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Die Krimi-Kolumne

Von Andreas Ammer

Krimis in der Kritik
Krimis in der Kritik (picture alliance / dpa / Guillaume Bonnefont)

Besonders beeindruckend ist in dieser Auswahl ein afrikanischer Krimi, der die Realität im Nigerdelta schonungslos darstellt - und in einen Krimi verpackt. Drei weitere Krimis wurden rezensiert.

"Das Nigerdelta könnte das Paradies auf Erden sein ..."
... es ist die real existierende Hölle.
"Finsterer ist es vielleicht nur noch in Ozarks, Missouri ..."
... aber da will niemand hin.
"Dann eher schon in die Bretagne, ans Ende der Welt: das Finstere ein Sehnsuchtsort der Deutschen ..."
... da sollte mal ein Krimi spielen.
Mit dem könnte man richtig Geld verdienen, ermutigt ganz richtig unser Rezensent, kommt mit dieser Erkenntnis aber zu spät, denn jemand anderes hat das bereits getan.
Die Krimikolumne, diesmal unter anderem aus den Feriengebieten der Welt mit dem populärsten, den am besten geschriebenen, dem schwärzesten und dem revolutionärsten Krimi des Sommers.
Allerdings sind alle diese Adjektive auf verschieden wunderbare Krimis verteilt.
Welcher aber der der erfolgreichste, der am besten geschriebene, der schwärzeste und gar der revolutionärste Krimi des Sommers ist, das
- hoch verehrte Hörerschaft -
... das erfahren Sie jetzt in der erfolgreichsten, am besten geschriebenen, schwärzesten und vielleicht gar der revolutionärsten Krimikolumne dieses Planeten.
... inklusive des unlängst eroberten Mars.
Nur echt mit dem Rezensenten.
Wir müssen über "Bretonische Verhältnisse" reden.

"Bretonische Verhältnisse" heißt ein Krimi, den man hier eigentlich nicht vorstellen müsste, weil er sich seit Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste befindet. Er ist schon jetzt mit Sicherheit der meistverkaufte Krimi des Sommers. Und unser Rezensent gesteht:
"Ich stehe vor einem Rätsel!"

Die Rätsel gehen beim Autor los. Er sei 1967 in Brest geboren, behauptet sein Verlag Kiepenheuer & Witsch. Es gibt kein Bild von ihm und er ist trotz seines Megaerfolges noch nie öffentlich aufgetreten. Der Klappentext verrät sonst nur noch:

"weitere Fälle von Kommissar Dupin folgen",

... was nach dem Erfolg des Erstlings nur natürlich erscheint. Anders,betrachtet, ist diese Behauptung allerdings eine einzige Anmaßung, war ein gewisser Dupin doch auch der erste aller literarischen Detektive in den Geschichten des Krimi-Urahnen und Planeten-Genies Edgar Allen Poe.

Mit diesem hoch literarischen Urahn hat der Erfolgs-Krimi "Bretonische Verhältnisse" eines Menschen, der sich Jean-Luc Bannalecs nennt, herzlich wenig zu tun. "Bretonische Verhältnisse" ist bis zur Geschwätzigkeit weitschweifig. Touristische Tipps für die nächste Bretagnereise mischen sich mit wohlfeilen kulinarischen Exkursen zu einer eigentlich nur wenig aufregenden Mischung aus Urlaubsexotik und Landlust-Niveau samt zarter Liebesgeschichte.

Auch dass man dem Helden, Monsieur le Commissaire Dupin, Verhörmethoden nachsagt, die an Derrick geschult sind, hat den Erfolg des Buches nicht schmälern können. Trotzdem!

"In dem bretonischen Touri-Dörfchen Pont-Aven ist ein 91-jähriger Hotelbesitzer in einem verschlossenen Raum tot aufgefunden worden. Es wird im Fortgang des Romans eine Rolle spielen, dass in Pont-Aven, das so etwas wie das Rothenburg der Bretagne darstellt, am Ende des 19. Jahrhunderts Paul Gauguin mit einigen Künstlerkollegen daran arbeitete, den Impressionismus zu überwinden."

