• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 11:35 Uhr Umwelt und Verbraucher
StartseiteLyrixDie lyrix-Gewinner im Dezember05.01.2009

Die lyrix-Gewinner im Dezember

Im Dezember haben wir euch gefragt, ob ihr den Medien traut und vertraut. Hier sind die Gewinnergedichte zum Leitmotiv "Die Macht der Medien".

Blick auf den Eingang der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes am 17.Oktober 2003 in Pullach bei München (AP)
Blick auf den Eingang der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes am 17.Oktober 2003 in Pullach bei München (AP)

Die neutrale Berichterstattung ist die Pflicht eines Reporters. Hanns Joachim Friedrichs, Moderator der Nachrichtensendung "Tagesthemen", sagte einmal: "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten." Denn - Medien haben Einfluss auf die Meinung der Bevölkerung, aber haben sie auch die Macht, die Gesellschaft zu manipulieren?

Eure Gedichte handelten von Übertreibungen in den Medien, vom perfekten und blendenden Schein der Modewelt, von Kriegen und Politik. Ihr habt dazu aufgerufen, den Medien kritisch gegenüberzustehen und selbst nachzudenken.

Hier sind die Namen der Dezember-Gewinner und -Gewinnerinnen, deren Gedicht die Jury überzeugt hat. Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch!

Im Januar geht "lyrix" in eine neue Runde. Das erste Leitmotiv von 2009 lautet übrigens "Tagträume" .


Medienstrom

Mitgetrieben Fortgerissen
Unterdrückt durch Stellenwert
treibt man wert und wortlos mit im Strom
ohne Wellengang
Glatte Oberfläche
reflektiert doch spiegelverkehrt
Sanfter Druck lässt Wissen trinken
diese leicht bis ganz verdrehten Bilder
künstlerische Freiheit
oder auch naturgemäß
Neben ruhigem Wasserschlucken
untergehend in Zeitdruck und Verschiebung
allgemeine Konfusion durch Flut
Morbide Klippe Desinteresse eine Zuflucht
gegen Flut und Sog
Tatsächliches Interesse
wird nicht unterdrückt nicht aufgehalten
Arme ausstrecken und schwimmen


David Grigowski aus Kleve, Gesamtschule Mittelkreis, Jahrgangsstufe 13,
Muttersprache Deutsch


Medien

Alles was sie uns zeigen
Ist vertuschtes Schweigen
Sagen was wir hören wollen
Wichtiges geht verschollen

Das Leben der Promis hat uns zu interessieren
Welche Neuheiten deren Leben zieren
Tabuthemen nur Kurz besprochen
Deren Oberfläche angebrochen
Zwei Monate wird gezeigt
Eine Kritik, bitte Verzeiht
Dass sie ein Mädchen suchen
Auf die restlichen Tausend können wir spucken

Täglich sehen wir Hunderte Tote des Krieges
Nirgendwo Zeichen von Frieden oder des Sieges
Naturkatastrophen überfluten das Land
Menschen sind ausser Rand und Band
Morde,Verbrechen, Tote, falsche Versprechen
Verzweifelte, die ihre Liebsten rächen

Doch vom Guten wollen wir nichts hören
Auf schlechte Neuigkeiten können wir schwören


Irina Kusmina aus München, Leuitpoldgymnasium, Jahrgangsstufe 11, Muttersprache Russisch


Medien-Macht

Immer in perfektem Design,
Models aufgetakelt und ganz fein,
Buchstaben haargenau in Reihe gereiht,
Moderatoren zu einigem bereit.

Jede Neuigkeit wird in Zeitungen abgedruckt
und sich oft auch ein Star als ganz normal entpuppt.
Doch die Presse trägt keinen Heiligenschein,
manchmal dringt sie nämlich zu sehr ins Privatleben ein.

Vom Fernsehen wird alles kommentiert,
aber manchmal von Zeitungen übertrieben und zu detailliert.
Werbung meist dann kommt, wenn man sie nicht braucht,
Mode wird schnell von allen gekauft.

Alles wird nicht immer der Wahrheit entsprechen,
nur Politiker werden allem ein Sahnehäubchen draufŽ setzen.
Medien haben jedoch sehr viel Macht,
keiner hat es ihnen je zu entkommen geschafft.


