, schweben die auf, und wir würden nichts mehr sehen, und durch das Strahlrohr können wir gewährleisten, dass wir Sicht haben beim Arbeiten, und mit der Dredge wird einfach das Sediment, was abgegraben wird, wird eingesaugt und von unseren Fundnetzen aufgefangen."

Zwischenzeitlich steht das Aggregat und wird in Betrieb genommen, damit Strahlrohr und Dredge funktionsfähig sind.

Die beiden Unterwasserarchäologen schwimmen über der Fundstelle.
Auf einer Unterwassertafel führen die Wissenschaftler Buch. Alles muss genau dokumentiert werden, denn Ausgraben heißt auch Zerstören. Die Archäologen halten exakt fest, wo welcher Fund gemacht wird, wie der, den jetzt Dr. Irenäus Matuschik vom Landesamt für Denkmalpflege Stuttgart in der Hand hält. Er beaufsichtigt die wissenschaftliche Aufarbeitung der Funde in der Außenstelle Hemmenhofen.

"Wir sind hier im Bereich von Schichten zwischen etwa 3200 und 2850 vor Christus. Das ist eine grobe Keramik, wie sie für die sogenannte Horgener Kultur typisch ist, dickwandig, grob gemagert. Im Regelfall handelt es sich um steilwandige Töpfe bei den Keramikfunden. Wir finden auch Funde aus organischem Material: Textilien, Rindengefäße, es sind auch Beilschäfte dabei aus Holz und natürlich verschiedenste Felsgestein, Feuerstein, Knochen und Hirschgeweihartefakte."

Wie die Menschen lebten - Steinzeit in Oldenburg

Rund 950 Kilometer nördlich vom Bodensee liegt Schleswig-Holstein. Auch in Schleswig-Holstein lebten Menschen in der Steinzeit. Sie hatten es mit der Sesshaftwerdung nicht ganz so eilig wie ihre Verwandten vom Bodensee. Warum die Jungsteinzeit nördlich von Hannover erst später begann, dafür hat Prof. Johannes Müller, Direktor des Instituts für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Kiel, eine plausible Erklärung: Der Boden war nicht so fruchtbar und deshalb mühsam zu bearbeiten. Einen weiteren Aspekt führt er an: So wären die norddeutschen Neolithiker zwar nicht per se faulere Menschen, aber:

"Ich würde sagen, vielleicht etwas bequemer. Ich meine, man muss sich darüber bewusst sein, dass natürlich der Übergang zur bäuerlichen Lebensweise nicht nur Vorteile bringt, sondern dass sich der Mensch wesentlich stärker als vorher selber domestiziert, das heißt, er bindet sich ein in den bäuerlichen Arbeitsrhythmus, wo er an gewisse Jahreszyklen wesentlich stärker gebunden ist als die vorhergehenden Wildbeuter. Er muss viel intensiver in seiner sozialen Gruppe standortgebunden leben. Er muss wesentlich mehr "Arbeiten" als das vorher der Fall ist, um seine Nahrung, um seine Subsistenz zu erlangen. Gut, in diesem Sinne war der norddeutsche Raum vielleicht etwas energiebewusster, was die eigene Freizeit betrifft."

Johannes Müller koordiniert das DFG-Schwerpunktprogramm "Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung". Dabei geht es um Großsteingräber in der Jungsteinzeit und darum, ob es womöglich schon eine Hierarchiebildung in der Gesellschaft gab.

Um zu verstehen, wie die Menschen in Norddeutschland im Neolithikum gelebt haben, wird im Rahmen des Forschungsprojektes auch hier gegraben:

"Wir sind jetzt hier nahe Oldenburg, Stadtteil Dannau, auf einem Feld, was hier direkt am Rand des sogenannten Oldenburger Grabens liegt," erklärt der Archäologe Dr. Martin Furholt:

"Das ist eine ehemalige Inselsituation im Neolithikum, eine Siedlung, also im späten 4. Jahrtausend eine Siedlung, die hier gelegen hat, die nahe dieses damals vorhandenen Fjordes gelegen war. Es handelt sich um eine eher kleine Siedlung. Die Insel als solche hat ungefähr ein, anderthalb Hektar. Wir haben bisher Reste von drei Häusern gefunden in diesem Grabungsschnitt. Wenn man hochrechnet kann man vielleicht von zehn, fünfzehn Häusern ausgehen, die hier gelegen haben. Also wenn man dann vielleicht mit fünf Leuten pro Haus rechnet, dann kann man sich ungefähr vorstellen, wie viele Leute es gewesen sind."

