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Die Poesie des Waldes

Unterwegs im ersten deutschen Lesewald

Von Ralph Gerstenberg

Blick in den Herbstwald
Blick in den Herbstwald (Deutschlandradio - Daniela Kurz)

Ein altes verziegeltes Lehmfachwerkhaus mit Nebengelassen am Waldesrand. Der ehemalige Sitz einer preußischen Försterei im brandenburgischen Hermsdorf dient seit einem Jahr dem österreichischen Künstler Wolfgang Georgsdorf als eine Art Basislager. Von hier aus startet er seine Kunstprojekte, die immer wieder den Wald thematisieren.

Ein altes verziegeltes Lehmfachwerkhaus mit Nebengelassen am Waldesrand. Der ehemalige Sitz einer preußischen Försterei im brandenburgischen Hermsdorf dient seit einem Jahr dem österreichischen Künstler Wolfgang Georgsdorf als eine Art Basislager. Von hier aus startet er seine Kunstprojekte, die immer wieder auch das thematisieren, was den Künstler hier umgibt: den Wald.

Wolfgang Georgsdorf:
"Aus diesen Wäldern gehen sehr alte Geschichten hervor. Es steckt vieles in ihnen, weil Europa ein einziger Wald war. Um sichtbar zu machen, was für Geschichten sich um den Wald ranken, um das Phänomen Wald, ist die Idee entstanden, diese Geschichten selbst im Wald sichtbar zu machen und den Spaziergang aufs Schönste zu verbinden mit dem Erlesen dieser einzelnen Zitate, Quellen, Anregungen aus Literaturen, die es aus der ganzen Welt gibt, aus vielen Zeiten und aus vielen Kulturen zu dem großen Thema Wald."

Denn in den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte.

Schrieb Franz Kafka auf einer Postkarte von einer Böhmerwaldreise an seinen Freund Max Brod im Jahre 1918. Und Marilyn Monroe notierte 1955 auf einem Zettel im New Yorker Hotel Waldorf Astoria:

Ihr lieben, traurigen Bäume - Euch wünsche ich - Frieden. Aber ihr müsst wachen.

56 solcher Texte über den Wald hat Wolfgang Georgsdorf für seine "Lesefährte Waldweisen" zusammengetragen. So heißt ein circa 20 Kilometer langer Rundweg, der sich am Dahme-Ufer durch die Forst- und Heidelandschaft des Naturparks Dahme-Heideseen entlangschlängelt. Nur eine halbe Autostunde südlich von Berlin kann der Waldweisenwanderer eintauchen in eine Naturoase, wie man sie in Großstadtnähe kaum vermuten würde. Die Poesie des Waldes begegnet ihm dabei auf Texttafeln, die der Künstler am Wegesrand positioniert hat. Zum Beispiel das romantische Waldbild eines Clemens Brentano:

Auch ich war durch den tönenden Wald wunderbar überrascht und fühlte, was die Alten in ihren Wäldern empfinden mochten, die noch mit Göttern belebt waren, welche in wunderbaren Waldstimmen um den Wanderer ertönten.

Auf dem Weg zum Literaturpfad, der sich nur unweit von Wolfgang Georgsdorfs Haus befindet, erklärt der Künstler den Titel seines Literaturpfades: "Lesefährte Waldweisen".

Wolfgang Georgsdorf:
"Ich bin davon ausgegangen, dass eigentlich das Erste, was Menschen zu lesen gelernt haben, Fährten waren. Die Fährte, das ist das aufgefädelte Nacheinander, in dem Fall Textperlen auf dem Weg aufgefädelt. Hier sind es Lesepulte, die wie Baumstämme kurz aus dem Boden ragen. Als ob Texte, die längst im Mysterium des Waldes vergraben waren, sich irgendwann aus diesem weichen Waldboden herausgeschoben hätten. Die Weise ist einerseits altes Lied. Die Art und Weise. Dann der Weise als kluger, wissender Mann, vom althochdeutschen Wizzi. Aus dieser Wurzel kommt einerseits das Wort Wissen, andererseits das Wort Witz und das englische Wort wizzard, der Zauberer, kommt auch davon. Das war einfach ein Mensch, der ein bisschen mehr gewusst hat über das Leben. Das sind die Begriffe, die damit gemeint sind. Lesefährte Waldweisen. "

Der nördlichste Einstieg zur Lesefährte befindet sich an der Hermsdorfer Mühle. Die Schleuse an der Dahme ist ein Knotenpunkt verschiedener Wanderwege. Hier kreuzen sich der Dahme-Radweg, der ehemalige Hofjagdweg, die Dahme selbst als Wasserstraße sowie die "Lesefährte Waldweisen", die mit einer überdachten Infotafel und zwei in luftiger Höhe auf einer Pforte montierten Schreibfedern auf sich aufmerksam macht. Die Feder ist das Symbol des literarischen Waldspaziergangs. Immer wieder tauchen weiße Federn an Bäumstämmen auf und weisen dem Wanderer den Weg.

