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Die Internationale

Von Achim Killer

"Internationale? Man hat heute doch ganz andere Probleme, Windows-Probleme etwa." (Stock.XCHNG / Elena Buetler)
"Internationale? Man hat heute doch ganz andere Probleme, Windows-Probleme etwa." (Stock.XCHNG / Elena Buetler)

"Völker, hört die Signale!" Ich mein, einerseits klingt ja schon modern, das, was am Dienstag, am 1. Mai, wieder einige singen werden, diese Internationale. Signale – da assoziiert man doch Signalisierung, Netzwerktechnik, Internet, Informationsgesellschaft...

Andererseits: Passt das wirklich noch in unsere Zeit, dieser Text von dieser Internationale? Man hat heute doch ganz andere Probleme, Windows-Probleme etwa. Da wird man erst einmal für dumm verkauft. 'Überprüfen Sie, ob alle Kabel eingesteckt sind', heißt's dann, als ob man blöd wär. "Unmündig nennt man uns und Knechte, duldet die Schmach nun länger nicht!" Und dann? Da brodelt’s dann schon in einem "wie Glut im Kraterherde": 'Wenden Sie sich an Ihren Administrator.' Und weil’s den ja nicht gibt und weil man weiß: "Es rettet uns kein höh'res Wesen", deshalb geht man halt ins Web, auf Anwenderforen.

Und da stellt man dann fest, unzählige User in aller Welt, "in Stadt und Land", wie’s in der Internationale heißt, die haben genau das gleiche schwachsinnige Problem wie man selbst. Wir, die Windows-User, die wir in unserem ganzen Elend vorm PC sitzen und verzweifeln, "wir sind die stärkste der Partei’n". Aber die Anwenderforen sind gut. Irgendwo gibt’s garantiert einen, der mit dem Problem fertig geworden ist, das man hat. Irgendeiner hat bestimmt schon einen Tipp gepostet, der passt, der passt wie diese Internationale in unsere Zeit. Denn wir, wir Windows-User, wir wissen: "Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!"

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