Nein, rein krimi-technisch sind die "Bretonischen Verhältnisse" nicht unbedingt auf der Höhe der Zeit. So betulich und unbedarft wurde in der Kriminalliteratur lange nicht erzählt. Trotzdem hab ich das gerne gelesen!

"Da - verehrter Rezensent - waren sie allerdings auf einer Bretagne Reise und damit definitiv parteiisch!"

Wieso dieses Buch auch unter den Daheimgebliebenen zum zweitgrößten Bestseller des Landes werden konnte, das vermag unser Rezensent sich beim besten Willen nicht erklären.

"Sie werden hier und heute trotzdem keinen Verriss von mir hören."

Denn unser Rezensent gesteht, dass er dieses behagliche Buch - leicht angewidert von Massenmördern und Psycho-Killern, Groß-Mafiabossen und internationalen Verschwörern, die derzeit die Krimis bevölkern - auf durchaus mit Genuss gelesen hat.

"Wahrscheinlich versteckt sich ein Verlagsprofi hinter dem Pseudonym Jean-Luc Bannalec. Der Autor schreibt so abgebrüht, als ob er einen Bestseller hätte planen wollen - ein Buch mit einem Kommissar, der wie eine Kreuzung aus Brunnetti und einem bretonischen Crepes erscheint."

Das schlimmste an diesem wenig verheißendem Sammelsurium ist:

"Ja, ich hab das Buch gerne gelesen... wenn auch mit schlechtem Gewissen,"

... beteuert unser Rezensent, der sich dem wohligen Dreiklang aus Urlaubsstimmung, Gastronomieführer und gewaltlosem Krimi, nicht zur Gänze entziehen konnte,

"... weil eben die Handlung dann doch immer wieder einige überraschend hübsche Wendungen nimmt und "

... und nebenher einige äußerst wohlschmeckende Austern verzehrt werden.

"Oder wie es in einem Hochglanz-Reiseführer über das Örtchen Pont-Aven heißt, in dem die Handlung spielt: "Heutige Galeristen und Maler in Pont-Aven bieten das an, was die Touristen sehen und kaufen möchten: idyllische Landschaften, zur Sitzgruppe passende Postmoderne oder Bilder nach Art des berühmten Malers XY".
"Bretonische Verhältnisse" ist die literarische Umsetzung dieses Satzes."

Anders ausgedrückt.

"Hier hat jemand Donna Leon mit ihren eigenen Mitteln geschlagen."
Nach dem am meisten verkauften Krimis des Sommer wird es Zeit für den am besten geschriebenen. Er heißt "Der Tod von Sweet Mister", wurde famos verfasst von Daniel Woodrell und wunderbar übersetzt von Peter Torberg. Erschienen ist das kleine Meisterwerk im Münchner Liebeskind-Verlag.

""Der Tod von Sweet Mister" spielt in keinem herausgeputzten Künstlerdörfchen, sondern im finstersten Amerika. Ozarks heißt der Ort wahrscheinlich, Missouri heißt das Land. Es ist ein finsteres Land, so finster, dass nicht einmal klar ist, wann das Buch spielt. Irgendwann war mal ein Krieg vorbei, aber der kann überall auf der Welt gewesen sein. Es gibt Autos, die Thunderbirds heißen, aber wie alt die sind, wird nicht so recht klar.
Hab ich schon erwähnt, dass dies ein Meisterwerk ist?"

Haben Sie, Herr Rezensent!

"Zum Beweis kann man in diesem Fall einfach so zitieren. Zum Beispiel jene Stelle, wo der Held des Büchleins, der 13-jährige Shug Atkins für seinen brutalen Stiefvater Red zum ersten Mal klauen gehen muss. Da hängt der Kleine, der vom Fast-Vater nur "Fettsack" genannt wird, an einer Regenrinne, soll in eine Arztwohnung einsteigen, damit Red etwas hat, um seinen verschwindenden Verstand zu betäuben."