Wolfgang Georgsdorf:
"Bitte schön, das kann ich Ihnen heute bieten, das ist die Lesefährte, da geht sie lang, da geht sie wieder runter an die Dahme und am anderen Flussufer geht sie auch, zurück, von Märkisch Buchholz. Über zehn Kilometer."

Zunächst führt die Lesefährte das Westufer der Dahme entlang, vorbei an einer Sumpflandschaft. Verlandungsmoore, ehemalige Fließe und Erlenluche bilden eine märchenhafte Kulisse, in der auch etwas Dunkles, Geheimnisvolle zu schlummern scheint. Von den nicht-sichtbaren, im Wald verborgenen Geschichten und dunklen Geheimnissen handeln viele der Texte auf den Pulten der Lesefährte. Bereits in den Märchen der Brüder Grimm erschien der Wald als etwas Unberechenbares, oft auch Bedrohliches, dem jedoch auch ein ganz eigener Zauber innewohnt.

Einstmals verfolgte der Jäger ein Reh. Als das Tier aus dem Wald in das freie Feld ausbog, setzte er ihm nach und streckte es endlich mit einem Schuss nieder. Er bemerkte nicht, dass er sich in der Nähe des gefährlichen Weihers befand, und ging, nachdem er das Tier ausgeweidet hatte, zu dem Wasser, um seine mit Blut befleckten Hände zu waschen. Kaum aber hatte er sie hineingetaucht, als die Nixe emporstieg, lachend mit ihren nassen Armen ihn umschlang und so schnell hinabzog, dass die Wellen über ihm zusammenschlugen.

Wolfgang Georgsdorf:
"Ich wollte einfach, dass mit Lesefährte Waldweisen etwas Zauberhaftes verbunden ist, auch ein bisschen was Mysteriöses, Mythisches, in jedem Fall Poesie. Ich finde schön, dass in dem Wort Traum der Raum so stark drinsteckt, denn das ist es, was es braucht, um Bilder, Gedanken oder auch nur die Stille entfalten zu können. Das braucht Raum. Und Brandenburg hat viel Raum. Und die Lesefährte bedient sich dieses Raumes. Der Abstand zwischen den einzelnen Stationen muss groß genug sein, dass nicht das Nächste das Vorhergehende stört. "

So wandert man dahin, lässt sich von Rainer Maria Rilke durch einen "Wald von Ungemach" führen, erlebt die Waldeinsamkeit von Gerhard Hauptmanns "Bahnwärter Thiel" und betrachtet mit Nikolaus Lenau eine alte Eiche, die ihre Wurzeln tief in den Grund streckt. An einer Lichtung mit weitem Blick über das Dahme-Ufer wird das Rauschen des Waldes im Gedankenstrom übertönt von einer Melodie, die man sofort im Ohr hat, wenn man das "Abendlied" von Matthias Claudius liest. Von hier aus soll man dem Mond besonders schön aufgehen zusehen können.

Nach circa dreieinhalb Kilometern erreicht der Waldweisenwanderer die Oberförsterei Hammer - ein repräsentativer Klinkerbau aus dem späten 19. Jahrhundert, der von der Bedeutung des Jagens im Kaiserreich kündet. Hirschgeweihe zieren die Fassade. Davor parkt ein grüner Jeep auf einem Kiesweg. Auf der Ladefläche liegt ein Jagdhund und blinzelt müde in der Mittagssonne.

Tim Ness ist als Leiter der Oberförsterei Hammer ein viel beschäftigter Mann. Immer wieder klingelt das Telefon in seinem Büro, von dem aus er den brandenburgischen Wald verwaltet. Das Forsthaus, das vor wenigen Jahren liebevoll saniert wurde, sieht heute wieder so aus wie zu Zeiten von Kaiser Wilhelm II., der in Hammer kein seltener Gast war.

Tim Ness:
"Wilhelm II. war auf jeden Fall zu den Hofjagden, die regelmäßig stattgefunden haben, hier in Hammer. Es gab also die königliche Oberförsterei in Königswusterhausen, wo das große Jagdschloss steht, und hier in Hammer haben meist die ersten Treiben stattgefunden. Dann wurde über die Schmölde übergesetzt mit Dampfern, sehr aufwendig. Dann hat man dort das zweite Treiben gemacht und anschließend im Jagdschloss in Königswusterhausen gefeiert. "

Dass sich im Forsthaus sogar ein Kaiserzimmer befunden haben soll, hält Oberförster Ness allerdings für eine Legende.