Sarah Viktoria Löwe aus Aiglsbach, Johann-Turmair-Realschule Abensberg, Jahrgangsstufe 10, Muttersprache Deutsch


Nachrichten

Wer erlag heute all seinen Wunden?
Wie viele Geiseln sind nun schon verschwunden?
Auf ihr Kind wartet die Mutter seit Stunden,
Wer denkt schon daran, will sein Beileid bekunden?

Weiterhin wütet wild der Krieg,
Wir nehmen's so hin, was bleibt uns schon,
Wollen nur irgendeinen friedlichen Sieg,
Die Mutter erwartet noch immer den Sohn.

Wir sehen alles nur aus herrlicher Ferne,
Uns trennt ja noch dies bedeutende Glas,
denn was uns erreicht,
wirkt weit weg wie die Sterne,
was nicht gefällt, vergessen wir gerne.

Die ständigen Bilder von schrecklichen Taten,
Wir verbinden damit nur abstrakte Daten,
Die Zeitung ist voll von tödlichem Grauen,
Doch können wir das Geschehen durchschauen?
Sind wir gebunden an die Geschichten, die vielen,
die sie uns liefern, um mit Gefühlen zu spielen?

Eben weil die Nachrichten unsre Mitleidsschwelle senken,
so bleibt die Pflicht, auch selbst zu denken,
denn sind wir geneigt, allem Glauben zu schenken,
so müssen wir's wagen, dagegen zu lenken.


Julika Schlör aus Grünsfeld, Matthias-Grünewald-Gymnasium Tauberbischofsheim, Jahrgangsstufe 12, Muttersprache Deutsch


Die Macht der Medien

Schlagzeilen über Schlagzeilen,
die einen überall ereilen!
Nachrichten über Nachrichten,
die einen zu Grunde richten!
Was soll man denken?
Was soll man glauben?
Wem Vertrauen schenken?
Welche Zeitung zusammenklauben?

Schlagzeilen über Schlagzeilen,
die einen überall ereilen!
Nachrichten über Nachrichten,
die einen zu Grunde richten!
Kann man da noch objektiv sein,
sich seine eig' ne Meinung bilden?
Steht man damit nicht ganz allein,
in gefährlichen Gefilden?

Schlagzeilen über Schlagzeilen,
die einen überall ereilen!
Nachrichten über Nachrichten,
die einen zu Grunde richten!
Wenn sie Schlagzeilen wittern,
ist es nur noch selten Spaß!
Dann sollten die Leute zittern,
Macht der Medien nennt man das!


Anna Slobodnik aus Berlin, Felix-Mendelsson-Bartholdy-Gymnasium, Jahrgangsstufe 12, Muttersprache Russisch


Außer-Konkurrenz-Gewinnerinnen:


Freie Medien, freie Bürger?

Axel Springer
Links gerichtet
Traue keinem
Der berichtet
Objektiv
Ist keiner hier
Denk mal nach
Und horch genau

Schaust du abends
Tagesschau?
Glaub nicht alles
Was du siehst
Medien sind ein
Spielball großer Mächte
Pressefreiheit ist zensiert
Dumm gehalten wird das Volk

"Nachrichten sind objektiv"
Glaubst du an den Weihnachtsmann?
Lass die Medien an dein Hirn
Du glaubst alles
Was du hörst
Schon seit Jahren ist er Mensch
Gefangen in der Medienwelt
Immer weiter, immer wieder
Ködert ihn die fette Spinne
Bis er dann, in ihrem Netz
Gefangen und verschlungen wird


Jana Freund aus Maintal, Albert - Einstein – Schule, Jahrgangsstufe 12, Muttersprache Deutsch


Die Zeitungsente

Ich bin eine Zeitungsente,
quake hier und quake dort,
doch Menschen sprechen Menschensprache,
versteh’n kein einz’ges Entenwort.

So kann es manches Mal passieren,
dass da was steht, was so nicht stimmt
auf all diesen Papieren.
Ob man mir das übel nimmt?

Wenn etwas in der Welt passiert,
bin ich gleich vor Ort,
entzupf mir einen Federkiel
und schreibe Wort für Wort.

Doch gute Übersetzer
für so etwas sind rar.
Da wird dann vieles aufgeschrieben,
was nie wirklich so war!

So liegt dann zwischen Toast und Ei
im Frühstücksambiente
eine Zeitung voller Fehler.
Es grüßt die Zeitungsente!


Julia Frick aus Lambsheim, Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium Mannheim, Jahrgangsstufe 13, Muttersprache Deutsch

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk