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StartseiteLyrixDie lyrix-Gewinner im Dezember 200922.01.2010

Die lyrix-Gewinner im Dezember 2009

lyrix 2009 endet mit der "Nacht"

Im Dezember 2009 diente das gleichnamige Gedicht von Georg Büchner als Vorlage für unser Leitmotiv "Nacht". Entgegen unserer Erwartungen haben wir in der Weihnachtszeit kaum Gedichte über die "Heilige Nacht" erhalten. Viele eurer Einsendungen handelten von Stille, Träumen oder auch Ängsten in der Nacht.

New York City bei Nacht. (Stock.XCHNG)
New York City bei Nacht. (Stock.XCHNG)

In den nächsten Wochen wird die Jury aus den Reihen der Monatsgewinner die Jahresgewinner 2009 bestimmen. Wir bedanken uns bei euch für die zahlreichen Zusendungen im vergangenen Jahr und freuen uns auf eine neue kreative lyrix-Runde in 2010.

In den Januar starten wir mit einer Kooperation: Gemeinsam mit dem Theater Heidelberg bringen wir die besten Einsendungen zum Leitmotiv Liebe auf die Bühne.

Hier sind die Namen der Gewinner und Gewinnerinnen aus dem In- und Ausland, deren Gedichte die Jury am meisten beeindruckt haben.
Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch!


In der Nacht

Auf dem Rücken liegend,
Grashalme spürend,
sehe ich Sterne,
die die Nacht an den Himmel
malt.

In der Stille aufgehen,
dem Lärm entfliehen
möchte ich gerne.
Die Welt ist mir zu laut.

Fliegen möchte ich,
weit weg in die Ferne,
verantwortungslos und frei sein.

Ich sehe die Sterne und weiß,
dass es nicht geht.


(Cornelia Meier aus Simbach/Inn, Deutschland, Tassilo-Gymnasium,
Jahrgangsstufe 10, Muttersprache: deutsch)


Nacht

Mutig im Dunkeln
den Helden wecken
den wir am Tage
ganz verstecken

Versteckt im Dunkeln
die Dinge machen
die wir am Tage
nur verlachen

Lachend im Dunkeln
die Ängste besiegen
die am Tage
nicht verfliegen

Fliegend im Dunkeln
den Boden nicht sehen
bis wir am Tage
um Aspirin flehen


(Leonie Schlüter aus Hattingen, Deutschland, Marienschule, Jahrgangsstufe 12, Muttersprache: deutsch)


Der Sandmann

nachts
wenn alles schläft
dann streue ich dir süßen Sand

nachts
wenn alles träumt
dann spürst du sanft die meine Hand

nachts
schläft Mutter tief
im Schlaf da wach ich über dich

nachts
wenn niemand hört
in tiefem Schlafe küsst du mich

lege deine Stimme nieder
hab doch keine Angst, du weist, ich liebe dich so sehr lang schon geht es so,
du spürst doch keine Schmerzen mehr morgen Abend komm ich wieder

nachts
hört niemand zu
dann küss ich deinen süßen Mund

nachts
lieg ich bei dir
und so vergeht dann Stund um Stund

lege deine Stimme nieder
träne nicht mein Kleiner Schatz, wieso ist dir so bang Du willst es doch auch,
Du hast wie ich den selben Drang morgen Abend komm ich wieder

lege deine Stimme nieder
hab doch keine Angst, du weist, ich liebe dich so sehr lang schon geht es so,
du spürst doch keine Schmerzen mehr morgen Abend komm ich wieder


(Martin Piekar aus Bas Soden, Deutschland, Friedrich- Dessauer-
Gymnasium, Jahrgangsstufe 13, Muttersprache: deutsch/polnisch )


Winternacht

Ungefragt und ungebeten
schleicht beim Blick in kalte Nächte
mir ein kleiner, junger Winter
in mein Herz und meine Seele.

Müde steigen weite Fluten,
Wolkenmeer und Dunkelheit,
voller Sehnsucht schmiegen Winde
sich am fernen Monde an.

Eisig wühlen scharfe Winde
mir im Haar und einsam schleicht
eine Träne, Eis zu werden,
fällt zu Boden, wird zu Stein.

Zart streicht Mond mit seinem Schleier
sanft die weiten, fernen Ufer.
Einsam fliegt ein waiser Vogel,
Ewigkeit im Nichts zu suchen.