In diesem Moment denkt sich der Junge da oben folgendes:

"... ich wollte in einer Blechdose begraben werden. Der Arzt sollte mich in Stücke schreddern, so klein wie Samenkörner, und mich in eine alte Blechdose füllen, an der noch der scharfkantige Deckel hing, und die Dose sollte an einen Baum genagelt werden, damit die Vögel mich aus der Dose fraßen und dann losflatterten und um die ganze Erde flogen und all denen auf den Kopf schissen, die noch da unten lebten. Das war die Beerdigung, die ich mir manchmal für mich vorstellte, und wie ich da an dem Rohr hing, fiel es mit wieder ein. Ich wollte, dass die Dose dort in der Höhe hing, wo ich mich jetzt festklammerte."

"Das ist schön,"

... freut sich unser Rezensent. Insofern man sich über so finstere Fantasien freuen kann.
"Man kann, "erhaben" heißt so etwas literaturhistorisch."
Der Rest des Buches ist ähnlich furios und schraubt sich von einer Kindertragödie bis in inzestuöse Handlungshöhen hinauf ...
"... äh, was bitte sind "inzestuöse Handlungshöhen"?"

Man könnte "Der Tod von Sweet Mister" von Daniel Woodrell, erschienen bei Liebeskind, auch als einen amerikanischen Familienroman, als Sittengemälde, als Milieustudie in dunkelschwarz bezeichnen. Der Vater von Shug ist erstens nicht der Vater und zweitens brutal; die Mutter war zwar ehemals attraktiv, ist aber nun dem Alkohol und einer Sehnsucht nach Thunderbird-Fahrern verfallen. Dazwischen der kleine Shug mit seiner erwachenden Intelligenz und um ihn herum ganz viel Gewalt.
Nichts für den Strandbadurlaub. Definitiv nicht.

"Und trotzdem im August zu Recht auf Platz eins der Krimizeit-Bestenliste!"

"Noch weniger nach Strand klingt der nächste Krimi, der noch düsterer ist als der letzte: Er ist - ohne hier rassistisch klingen zu wollen - schlicht der schwärzeste Krimi des Jahres. Er heißt "Öl auf Wasser", stammt von dem nigerianischen Autor Helon Habila, wurde aus dem Englischen übersetzt von Thomas Brückner und ist im Wunderhorn-Verlag erschienen."

Seit einigen Jahren erscheinen im Wunderhorn-Verlag - herausgegeben von der in Südafrika lebenden Indra Wussow - Bücher vom afrikanischen Kontinent. Erwähnen muss man dies, weil Bücher von schwarzafrikanischen Autoren auch im globalisierten Zeitalter eine echte Seltenheit sind. An einer Hand abzählen kann man in manchen Jahren die Veröffentlichungen in Deutschland.

"Die Handlung von "Öl auf Wasser" spielt in Nigeria. Ein ideales Land für Krimis. Ist es doch eines der korruptesten und gefährlichsten Länder der Welt. Hier sind die Einwohner unermesslich arm, obwohl das Land an Bodenschätzen, insbesondere an Öl, unermesslich reich ist. Das Geld verdienen hier aber andere: Ölkonzerne, Waffenhändler, Amerikaner, Deutsche."

Im Nigerdelta ist eine Frau verschwunden. Eine Weiße natürlich, denn alles andere wäre in diesem fast verlorenen Land nicht der Rede wert. Eine Lösegeldforderung geht ein. Die Reporter Rufus und Zaq, der eine jung und hungrig, der andere alt und zynisch, machen sich im Auftrag des Ehemanns und im Glauben an das Gute in der Welt auf die Suche nach den Rebellen, die die Frau entführt haben könnten. Es ist eine Reise in eine real auf dieser Welt existierende Hölle ...
"... das Nigerdelta hinauf, das definitiv nicht als Urlaubsort taugt. Ölteppiche auf den Wassern, Korruption in den Städten, Gewaltexzesse des Militärs auf den Dörfern."

Auf ihrer Reise den Niger hinauf fahren Rufus und Zaq vorbei an verwüsteten Dörfern, die nach Verwesung stinken und von einem schwarzen Ölteppich überzogen sind. Mit dem Land haben die Dorfbewohner ihr Leben für einen DVD-Player verkauft. Schon dass Zaq und Rufus das als Journalisten sehen, ist eine Ungeheuerlichkeit. Rebellen, die Ölleitungen sprengen und weiße Frauen entführen, bekämpfen sich hier mit marodierenden Truppen.