Tim Ness:
"In diesem Gebäude befinden sich vier Gästezimmer. Die sind oben im Dachgeschoss. Eins davon hat einen Balkon. Und die Legende geht, dass der Kaiser dort, wenn er hier übernachtet hat, im Morgenmantel bereits schon den ersten Rehbock geschossen hat. Das kann ich mir nicht gut vorstellen, weil der Kaiser, wenn man Zeitdokumente gesehen und gelesen hat, der ist immer mit einem Riesentross unterwegs gewesen. Für so einen Tross ist das dann hier doch wieder zu klein."

Die "Lesefährte Waldweisen" wäre ohne die Unterstützung der Oberförsterei Hammer kaum zustande gekommen. Tim Ness ist immer auf der Suche nach Verbündeten, wenn es darum geht, Menschen für die Schönheit des Waldes zu sensibilisieren. So traf er auf den Künstler Wolfgang Georgsdorf.

Timm Ness:
"Der hatte überschäumend viele Ideen gehabt, eine Idee davon war eben, so eine Lesefährte anzulegen hier im Wald. Mit diesen Texten. Das hat mir gut gefallen, dann haben wir das hier zusammen gemacht. Er hat das dann natürlich richtig ausgebaut und künstlerisch durchdrungen. Ich denke mal, davon haben sich eine ganze Reihe auch von unseren Waldarbeitern und Kollegen identifiziert."

Auf der Texttafel, die sich in Sichtweite zum Forsthaus befindet, steht ein Klassiker von Johann Wolfgang von Goethe.

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.


Die Lesepulte, auf denen die Texttafeln befestigt sind, bestehen aus gekerbten Kieferstücken, deren Musterung an ein aufgeschlagenes Buch oder die Struktur einer Feder erinnert. Tim Ness erklärt, dass es sich dabei um sogenannte Harzlachten handelt.:

"Aus den Kiefern wurde bis zur Wende Harz gewonnen. Bestandteil von Kolofonium und Terpentinöl, das gebraucht in der chemischen Industrie, Kosmetikindustrie, teilweise sogar in der optischen Industrie, hochwertige Lacke, Farben, Kleber, Emulgatoren. Wird auch nach wie vor gebraucht, wird nur viel preiswerter hergestellt in anderen Ländern. Das war sofort mit der Wende vorbei. Weil die aber forstgeschichtlich interessant sind - der Beruf des Harzers ist ausgestorben in Deutschland - freuen wir uns, dass wir dafür so eine gute Verwendung haben."

Den Oberförster hat es aus dem Erzgebirge ins Schenkenländchen verschlagen. So nennt man jenen Teil des Landkreises Dahme-Spreewald, der früher zum Herrschaftsbereich des Adelsgeschlechts Schenk von Landsberg gehörte. An die dort vorherrschenden Kiefernwälder musste Tim Ness sich erst gewöhnen. In der Oberförsterei Hammer bemüht man sich nun, den Wald zu durchmischen, ihn attraktiver, wilder, romantischer zu gestalten.

Tim Ness:
"Wir haben ein Waldgesetz, das schreibt uns vor, dass wir Schutz- und Erholungsfunktionen vorrangig zu beachten haben im Landeswald. Das bedeutet natürlich auch, dass wir den Wald so gestalten sollen, dass er den Menschen, den Waldeigentümern, optimal gefällt. Nicht einfach, weil jeder hat andere Vorstellungen. Aber Fakt ist schon mal, dass Mischbaumartenanteil von allen als angenehm empfunden wird. Der Nebeneffekt ist dabei: Wenn mehr Baumarten einen Wald bilden, ist der nicht mehr so anfällig gegenüber Störungen, zum Beispiel Insektenfraß. Wir wollen also weg von diesem Denken, dass der Wald ein Holzacker ist, wo man Kiefern pflanzt und nach 100 Jahren erntet. Wir wollen den Wald als ein Ökosystem verstehen, das aus vielfältigen Pflanzen- und Tierarten zusammengesetzt ist, und Teile so nutzen, dass wir diesen Organismus nicht schädigen."

Auf seinem weiteren Weg in Richtung Märkisch-Buchholz wird der Waldweisenwanderer auf einen Text von Robert Musil treffen, der ihn mit einem Forstverständnis konfrontiert, das nicht mehr als zeitgemäß gilt, dessen Geist man jedoch im brandenburgischen Wald immer noch spüren kann. Ein Wald verändert sich eben nur sehr langsam.

Den deutschen Wald aber hat der Forstmeister so aufgebaut, dass er mit Recht sehr böse wäre, wenn man darin seine sachkundige Hand nicht sofort bemerken wollte. Er hat für Licht, Luft, Auswahl der Bäume, für Zufahrtswege, Lage der Schlagplätze, und Entfernung des Unterholzes gesorgt, und hat den Bäumen jene schöne, reihenförmige, gekämmte Anordnung gegeben, die uns so entzückt, wenn wir aus der wilden Unregelmäßigkeit der Großstädte kommen.

