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Die Last der Vergangenheit

Stasi-Kinder erzählen

Eine Sendung von Stefanie Müller-Frank und Andreas Stopp (Moderation)

Wie wirkte sich die hauptamtliche Mitarbeit der Eltern auf den Alltag der Kinder aus?
Wie wirkte sich die hauptamtliche Mitarbeit der Eltern auf den Alltag der Kinder aus? (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Dass die ostdeutsche Bevölkerung systematisch von der Staatssicherheit der DDR ausgehorcht wurde, ist bekannt. Die "Stasi" - das war aber nicht nur jener ominöse Apparat mit seinem Netz von inoffiziellen Spitzeln.

Das Ministerium für Staatssicherheit hatte auch über 91.000 hauptamtliche Mitarbeiter, die bei ihrem Berufsantritt einen lebenslangen Eid auf die Staatssicherheit ablegen mussten.

Stasi-Mitarbeiter und ihre Familien genossen zwar viele Privilegien, aber die Kontrolle der "Firma" reichte bis ins Wohnzimmer. In wen sich die Tochter verliebte, warum der Sohn zu lange Haare trug und die falsche Musik hörte oder ob die Ehefrau Briefe an ihre Schwester im Westen schrieb: Jeder pubertäre Abnabelungskonflikt, jede Abweichung von der sozialistischen Norm konnte ihren Weg in die Kaderakte des Mitarbeiters finden - und unter Umständen sogar das Ende seiner Karriere bedeuten. Also musste die Familie unter Druck auf Linie gebracht werden.

Heute sind die Kinder von damals längst erwachsen, die Stasi ist Geschichte. Aber die Vergangenheit lässt sich nicht so leicht vergessen und belastet noch heute die innerfamiliären Beziehungen.

Wir wollen mit Ihnen und unseren Gästen darüber sprechen, wie es war, in einer Stasi-Famile aufzuwachsen: Wie wirkte sich die hauptamtliche Mitarbeit der Eltern auf den Alltag der Kinder aus? Was hat es für Folgen, wenn die typischen Pubertätskonflikte zu einer existenziellen Bedrohung für die Eltern werden? Wie belastet das die Familien noch heute? Und wie könnte die Versöhnung mit einem Vater aussehen, der sich der eigenen Vergangenheit vielleicht nicht stellen will?

Rufen Sie uns an. Unsere kostenfreie Telefonnummer: 00800 4464 4464

Oder schreiben Sie uns: lebenszeit@dradio.de

Unsere Gäste:

- Prof. Harald Freyberger, Arzt und Professor für Psychiatrie, psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Uni Greifswald

- Nicole Glocke, Historikerin und freie Autorin, Tochter eines ehemaligen Stasi-Spions in der BRD

- Stefan Herbrich, Sohn eines ehem. hauptamtlichen Mitarbeiters beim MfS

- Ruth Hoffmann, Journalistin und Buchautorin

Literatur:

Ruth Hoffmann: "Stasi-Kinder. Aufwachsen im Überwachungsstaat", Propyläen Verlag 2012, 320 Seiten, 19,90 Euro.

Nicole Glocke, Edina Stiller: "Verratene Kinder. Zwei Lebensgeschichten aus dem geteilten Deutschland", Ch. Links Verlag 2003, 192 Seiten, 29,90 Euro.

Filmtipp:
"Stasikinder - Mein Vater war beim MfS", MDR Fernsehen, 10. April 2012, 22:05 Uhr. Ein Film von Thomas Grimm und Ruth Hoffmann

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