Die Häuser waren unterschiedlich groß. Während in Köln von den Bandkeramikern geräumige Langhäuser überliefert sind, am Ufer des Bodensees die Menschen eher kleinere Pfahlbauten errichteten, ist das Bild in Dannau uneinheitlich:

"Also wir hatten hier zunächst einmal ein etwas kleineres Gebäude, was sich durch ein Grubenhaus mit abgesunkenen Fußboden ausgezeichnet hat. Das waren etwa drei mal vier Meter, also ein kleineres Haus, während wir dann weiter nach hinten größere Häuser gefunden haben, die etwa sechs, sieben Meter mal drei, vier Meter gemessen haben. Die waren aus Holz gebaut, mit Pfostenbauweise, wahrscheinlich mit Flechtwerk und Lehmbewurf als Wandkonstruktion."

Ein steinzeitlicher Brunnen kam zutage und - eine kleine Sensation - ein vollständig erhaltenes Frauenskelett aus einer siedlungsnahen Bestattung, allerdings ohne Beigaben.

In den Häusern fanden die Ausgräber das, was für eine Jungsteinzeitsiedlung typisch ist, so der Archäologe Jan Piet Brozio:

"Also wir haben das ganze Spektrum der neolithischen Geräte hier vorliegen, das heißt, wir haben Klingen, wir haben Beile, wir haben dann aber auch Bernstein, sehr viel Keramik, die uns erlaubt, den Fundplatz typenchronologisch einzuordnen. Daneben haben wir über die botanischen Proben das Spektrum der Agrarwirtschaft vorliegen. Über die Knochen können wir einen Eindruck bekommen über die Verwendung von Tieren in der Zeit und zum anderen über bodenkundliche Untersuchungen haben wir Aufschluss darüber bekommen, wie der Platz vor ungefähr 5000 Jahren hier ausgesehen hat: Wir haben es hier mit einer Inselsituation zu tun, die immer mehr von der ansteigenden Ostsee verlandet worden ist."

Vor Ort, direkt am Fundplatz: Jan Piet Brozio und sein Team waschen und durchspülen in sieben zunächst die kleinteiligen Funde.

Typisch für den Siedlungsplatz ist die Keramik, dickwandig und unverziert, grob gemagert sagen die Archäologen. Überwiegend stammt sie von großen Gefäßen aber auch Tellern und Schalen.

"Was sehr interessant ist an dem Fundplatz, dass wir hier die Möglichkeit haben aufgrund der vielen Mahlsteinfragmente, einen Eindruck zu bekommen über die neolithische Lebensweise, über die Verarbeitung von Getreide. Wir sind hier in einem Gebiet, wo wir zum einen das Mesolithikum fassen können, also die Jäger und Sammlerkulturen, und dann den Übergang zu den Ackerbauern. Zehn Kilometer entfernt befindet sich ein ganz anderer wichtiger Fundplatz, der wurde in den 1980er, 1990er-Jahren untersucht, und da haben wir genau diesen Übergang von Jägern und Sammlern zu Ackerbauern. Und hier haben wir, zehn Kilometer weiter, nun eine Siedlung, die wir nun mit reinen Ackerbauern in Verbindung bringen."

Aber auch die haben - das zeigen die Funde - gejagt und gesammelt.
Alles, was die Forscher aus dem Boden holen, kennzeichnen und verpacken sie in kleine Plastiktütchen. Einige größere Säcke bergen ungefilterten Boden, der an der Universität Kiel von den Botanikern näher untersucht wird auf Samenspuren, Pflanzen und Fruchtreste.

"Ja, soll ich schon mal was reinnehmen ins Institut?"

"Ja, gerne, Du kannst die Probe mitnehmen, die botanische Probe."

"Ja."

"Dann kann die gleich durchgeschlemmt werden."

"Ja, sehr gut. Also dann schönen Tag noch, tschüss!
Tschüss!"

"Also die gute Erhaltung hier dieser botanischen Proben ist sicherlich eine der großen Stärken, die dieser Fundplatz hat. Wir sind in der Lage, durch diese große Zahl von Getreidekörnern oder auch von Resten von Sammelpflanzen uns wirklich ein Bild davon zu machen, welche Pflanzen die Leute angebaut haben, was gesammelt wurde, wie die Wirtschaft und die Ernährung organisiert waren und das in einer zeitlichen Tiefe, das ist wirklich eine sehr gute Sache."

Bratäpfel und andere Leckereien - Wovon die Menschen gelebt haben

Der Archäologe Martin Furholt wird am Institut schon erwartet. Auf dem Hof kommt ihm Stefanie Kloss entgegen, die eigentlich gerade an ihrer Doktorarbeit sitzt. Eine willkommene Abwechslung von der Arbeit am Schreibtisch winkt:

"Hallo Stefanie! Wir haben hier eine Probe mitgebracht aus Oldenburg."

"Oh ja!"

"Die könnt' Ihr Euch ja schon mal vornehmen!"

"Zehn Liter Sand. Sehr gut, machen wir, mit unserer neuen Maschine geht das ganz schnell."