"Man hat den Roman bereits mit Conrads "Herz der Finsternis" verglichen, aber hier geht es um mehr: Joseph Conrads Welt ist versunken, aber die apokalyptische Welt von "Öl auf Wasser" existiert wirklich, wird alltäglich auch heute geschaffen von Mineralölkonzernen und Geschäftemachern,"

... und jetzt auch erstmals beschrieben in einem Buch, das gleichzeitig erschütternder Reisebericht, grandioser Abenteuerroman, Aufklärungsbuch und Krimi ist.
"Großartig. Lange nichts so erschütterndes gelesen."

... lobt da unser Rezensent den Helon Habila ohne jede Einschränkung und ist überzeugt:

"Wenn nur die Hälfte der Menschen, die "Bretonische Verhältnisse" gelesen haben, auch diesen Krimi lesen würden, dann wäre die Welt ein kleines bisschen besser."

Und weil wir alle wollen, dass die Welt ein bisschen besser wird, so lautet die Handlungsanweisung für alle Hörer dieser Kolumne:
"Gehen sie in den nächsten Buchladen oder ins Netz und bestellen Sie sich sofort, ...
- ich betone: sofort! -
... den fantastisch guten und bedrückend realistischen Roman: "Öl auf Wasser" von Helon Habila, erschienen im Wunderhorn-Verlag."

Wir wiederholen noch einmal, weil es so wichtig ist: Helon Habila "Öl auf Wasser", sofort lesen um die Welt zu retten.
Dann fangen Sie eine Revolution an!


Und damit zum engagiertesten Buch des Sommers: Dominique Manotti ist eine hier in der Kolumne bereits des Öfteren hochgelobte französische Autorin, die die Form des Kriminalromans nutzt, um ihre eher linke Weltanschauung unter die Menschen zu bringen.
"Die Krimis der Manotti, früher eine hohe französische Gewerkschaftsfunktionärin, behandeln meist historische Stoffe über Fabrikbesetzungen, Finanzskandale, Korruption."

Jetzt hat sich die Manotti, mittlerweile so etwas wie die Grand Dame des französischen Kriminalromans, mit einem anderen französischen Autoren zusammen getan, der allerdings seinen Namen nicht herausrückt und sich nach dem amerikanischen Thriller "Death on Arrival" schlicht DOA nennt.
"Kann das gut gehen?"

Zumindest haben die beiden mit ihrem Krimi "Die ehrenwerte Gesellschaft", erschienen bei Assoziation A und übersetzt von Barbara Heber-Schärer, auf Anhieb in Frankreich den Preis "Bester politischer Roman" gewonnen ...
So einen Preis gibt es im Deutschen nicht!

""Die ehrenwerte Gesellschaft" erschien in Frankreich vor der letztjährigen Präsidentschaftswahl. Das Buch handelt von einer Präsidentschaftswahl."

Unter anderem!

"Es handelt - unter anderem - von einem charismatischen, etwas notgeilen konservativen Kandidaten und seinem etwas blassen Herausforderer von der Linken. Es handelt von engagierten Ökoterroristen und von der Atomlobby, die in die Arbeit der Polizei mehr als nur behindert."

Er handelt davon, wie der Kandidat der Rechten mit der Atomlobby kungelt und so weiter und so weiter ...
Die Rollen sind klar verteilt.

"Trotzdem ist es interessant zu beobachten, wie vom Kriminalroman ausgehend, die engagierte Literatur langsam eine kleine Renaissance erlebt. Während hierzulande das freundliche Engagement einer Juli Zeh und eines Ilja Trojanow schon unter Borniertheitsverdacht fallen, sich die Altlinken wie Grass in den Altersstarrsinn zurückziehen, und die Rainald Goetzes der Republik mit dem Thema nicht ganz so vertraut sind, wächst in der französischen Krimiszene eine Literatur heran, die ungeniert mit deutlichen Parallelen zur Wirklichkeit von bösen, korrupten, sexbesessenen Präsidenten handelt, der Atomlobby jede nur erdenkliche Schlechtigkeit unterstellt und nichts lieber will, als eine Weltrevolution.."
Und das findet unser Rezensent gut?
"Naja, hierzulande haben wir höchstens den Schwaben Wolfgang Schorlau, der so etwas versucht ..."