Fall'n vom himmel Wolkenkinder
tänzeln, federleicht herab,
bringen sie der Erde Träume
für die kalte Winternacht.


(Oliver Riedmüller aus Fürth, Deutschland, Heinrich-Schliemann-
Gymnasium, Jahrgangsstufe 12, Muttersprache: deutsch)


aus dem Fenster geblickt

sie wirft dunkle Flecken auf das Pflaster und sammelt schlaflose Augen, die
ihr hinter Glas folgen.
-
steckt sie
in einen Samtbeutel,
bevor sie
die Straßenseite wechselt.
-
tritt ins Laternenlicht
und verschwindet
zwischen Gullistangen.


(Swaantje Wilcken aus Bremerhaven, Deutschland, Gymnasium Wesermünde,Jahrgangsstufe 12, Muttersprache: deutsch)


Die Nacht ist schon gekommen.
Der Mond schaut in dein Fenster.
Sein warmes Licht berührt deine Wangen
und wird alle Sorgen nehmen.

Nachts wenn alles schläft,
wird das Mondlicht dich verzaubern.
Es wird dir einen Traum bringen
und dich in eine neue Welt entführen.

Nachts wenn alles schläft,
wird das helle Licht immer Nahe sein.
Es wird dich immer im Auge behalten,
glaub mir du bist nie allein!


(Alina Abjasova aus Bischkek, Kirgistan, Gete-Gymnasium 23,
Jahrgangsstufe 10, Muttersprache: russisch)


Die Nachtssage

Die Nacht - da ist unser Weg zu Ende
Sie - die Freundin der Stille

Das Getöse kann sie nicht erdulden,
Liebt die Schwärze

Zwiegespräche hat sehr gern,
die expertin der anvertrauten Geheimnisse

Mit Wellen ihres schwarzen Teppichs
zeigt die Milchstrasse auf,

All das mit Prosa
des Alltäglichen verwebt


(Anna Bernat aus Radom, Polen, Ogólnoksztalcaca Szkola Sztuk
Pieknych, Lyzeum fürr angewandte Künste, Jahrgangsstufe 10,
Muttersprache: polnisch)


Nacht

Was kann ich machen?
Wie kann ich es schaffen?
Die Dunkelheit des Lebens ertränkt mich...
Ich sehe nichts.
Ich höre nichts.
Ich verstehe nichts.
Die Nacht kommt und ich habe Angst...
...ohne dich darf ich kein Licht mehr anzünden
denn ich bin schwach
und der Tag kommt nicht,
mich zu retten.
Meine Sonne ist verschwunden
Die Nacht will nicht gehen...
Wird der Tag geboren?
Und die Sonne scheinen?
Es ist schon spät.
Aber morgen wird es besser sein


(Beatriz Albuquerque aus Amadora, Portugal, Schule Oficinas de S.Jose.,Jahrgangsstufe 10, Muttersprache: portugiesisch)


Diese Nacht und immer

Bleib mal hier
Die ganze Nacht.
Bei mir
Lass die Nacht nicht fliegen,
Denn wenn das Morgenrot kommt
Ist es ein anderer Tag.
Es ist alles anders:
Die Welt, die Träume.
Aber wir bleiben hier,
zusammen... diese Nacht und immer.


(Felícia Marques aus Odivelas, Portugal, Deutsche Schule Lissabon,
Jahrgangsstufe 10, Muttersprache: portugiesisch)


Nachtherz

Leise zittern leichte Farben,
Pinsel drückt aus voller Kraft.
An der schwarzen heißen Leinwand
Schafft der Künstler seine Nacht.

In seinem scharfen Fieber
Schüttet er Sterne aus.
Und noch ein nasser Flitter
Fällt ins verwelkte Gras.

Er macht die grauen Striche
So heftig und so frei.
Und Mond, der immer schwieg,
Wird voll von Eulenschrei.

Er bessert Striche aus,
Ergänzt den Glanz aufs Neue,
Er schauert, aber alles
Erlischt und sucht das Feuer...

Er nimmt eine tote Kerze...
Er wird rasend, wild und taub...
Und das zärtliche Nachtherz
Geht in scharfer Flamme auf.


(Valentyna Bilokrynytska aus Tscherkassy, Ukraine, Gymnasium ?31,
Jahrgangsstufe 10,Muttersprache: ukrainisch)

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