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StartseiteAtelier neuer MusikVom Experiment zur lebendigen Institution21.01.2017

Die Geraer Ferienkurse für zeitgenössische MusikVom Experiment zur lebendigen Institution

Wer glaubt, Ferienkurse für Neue Musik hätte es in der ehemaligen DDR nicht gegeben, der wird überrascht sein: Die Geraer Ferienkurse für zeitgenössische Musik können nämlich als Pendant zu jenen in Darmstadt verstanden werden. Bis 1989 waren sie ein lebendiges, aufgeschlossenes Forum für Gegenwartsmusik.

Von Stefan Amzoll

Der Komponist Rudolf Kelterborn erläutert in den 1980er Jahren bei den Geraer Ferienkursen eine Komposition
Unterrichtete bei den Ferienkursen in Gera: der Komponist Rudolf Kelterborn

Gegründet wurden sie zu einem Zeitpunkt, als die ostdeutsche Avantgarde um Friedrich Schenker, Friedrich Goldmann, Georg Katzer, Paul-Heinz Dittrich nicht mehr zu administrieren war. Ihr Initiator war der Musikwissenschaftler Eberhard Kneipel. Zunächst an der Universität Jena wissenschaftlich tätig, wurde er 1989 Intendant der Städtischen Bühnen Gera.

Avancierte Konzertangebote

Kneipel öffnete die Kurse einer breiten Künstler- und Hörerschaft und internationalisierte das Angebot. Peter Eötvös etwa stellte kammermusikalische Werke vor. Rudolf Kelterborn wirkte als Dozent mit. Es ging um die Handhabung modernster Gestaltungs- und Ausdrucksformen Neuer Musik, um Theoriefragen und vieles mehr. Immer waren die Kurse auch mit avancierten Konzertangeboten verbunden. In den 1980er-Jahren kam die elektronische Musik ins Programm, wobei sich Georg Katzer, Lothar Voigtländer und Gerald Bennet als kompetente Kursleiter erwiesen.

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