"Wir gehen jetzt zu unserer neu gebauten Schlemmmaschine, die wir zunächst auf unserem Hof des Institutes aufgebaut haben, die wird dann noch woanders hingestellt, und werden diese Probe durchschlemmen," verkündet sie und schnappt sich den Sack.

An der Flotationsmaschine hat sich jetzt auch Juniorprofessorin Wiebke Kirleis eingefunden. Die Beiden sind ein eingespieltes Team:

"Die Bodenprobe wird hier oben auf die Siebunterlage geschüttet, von unten strömt Wasser in den oberen Behälter und schlemmt die Probe auf. Das müsste doch jetzt gleich soweit sein, dass das Wasser noch höher steigt."

"Ja, man sieht schon was. Man sieht einige verkohlte Dinge, die in dem Sieb aufgefangen werden. Die Siedlung in Dannau ist ja auf einer Dünengruppe gelegen, sodass anders als im Bodenseebereich wir hier nur trocken erhaltene, also verkohlt erhaltene Pflanzenreste antreffen. Unverkohltes haben wir nur in Feuchtgebieten zu erwarten. Also wir haben hier nur das verkohlte Material, alles, was in einem Siedlungsumfeld verkohlen kann."

Samen, Früchte und kleine Wurzelreste finden die Wissenschaftlerinnen in den feinen Sieben. Aus dem Hof geht es dann ins Institut. Wiebke Kirleis steht in einem Raum mit hohen Regalen:.

"Die Bodenproben, die wir durchgeschlemmt haben oder flotiert haben, werden hier im Trockenregal ausgelegt, auf Zeitungspapier ausgeschlagen und da wir ja mit verkohlten organischen Resten rechnen, trocknen die hier vor sich hin, das dauert so zwei Tage, mal drei Tage und Sie sehen (Atmo) hier das flotierte Material. Es ist immer noch einiges an Wurzeln und an Organik, die noch nicht deutlich zu identifizieren ist, das sieht ein bisschen amorph aus, aber darin verstecken sich dann die verkohlten Samen und Früchte."

Was dann letztlich unter dem Mikroskop sichtbar wird, sind Getreidereste wie die Nacktgerste, Emmer, seltener Einkorn, das in Norddeutschland wohl nicht so gebräuchlich war. Obst können die Botaniker schwerer ausmachen, da es selten verkohlt. Es gibt aber eine Ausnahme:

"Da ist aus Oldenburg Dannau was ganz besonderes zu nennen: Dort haben wir nämlich einige Holzäpfel gefunden. Das sind die Wildäpfel, sehr klein, die sind so zwei bis vier Zentimeter im Durchmesser, wie das auch zu erwarten ist. Und diese Äpfel sind irgendwie zur Verkohlung geraten. Obst findet man sonst selten in dem archäobotanischen Material, weil es roh gegessen wird. Bei den Äpfeln scheint es anders gelagert gewesen zu sein, denn vermutlich sind die gedarrt worden, und beim Darren gab es einen Darrunfall, und das Material ist dann verkohlt."

Was die Botanikerin verwundert: Normalerweise werden Äpfel auch von Tieren gerne verspeist. Da die Archäologen das Obst in größeren Mengen gefunden haben, geht Wiebke Kirleis davon aus, dass die Bäume - vielleicht mit einem Zaun - geschützt wurden.

"Gut, wir kriegen Hinweise aus den Siedlungen über die frühe Wirtschaftsweise der Leute. Wir finden dort die Pflanzenreste, die verarbeitet worden sind zur Nahrungszubereitung. Wir haben wenig Hinweise auf Vorratshaltung. Wir finden aber eben die Gerstenkörner, die weiterverarbeitet worden sind. Gerstenmehl geht nicht so gut auf. Man muss davon ausgehen, dass Gerste als Brei gegessen worden ist oder als Fladen verarbeitet worden ist, sodass wir mit Fladenbroten zu rechnen haben. Aber solcherlei Brote findet man herzlich selten im archäobotanischen Material und in den Ausgrabungen."

Auch nachdem die Menschen der Jungsteinzeit sesshaft wurden, wollten sie auf das Sammeln von wilden Früchten, Samen und Nüssen nicht verzichten

"Zu den anderen Sammelpflanzen, die regelmäßig genutzt werden oder wurden, gehören die Himbeere und die Brombeere."

Es gibt aber auch außergewöhnliche Funde, "wie wir sie aus der Siedlung oder dem Lagerplatz Wolkenwehe kennen. Und zwar hat man dort das genutzt, was in der unmittelbaren Umgebung wuchs. Wolkenwehe ist ein besonderer Fundplatz, der in einem Moorgebiet gelegen ist, wo eine Salzquelle auch zugegen ist, zutage tritt, und dort finden wir verkohlte Samen der Teichrose - und was haben wir noch gefunden? Also Dinge, die wirklich aus dem Feuchtgebiet selber stammen und genutzt worden sind. Also wir müssen bei den Sammelpflanzen nicht nur an Obst denken, sondern an allerlei Süßgräser, deren Körner auch zu Mehl verarbeitet werden und dann verspeist werden können."