... und der ist sowohl von der literarischen Meisterschaft einer Dominique Manotti als auch von ihrer politischen Radikalität so weit entfernt wie hierzulande eine kommunistische Partei von einer Bundestagsmehrheit.
Klassenkampf schön und gut, verehrter Rezensent: wie - mit Verlaub ist denn nun der Krimi von der Manotti und diesem DOA.
"Gut!"
Mehr nicht?
"Es ist gut, aber nicht revolutionär!"

Und das ist für die altlinke Manotti definitiv zu wenig.

"Hat sich die Manotti einen Gefallen damit getan hat, mit jemand anderen zusammen zu arbeiten?"

Man habe sich die einzelnen Figuren aufgeteilt, wisse aber heute nicht mehr, wer was in dem "vierhändig" geschriebenen Buch verfasst habe, erläuterten die beiden Autoren in einem Interview.

"Einerseits hat der Manotti die Zusammenarbeit gut getan. Ihre manchmal manieriert dichten Schilderungen des proletarischen Alltags sind verschwunden."

Andererseits lässt das manchmal allzu große Figurentheater des Romans erahnen, dass die Zusammenarbeit ursprünglich nur gestartet wurde, um gemeinsam eine Fernsehserie zu schreiben ...

"Die hätte - so wie das Buch "Die ehrenwerte Gesellschaft" - dann damit begonnen, dass sich eine Gruppe linker Öko-Aktivisten in den Computer eines Ermittlers der Atomenergiebehörde hackt. Die Ökohacker bemächtigen sich der Webcam des Polizisten und werden ungewollt Zeuge, wie dieser Polizist von zwei Agenten ermordet wird."

Natürlich werden zunächst die Ökoterroristen verdächtigt, die selbst einen großen Schlag gegen die Atomlobby planen ... und all das mitten im Präsidentschaftswahlkampf.

"Eine Fernsehserie nach Manotti, das hätte ich gerne gesehen!"

... aber dieses Projekt wurde dem französischen Canal Plus, dann wohl politisch doch zu heiß.

"Wer würde hierzulande einer bekennenden Rätekommunistin eine Fernsehserie anvertrauen?"

Und jetzt haben wir statt einer Fernsehserie ein famoses Buch über Ökoterrorismus und Präsidentenwahlkämpfe.

"Irgendwie aber doch das Buch, das ich in diesem Sommer am liebsten gelesen habe."

... lobt unser Rezensent "Die ehrenwerte Gesellschaft" von Dominique Manotti und DOA, erschienen im Verlag Assoziation A, in dem sonst auch Bücher wie das "Handbuch der Kommunikationsguerilla" erscheinen.
Nur das Krimiautoren nicht mehr zu ihrem Namen stehen, das nervt unseren Rezensenten,

"Ich traue mich ja schließlich auch vors Mikrofon."

Wenn ihnen aber die Manotti zu links sein sollte, sie es nicht ertragen, wie in "Bretonischen Verhältnissen" Austern geschlürft werden, ihnen amerikanische Hinterwäldler wie Daniel Woodrell zu hinterwäldlerisch sind, und ihnen das verpestete Nigerdelta prinzipiell am Allerwertesten vorbei fließt, sie Helon Habillas fantastischen Krimi "Öl auf Wasser" Roman also auf keinen Fall lesen wollen, dann gilt auch dieses Mal so wie seit 22 langen Jahren ...

Besprochene Bücher:
Jean-Luc Bannalec. Bretonische Verhältnisse. Kiepenheuer & Witsch
Helon Habila, Öl auf Wasser, Wunderhorn
Dominique Manotti / DOA, Die ehrenwerte Gesellschaft, Assoziation A
Daniel Woodrell, Der Tod von Sweet Mister, Liebeskind

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