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StartseiteCampus & KarriereDie Juniorprofessur aus Sicht der Betroffenen02.07.2004

Die Juniorprofessur aus Sicht der Betroffenen

Interview mit Tassilo Schmitt vom Centrum für Hochschulentwicklung

<strong> Die Erfahrungen mit der Juniorprofessur wird derzeit in einer Studie des Centrums für Hochschulentwicklung und der Jungen Akademie untersucht. Ergebnisse sollen im September 2004 vorgestellt werden. </strong>

Moderation: Patrick Honecker

Juniorprofessoren haben nur etwa 25 Prozent ihrer Arbeitszeit Gelegenheit, sich der Forschung zu widmen.  (AP)
Juniorprofessoren haben nur etwa 25 Prozent ihrer Arbeitszeit Gelegenheit, sich der Forschung zu widmen. (AP)

Patrick Honecker: Wie wird das Arbeitsleben von den Betroffenen selber beurteilt?

Tassilo Schmitt: Grundsätzlich erstaunlich positiv, die Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren sind zu fast 60 Prozent zufrieden, ein gutes Drittel ist sogar sehr zufrieden mit der Arbeit, die sie dort an der Hochschule haben, vor allem mit der Selbständigkeit, das wird immer wieder hervorgehoben. Nur etwa zehn Prozent sind mit ihrer aktuellen Situation sehr unzufrieden.

Honecker: Die, die sehr unzufrieden sind, haben die auch einen bestimmten Kritikpunkt, den sie besonders benennen?

Schmitt: Es gibt da ein ganzes Bündel von Kritikpunkten, die genannt werden. Das liegt an der mangelnden Ausstattung, an der Unklarheit der rechtlichen Situation, zum Teil auch am Umgang, den die Kollegen mit ihnen pflegen. Das lässt sich nicht auf einen Nenner bringen und ist nach Hochschulen, nach Fachgebieten, zum Teil auch nach Ländern deutlich unterschiedlich.

Honecker: Besonders wichtig ist ja für den Juniorprofessor als Nachwuchswissenschaftler, hervorragende Forschungsergebnisse präsentieren zu können. Wie wird die Möglichkeit beurteilt zu forschen?

Schmitt: Da ist eines der Hauptprobleme, das wir jetzt identifizieren können. Ich habe gerade vorhin noch mal nachgesehen: Aus einer älteren Befragung, die einige Jahre zurückliegt, wissen wir, dass Professoren, Lebenszeitprofessoren etwa 37 Prozent ihrer Zeit der Forschung widmen können. Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren, die sich ja besonders in der Forschung qualifizieren sollen und müssen, um weiter Karriere machen zu können, haben nur etwa 25 Prozent ihrer Arbeitszeit Gelegenheit, sich der Forschung zu widmen. Das ist eindeutig zu wenig.

Honecker: Der Rest der Zeit wird wahrscheinlich unter anderem Verwaltungsaufgaben gewidmet?

Schmitt: Verwaltungsaufgaben, Lehre, das Akquirieren von Drittmitteln und anderes mehr. Das gehört natürlich teilweise durchaus zu dem, was spätere Professorenaufgaben auch sind, aber es ist doch bedenklich, dass die Zeit für die aktuelle Forschung, für die wirkliche Forschung, zu knapp bemessen ist.

Honecker: Wenn Sie das Ergebnis dieser Umfrage voraus nehmen und auch das CHE und seine Einstellung zur Juniorprofessur: Topp oder Flop?

Schmitt: Weder noch. Das CHE hat ebenso wie die Junge Akademie die Juniorprofessur immer für eine gute Idee gehalten. Weil wir sehr daran arbeiten, uns dafür einsetzen, dass diese gute Idee auch zu einem Erfolg in der deutschen Hochschule wird, sind wir auch daran interessiert, Reformfehler zu identifizieren und dann mit den beteiligten Partnern, mit den Ministerien, mit den Hochschulen, mit den Fachverbänden und so weiter diese abzustellen.

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