Also womöglich das erste süße Gebäck? - So weit will die Botanikerin nun doch nicht gehen.

Aber ein anderer Aspekt ist ihr wichtig: Aus den Funden werde klar ersichtlich, der Neolithiker lebte nicht als Vegetarier. Er hätte gar nicht überleben können, wenn er auf Fleisch und Fisch verzichtet hätte. Korn mit Mahlsteinen zu malen - und das gilt nicht nur für die Gerste, ist ein aufwendiger Prozess, wie wiederum die Experimentalarchäologie zeigt.

"Das Korn ist natürlich nicht die einzige Nahrungsquelle der Neolithiker hier im Norden gewesen. Der Mensch hat ganz gemischt gegessen. Er hat gesammelt, er hat Anbau betrieben und er hat seine Haustiere gehalten und darüber hinaus aber auch gejagt."

Worüber die Menschen grübelten - Die Erfinder des Rades

Es ist noch gar nicht so lange her, da galt der Mensch der Steinzeit als tumber Geselle, der gerade mal ein Feuer entfachen konnte, grobes Steinwerkzeug herstellte und auf die Jagd ging.

Die Entdeckung der Schöninger Speere in Norddeutschland brachte dann einige lieb gewordene Vorurteile ins Wanken. Die Speere datieren nämlich auf 400.000 Jahre und belegen, dass der damalige Mensch schon sehr koordiniert in der Gemeinschaft jagte, in dem Fall Wildpferde. Das wiederum setzt ein hohes Maß an intellektuellen Fähigkeiten voraus.

In der Jungsteinzeit - also nach neuerer Datierung etwa zwischen 5500 und 2000 vor Christus - gestand man unseren Vorfahren immerhin die Erfindung von Ackerbau, Viehzucht, Töpfern und Nähen zu. Das gilt auch für Spindel und Webstuhl.

Doch bis vor wenigen Jahren hieß die unumstößliche Lehrmeinung: Die wirklich großen Innovationen wie die Erfindung des Rades wurden nicht in Mitteleuropa gemacht sondern kamen aus Vorderasien.

Auch das lässt sich so eindeutig nicht mehr sagen, denn neuere Funde führen zu ganz anderen Interpretationen.

Wie die Entwicklung hierzulande stattgefunden haben könnte, lässt sich am Bodensee nachvollziehen:

"Das hier, sozusagen zwei Bretter in V-Form, verbunden mit mehreren Stegen, ergibt eine Schleife. Da sind vorne zwei Ochsen dran gespannt worden. Man konnte mit diesem Teil schwerere Lasten bewegen, größere, schwerere Lasten weitere Wege, Entfernungen."

Rolf Auer ist Zimmermann im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen. Am Ufer unweit der Holzhäuser beginnt sein Reich: Neben der Werkstatt gibt es ein Freigelände, umsäumt von einer Hecke. Hier stehen einige Geräte, Nachbauten steinzeitlicher Vorbilder. Einerseits will man Besuchern einen Eindruck verschaffen, andererseits kann experimentelle Archäologie sich hier erproben, zum Beispiel feststellen, wie funktionsfähig bestimmte Geräte waren.

"Jetzt war das natürlich die einfachste Methode, damals im Gelände, wo es keine Straßen gab, zum irgendetwas befördern. Aber irgendwann ist man drauf gekommen, es muss doch auch was Einfacheres geben. Und da ist man auf die Räder gestoßen. Man hat Räder gebaut, wie sie hier eines zum Beispiel sehen. Das hier ist eine Nachbildung. Man hat große Scheiben genommen. Wir sagen Bretter. Meistens sind die nicht so breit gewesen, die musste man aus zwei Teilen zusammensetzen, hat in der Mitte eine Bohrung gemacht für die Achse."

Die aber eine Besonderheit aufweist:

"Hier war die Bohrung nicht rund, sondern sie wurde viereckig eingebaut. Und jetzt das diese Bretter zweiteilig sind, würde eins sofort wegkippen. Das heißt, man hatte keine Nägel, keine Schrauben damals gehabt. Das musste man anders befestigen. Hier hat man Randleisten eingebaut, Randleisten, die sind schwalbenschwanzförmig eingenutet gewesen. Sie sehen es hier, keine geraden Schnitte, sondern schräge Schnitte. Diese Nuten hat man in das Holz rein gemacht und diese Leisten dann angepasst und eingeschoben."

Rolf Auer ist Spezialist in diesen Dingen. Er baut Geräte aus der Steinzeit nach, zum Teil mit steinzeitlichen Werkzeugen.

"Ein Rad war doch komplizierter zum Bauen, wie wenn man eigentlich nur eine Holzscheibe nehmen würde, man kommt bis zehn Meter, dann bricht es auseinander. Da ist die ganze Arbeit dahin. Da hat man diese Leisten eingesetzt, um diese Stabilität von diesem Rad zu erhöhen. (Atmo) Die Achse - ist hier unten über Hölzer festgebunden worden. Hier an diesem Wagen wurde sie mit Holznägeln befestigt."

Der Zimmermann deutet auf andere Wagen, die unter dem Vordach stehen.

"Wir haben auch andere Wägen, da ist sie mit Seilerich festgezurrt. An diesem Wagen ist die Besonderheit: Hier bewegt sich die ganze Achse, durch das, dass die Radnarbe viereckig ausgebildet worden ist, kann das Rad sich nicht auf der Achse drehen, sondern hier muss sich die komplette Achse drehen. Es gibt auch Räder, wie zum Beispiel bei dem Modell da drüben, da drehen sich nur die Räder, nicht die Achse. Die Achse ist starr. Die Räder drehen sich. Und hier dreht sich das Rad mit der Achse. Das ist alles miteinander verbunden. Hier ist natürlich ein erhöhter Verschleiß im Wagen vorhanden. Da ist man dann später mal besser drauf gekommen und hat gesagt hoppla! Wie könnt' ich das anders gestalten, und da hat man die Achsen so gebaut, dass die Räder auf den Achsen drehen."

Es erfordert einige Anstrengung, den Wagen fortzubewegen. In der Steinzeit fehlten zudem befestigte Wege. Dicke Knüppel- oder Bohlenwege waren schwer zu befahren.

Der Wagen, den Rolf Auer zieht, trug eine Last von bis zu einer halben Tonne.

Dieser Vorteil macht sich auch im Siedlungsbau bemerkbar. Dr. Irenäus Matuschik vom Landesamt für Denkmalpflege Stuttgart:

"In einer frühen Phase waren die Häuser zu solchen uferparallelen Reihungen angeordnet. Und Sie sehen, das Ganze Siedlungsareal ist sehr dicht bebaut. Das ist natürlich eine Fußgängersiedlung. Ab dieser späten Horgener Kultur ab etwa 2900 vor Christus haben wir solche Häuserzeilen, die sich auf Zuwegungen beziehen, wobei es mehrere solcher Zuwegungen waren. Das sind im Prinzip Straßendörfer, ein Reflex auf die frühesten Wagen."

Aus dem dritten Jahrtausend vor Christus datieren auch die in Norddeutschland gefundenen Wagenteile - erklärt Prof.Mamoun Fansa, Direktor des Museums Natur und Mensch in Oldenburg, und berichtet von zwei Wegen "aus der Zeit um 2600 vor Christus, und neben diesen Wegen hat man Wagen und Wagenteile oder Radreste gefunden, so wie zum Beispiel Achsen und Scheibenräder."

Diese Funde zeigt das Museum in seiner Dauerausstellung.

"Die Räder in der Jungsteinzeit in Nordwestdeutschland waren separat gebaut und sind in eine Achse hineingeführt, sodass die Räder um die Achse sich drehen. Das ist eigentlich eine Errungenschaft, die in Norddeutschland eindeutig nachgewiesen worden ist, wo es dann eventuell dazu eine Parallele gibt im vorderen Orient, aber etwas später."

Mamoun Fansa stammt aus Syrien und hat in seinen Arbeiten immer wieder das Thema Orient und Okzident aufgegriffen. Schon 2004 stellte er in einer umfangreichen Ausstellung erst mals die Frage nach dem Ursprung des Rades.

"Nicht, weil ich aus dem Orient stamme, muss ich zwangsläufig die These, die eigentlich bis jetzt immer noch herrscht, dass das Rad im Orient erfunden ist" vertreten, vielmehr ist der Archäologe der Meinung, dass das Rad an drei Stellen in der Welt gleichzeitig erfunden worden ist:

"Einmal in Nordwestdeutschland, das, was wir aus den Mooren haben, und zwar eine Achse, die aus dem dritten Jahrtausend vor Christus stammt und dann im ostasiatischen Raum, also auch die Grenze zwischen Nordasien und Sowjetunion, in diesem Bereich, da hat man auch ein kleines Zentrum gefunden, Achsen und Räder gefunden, die dann im dritten Jahrtausend vor Christus benutzt wurden. Und wenn wir jetzt den Vorderen Orient als dritte Station nennen, haben wir dort keine dreidimensionalen Achsen oder Räder gefunden, sondern wir beziehen diese Informationen aus einer Darstellung aus einem Gefäß in Südmesopotamien aus der nach stilistischen Datierungsmöglichkeiten aus der Zeit um etwa 2900 vor Christus, also etwas später als das, was wir in Nordwestdeutschland haben."

Mamoun Fansa glaubt, dass die Menschen aus der Jungsteinzeit auch hierzulande die Fähigkeit besaßen, selbst das Know how für diese Technik zu entwickeln.

"Man muss natürlich auch sagen, das reicht nicht, die Beherrschung von einer bestimmten Technik, sondern es muss auch eine geistige Fähigkeit geben, wo die Leute auch nachdenken über Dinge, die sie einführen können, aus denen sie langfristig auch Nutzen ziehen."

Die Jungsteinzeit ist die Zeit eines geistigen Wandels. Es ist die Zeit, in der in Norddeutschland und in Südskandinavien erstmals sogenannte Megalith-Gräber auftauchen: Riesige Steinmonumente, die allein einem Zweck dienten: Die Toten zu bestatten.

Und genau vor einem solchen Grab wurden Wagenspuren gefunden.
Dr. Doris Mischka, Archäologin an der Universität Kiel, deutet auf den Bildschirm auf ihrem Schreibtisch im Institut für Ur- und Frühgeschichte:

"Vielleicht ist hier mal ganz interessant ein Foto von der Wagenspur. Und man kann relativ deutlich erkennen, das ist so ein gelblich, brauner, eiszeitlich geprägter Untergrund. Der Oberboden ist schon abgetragen hier auf der Grabung. Man sieht hier deutlich parallele Spuren im Boden, wo Räder Eindrücke hinterlassen haben. Das ist mit dunklem Material als das umgebende Material verfüllt. Es zeichnet sich sehr deutlich ab, etwa 1,20 Meter Abstand dazwischen. Das deckt sich sehr gut mit dem, was wir kennen von frühen Achsfunden und hölzernen Scheibenrädern zum Beispiel, sodass das hier eigentlich ganz gut passt."

Vom Jenseits und anderen Vorstellungen - Wie Steinzeitmenschen dachten

"Wir sind hier am Futterkamp. Das ist eine Anhöhe, wo wir vier hier und weiter hinten noch einen weiteren sehr gut erhaltenen Langhügel, megalithischen Langhügel sehen können."

Unweit des Fundplatzes Oldenburg – Dannau zeigt Dr. Martin Furholt auf Steingräber aus der Jungsteinzeit. Auf einer Lichtung entdeckt das geübte Auge Felsbrocken, die mehr oder weniger geordnet auf dem Hügel liegen. Einige dieser Hügelgräber wurden im 18. oder 19.Jahrhundert aufgesprengt, um an die Steine zu kommen oder sie zu plündern:

"Wir sehen hier die megalithischen Randsteine, die diesen Langhügel begrenzen, wo ehemals Bestattungen drin gelegen haben. Hier an der Seite sehen sie den aufgesprengten Deckstein, der einmal darüberlag."

Eine wesentliche Rolle bei der Anlage der Gräber scheint ihre Position gespielt zu haben. Sie liegen häufig auf einem Hügel, zum Teil sogar mit Blick auf das Meer.

Megalith-Gräber spielen in der Jungsteinzeit in Norddeutschland und Südskandinavien eine große Rolle. Die Archäologen schätzen, dass es ungefähr 40.000 dieser Gräber im Norden gibt.

Dr.Doris Mischka hat für einen anderen Ort, Flintbeck bei Kiel, für ihre Habilitationsschrift erst mals Datierungen vorgenommen. Die Entwicklung dieser Grabkammern ähnelt sich und verläuft häufig in drei Etappen:

"Wenn man sich jetzt hier auf der Abbildung die verschiedenen megalithischen Grabformen anguckt, dann hat man vor allen Dingen einfache Dolmen, also im Prinzip vier Steine aufgestellt, ein Deckel drauf, fertig ist die Grabkammer, sehr einfache Konstruktionsweise."

Manchmal wird auch rechts und links angebaut und weitere Grabkammern entstehen. Am Ende wächst dann ein Gesamthügel, der außen herum mit megalithischen Steinen umgrenzt wurde.

Typisch für die zweite Stufe sind "etwas größere Dolmen. Das Konstruktionsprinzip ist gleich, allerdings sind es dann sechs bis acht Trägersteine, nicht mehr nur vier, und der Grabkammerinnenraum wird größer."

Die dritte Stufe "sind die sogenannten Ganggräber. Das sind die Anlagen mit der größten Grabkammerinnenfläche, und Ganggrab sagt es ja im Prinzip schon, an einer Langseite setzt ein Gang an. Diese Gräber sind, meistens von runden Erdhügeln überschüttet worden."

Wer hat die Megalithgräber gebaut?

Warum wurden die gebaut?

