Wissenschaft im Brennpunkt / Archiv /

 

Die Neuvermessung des Bösen

Teil 1: Das Verbrechergehirn

Von Marieke Degen

Schematische Darstellung von Nervenzellen.
Schematische Darstellung von Nervenzellen. (Universität Antwerpen)

James Fallon ist Professor für Neurowissenschaften an der Universität von Kalifornien in Irvine. Seit fast 20 Jahren befasst er sich mit den Gehirnen von Schwerverbrechern. Eines Tages nimmt der Forscher selbst als Kontrollperson an einer Alzheimerstudie teil. Sein Gehirn wird durchleuchtet, sein Erbgut analysiert. Als James Fallon seine Ergebnisse bekommt, traut er seinen Augen kaum. Das Hirnareal, das unter anderem für moralische Entscheidungen und Impulskontrolle zuständig ist, scheint nicht aktiv zu sein.

Sein Hirnscan sieht genauso aus wie der eines Gewaltverbrechers. Außerdem weist sein Erbgut Genvarianten auf, die mit besonders aggressivem Verhalten in Verbindung gebracht werden. Doch James Fallon hat in seinem Leben noch nie eine Straftat begangen. Was macht manche Menschen zu Vergewaltigern und Serienkillern, andere nicht? In Gefängnissen auf der ganzen Welt machen sich Forscher an die Neuvermessung des Bösen.

Sie schieben Häftlinge in Kernspin- und Positronenemissions-Tomographen und beobachten, wie sie auf bestimmte Bilder und Reize reagieren. Doch noch kann niemand abschätzen, wie aussagekräftig solche Hirnscans tatsächlich sind. Ein Feature über die Suche nach den Wurzeln des Übels.

Hinweis: Teil 2 dieses Doppel-Features können Sie hier lesen.

"Manuskript zur Sendung:"

Die Neuvermessung des Bösen, Teil 1

"Weiterführende Links:"

Sendungen des Deutschlandradios:

      Die Idee vom geborenen Verbrechrer
      (Büchermarkt, 22.12.10)

     &nbspKrank oder kriminell?
      (Forschung aktuell, 29.11.10)

      Weggeschlossen für immer
      (Hintergrund, 19.10.10)

      Lüge und Wahrheit vor Gericht
      (Forschung und Gesellschaft, 24.09.09)

      Das Böse in uns
      (Auslese, 14.10.07)

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Wissenschaft im Brennpunkt

BiologieTiere haben Persönlichkeit

Den Schnabel voller Kot vom Nachwuchs fliegt eine Kohlmeise (Parus major) am 08.05.2014 aus einer Maueröffnung in Petersdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg).

Der eigene Dackel ist furchtsam und unselbstständig, der von nebenan forsch und eigensinnig - Tiere unterscheiden sich in ihrem Verhalten und ihrem Charakter. Diese Erkenntnis galt lange als unwissenschaftliches Laiendenken. Doch es gibt verblüffende Belege tierischer Individualität.

Visionen für den Verkehr Das Auto geht in die Luft

Ein einsitziges Luftfahrzeug fliegt mit drei horizontalen Rotoren an einer nur schemenhaft erkennbaren Stadtkulisse entlang.

Seit über 100 Jahren träumen Menschen von fliegenden Autos. Weit über 1000 Pioniere haben sich daran abgearbeitet, manche schafften es bis kurz vor Serienreife - und scheiterten dann doch. Ein alltagstaugliches Flugauto fährt bis heute nicht auf unseren Straßen. Nun wagt sich die nächste Generation an die anspruchsvolle Aufgabe.

FortpflanzungsmedizinFür immer fruchtbar?

Uterus-Transplantation: Das neugeborene Baby kurz nach der Geburt

Eine junge Frau kommt ohne Gebärmutter auf die Welt - und entbindet doch ein eigenes Kind. So geschehen in Göteborg, wo Ärzte einer 34-Jährigen die Gebärmutter einer Freundin transplantiert hatten. 36 Jahre nach der Geburt des ersten Retortenbabys wagt sich die Fortpflanzungsmedizin weit über die künstliche Befruchtung hinaus.