Was für Gesellschaften stecken dahinter? Egalitäre Gesellschaften? Oder sind sie schon sozial differenziert?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein DFG - Schwerpunktprogramm, an dem zahlreiche Universitäten und Forschungsstellen beteiligt sind.
Koordinator ist Prof. Johannes Müller von der Universität Kiel. Auch wenn das Projekt noch läuft, hat er schon jetzt einige Erkenntnisse gewonnen:

"Wir haben jetzt neu gelernt, dass dieses Neolithikum, natürlich auch eine weltanschauliche Frage ist. Das es also nicht nur um die ökonomischen Aspekte geht, sondern dass Neolithikum bestimmte Traditionsbezüge meint, zum Beispiel: Wie behandele ich meine Toten? Ändert sich da was? Und wir meinen, es gibt etwas, das wir als neolithische Ideologie bezeichnen können, in der diese neolithischen Gesellschaften zum Ausdruck kommen. Und darüber läuft zur Zeit in der Wissenschaft die Diskussion."

Der Wissenschaftler vertritt die These, dass sich im Neolithikum das Denken verändert hat. So seien die Großsteingräber zu interpretieren "als Signale, die Toten zu instrumentalisieren für die Welt der Lebenden. Wir haben in diesen Großsteingräbern, die dann 3600 bis etwa 3100 vor Christus errichtet werden, wir haben dort kollektive Bestattungsweisen, während wir in der Bandkeramik, als die Neolithisierung dort begann, Einzelbestattungen haben. Natürlich besteht ein mentaler Unterschied für die Gemeinschaft der Bestattenden, ob ich Einzelbestattung vornehme oder ob ich meine Toten an Plätzen bestatte, wo "das Kollektiv" sich manifestiert."

Wie wir wurden, was wir sind - Ursprünge der modernen Gesellschaft

"Für die Trichterbecherzeit scheint sich anzudeuten, dass wir zwischen 4100 und 3500, 3300 vor Christus, sehr stark mit gleichberechtigten, kooperativen Verhältnissen zu rechnen haben, und dann denke ich mir, ab etwa 3400, 3300 vor Christus werden die Gräber elaborierter. Wir finden Ganggräber, und es wird sicherlich Sitte, wenn man angesehen ist, sich in diesen Ganggräbern bestatten zu lassen, mit einem starken Zeremoniell, mit teilweise auch mehr Beigaben als vorher. Es ist signifikant, der Anteil von Gegenstände, die auch als Waffen benutzt werden können, steigt."

Das läge daran, weil die Konflikte weiter zunehmen würden, weil sich in der Gesellschaft Unterschiede herausbildeten, meint Johannes Müller, ablesbar an den unterschiedlichen Gräbern und deren Ausstattung.

In Süddeutschland haben Archäologen hingegen bislang kaum Gräber gefunden, schon gar keine den Großsteingräbern in Norddeutschland vergleichbar. Aber auch hier lassen Funde auf ein neues Denken in der Jungsteinzeit schließen: Dr. Irenäus Matuschik weist auf eine Grafik:

"Es ist eine Entdeckung in diesem Jahr. Wir hatten bis zu diesem Jahr eine Kulturschicht, die noch nicht datiert war und jetzt wissen wir, dass diese Schicht sechs auf 3800 vor Christus datiert."

Das wäre an sich nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist hingegen, dass ausgerechnet Schicht sechs zahlreiche interessante Funde ergeben hat. Der Archäologe hält die Überreste eines kleinen Gefäßes in seinen Händen.

"Wir sehen hier die Fragmente eines gynäkomorphen Gefäßes, gynäkomorph heißt frauenfigürlich. Und in der Tat hat man sich diese Gefäße offensichtlich als Frauen vorgestellt. Ein Gefäß hat ja einen Bauch. Hier sehen wir den Henkel. Der Henkel ist gerippt und dem Henkel gegenüber waren zwei Buckel aufgesetzt, Hohlbuckel, also Brüstedarstellungen. Das ist ein ganz besonderes Gefäß, erstmalig auf deutscher Seite gut stratifiziert und damit absolut chronologisch datiert."

Rund hundert Jahre älter sind zwei weitere Funde.

"Und zwar haben wir im Bodenseeraum insgesamt zwei Stationen, beide datieren ins 39. Jahrhundert, die bemalte Hüttenlehme ergaben, und an beiden Stationen sind in diese Hüttenlehme Brüstedarstellungen integriert. Hier die Situation in Sipplingen. Sie sehen, wir haben dort ziemlich viel gegraben. Die bemalten Hüttenlehme stammen aber alle aus einem sehr kleinen Bereich, weshalb es nicht allgemeingültig war, keineswegs waren alle diese Häuser bemalt, sondern nur ganz wenige bestimmte, und es ist naheliegend, dass es so etwas wie Kulthäuser, Kultbauten anzunehmen, zu vermuten."

Was hat das zu bedeuten?

Die naheliegende Erklärung: Neben der Ökonomie sieht der Mensch im Neolithikum die Notwendigkeit, einen Teil seiner Lebenszeit Riten und Kulten zu widmen. Die finden ihren unterschiedlichen Ausdruck, sei es in aufwendig gestalteten Gräbern oder für bestimmte Zwecke errichtete Kultbauten. Es lässt sich nur spekulieren, ob diese Kulte einhergehen mit dem Beginn von Religiosität.

Unter Berücksichtigung dieser neuen Erkenntnisse aus den jüngsten Forschungen gibt es für Johannes Müller kaum Zweifel, "dass die entscheidenden Veränderungen sowohl im Positiven wie auch im negativen, die wir in unserer heutigen Gesellschaft immer noch vorliegen haben, dass die eigentlich im Neolithikum begannen, dass wir das erste Mal wirklich die Gestaltung unserer Umwelt vorliegen haben, dass wir natürlich auch das erste Mal mit extremen Umweltproblemen aufgrund einer nicht nachhaltigen Wirtschaft zu kämpfen hatten im Neolithikum, dass wir das Aufkommen von sozialen Hierarchien bemerken und partiell auch den Widerstand dagegen, dass wir das erste Mal eigentlich auch Waffenproduktion vorliegen haben gegen Ende des Neolithikums, wo wirklich Waffen produziert werden, um Menschen zu töten."

Karl-Peter Wendt von der Universität Köln gibt zu Bedenken, dass dies sicherlich bis zur Industrialisierung für bäuerliche Gesellschaften zuträfe, aber die neue Wirtschaftsweise ganz andere Anforderungen an Individuum und Gesellschaft gestellt habe.

Andreas Zimmermann geht noch einen Schritt weiter:

"Ich denke, die Vorstellung ist grundsätzlich verkehrt, anzunehmen, dass der Unterschied zwischen Gesellschaften mit zunehmendem Zeitabstand immer größer wird. Also wenn wir auf Einzelelemente schauen, gibt es ja ganz überraschender-weise bei den Wildbeutern, bei den Sammlerinnen und Jägern Eigenschaften, die mit unserer Gesellschaft viel ähnlicher sind als mit den dazwischenliegenden bäuerlichen Zeiten, beispielsweise das Konzept der individuellen Freiheit. Bei Wildbeutern wissen wir, dass der Einzelne frei ist zu entscheiden, ob er zu dieser Gruppe oder jener Gruppe gehört, Scheidung, kein Problem. Das ist bei bäuerlichen Gesellschaften in der Sesshaftigkeit ganz anders. Während bei uns in den Industriegesellschaften, bei uns ist Mobilität wieder gefragt."

Das gelte auch für die Familienstruktur. Ähnlich wie in der Zeit der Wildbeuter sei die Kernfamilie heute in der Lage, sich im Zweifelsfall von der Großfamilie zu trennen.

"Und insofern, das ist ja der andere Punkt, den wir gelegentlich wahrnehmen, dass scheinbar die Gesellschaft vertikal, sozial oder besitztechnisch sich immer stärker differenziert, der Beginn dieser Prozesse, der war tatsächlich mit der Sesshaftigkeit und in der jüngeren Steinzeit. Die Fehlschläge in diesem Prozess, die fehlende Legimitation von exponierten Persönlichkeiten, führte dann regelmäßig auch zu Fehlschlägen, durch die sich die Gesellschaftsstrukturen wesentlich verändert haben."

Literatur:

Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Hrsg.:
Jungsteinzeit im Umbruch - Die "Michelsberger Kultur" und Mitteleuropa vor 6000 Jahren
Primus Verlag, Darmstadt, 2010

Fansa, Mamoun; Burmeister, Stefan, Hrsg.:
Rad und Wagen, Der Ursprung einer Innovation, Wagen im Vorderen Orient und Europa
Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 2004

Landesamt für Denkmalpflege Stuttgart, Hrsg.:
Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2008
Theiss Verlag, Stuttgart, 2009

Matuschik, Irenäus, u.a., Hrsg.:
Vernetzungen, Aspekte siedlungsarchäologischer Forschung, Festschrift für Helmut Schlichtherle zum 60.Geburtstag
Lavori Verlag, Freiburg im Breisgau, 2010

Müller, Johannes:
Megaliths and funnel beakers: Societies inchance 4100-2700 BC
Amsterdams Archeologisch Centrum van de Universiteit van Amsterdam, 2011

Schöbel, Gunter:
Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, Führer durch das Museum
Unteruhldingen, 2009

Zimmermann, Andreas, u.a.:
Das Neolithikum im Rheinland, in: Sonderdruck aus Bonner Jahrbüchern des Rheinischen Landesmuseums Bonn u.a., Band 205
Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 2005

Weitere Informationen:

DFG-Schwerpunktprogramms 1400

jungsteinSITE: Informationen zur Neolithikum-Forschung

Musik:

Flamma Flamma
The Fire Requiem
A Trilogy by Nicholas Lens
LC 00316, BMG Classics
Track 3 Sumus Vicinae

Indians, Sacred Spirit, Die Gesänge der Indianer,
The counterclock wise circle dance
Virgin, LC 3098, 1994
Track 3 Ly-O-Lay Ale Loya

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