Auf dem Weg nach Märkisch-Buchholz knistern die Kiefernnadeln unter den Schuhsohlen. Wildschweinsuhlen unterbrechen die filzartige Moosdecke, Dammwild flüchtet ins Unterholz. Kein Mensch weit und breit. Je weiter die Lesefährte sich vom Dahme-Ufer entfernt, desto übersichtlicher wird jedoch der Wald. Wie ein erstarrtes preußisches Heer stehen die Kiefern in Reih und Glied. Auf den Zusammenhang zwischen dem militärischen Strammstehen und dem Waldgefühl der Deutschen verweist auch ein Text von Elias Canetti.

Das Massensymbol der Deutschen war das Heer. Aber das Heer war mehr als das Heer: Es war der marschierende Wald. In keinem modernen Lande der Welt ist das Waldgefühl so lebendig geblieben wie in Deutschland. Das Rigide und Parallele der aufrechtstehenden Bäume, ihre Dichte und ihre Zahl erfüllt das Herz des Deutschen mit tiefer und geheimnisvoller Freude. Er sucht den Wald, in dem seine Vorfahren gelebt haben, noch heute gern auf und fühlt sich eins mit Bäumen.

Wolfgang Georgsdorf, der diesen Text aus Elias Canettis Hauptwerk "Masse und Macht" für seine "Lesefährte Waldweisen" ausgewählt hat, kennt natürlich auch die tragischen Ereignisse, die sich in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges in diesem Wald abspielten. Hier waren die Überreste der 9. Armee Hitlerdeutschlands von den russischen Streitkräften eingekesselt worden. Der Befehl zum Durchbruch in Richtung Westen kostete 60.000 Menschen das Leben.

Wolfgang Georgsdorf:
"Man hat natürlich hier auch noch ein Gefühl für diese Tragödien und Dramen, die in diesen Wäldern rund um Berlin passiert sind. Die Kesselschlacht von Halbe hat in unmittelbarer Nähe stattgefunden. Ich selbst hab Waffen beim Schwimmen in Moorseen, Gewehre aus dem Sumpf herausgezogen. Die Försterei Hammer ist renoviert worden, es wurde aufgegraben und eine uniformierte, im Sitzen begrabene Leiche gefunden mit Abzeichen. "

Auch Märkisch Buchholz, mit 780 Einwohnern eine der kleinsten Städte Deutschlands, ist von den Ereignissen am Kriegsende nicht verschont geblieben. Noch heute klaffen in den Häuserreihen rund um den Marktplatz erhebliche Lücken. In einer davon, direkt gegenüber der Kirche, befindet sich "Hermanns Marktwirtschaft" - ein Biergarten unter einer prächtigen Kastanie, in dem sich der Waldweisenwanderer eine Pause gönnt. Wirt Thomas Tomovski hat das Freiluftrestaurant nach seinem Großvater benannt.

"Mein Großvater war Fritz Hermann, und von dem hab ich praktisch das Grundstück. Das lag hier brach im Grunde genommen. Dann wuchs aber die Kastanie, unter der wir ja fast sitzen, und da dachte ich, na ja, da gehört eigentlich Biergarten runter. "

Hinter einem Holztresen steht ein überdachter Steinofen, in dem der studierte Geologe in den Sommermonaten Pizza backt. Hungrige Radfahrer und Wanderer wissen es ihm zu danken.

Thomas Tomovski:
"Sommerfrischler hab ich hier viel, die die Gegend erkunden, also wandermäßig, und eben Fahrradfahrer, ganz viel. Es ist ja auch erdgeschichtlich hier so eine Sandbüchse mit Geschiebe und Hügeln, einfach eine ganz pittoreske Gegend. Ich hab im Sommer wahnsinnig viele Schweizer hier, die es wunderbar finden, dass es hier keine Berge gibt."

In Märkisch Buchholz lebte und arbeitete auch der Schriftsteller Franz Fühmann. Neben Gedichten, Essays, Prosa und Nachdichtungen schrieb Fühmann sprachspielerische und poetische Geschichten für Kinder. Einen Ausschnitt aus dem Märchen von Anna Susanna Lachdochmal, der "Fee, die Feuer speien konnte", findet man auch auf einem Pult der "Lesefährte Waldweisen".

Da trank die Schneeseekleerehfee auf einen Zug den Schneeseekleerehfeedrehzehwehvergehteekessel aus, und als der Schneeseekleerehfeedrehzehwehvergehteekessel ausgetrunken war, hatte der hellgelbe Schneeseekleerehfeedrehzehwehvergehtee das Schneeseekleerehfeedrehzehweh aus dem Schneeseekleerehfeedrehzeh der Schneeseekleerehfee weggehext, und da stieß die glückliche Fee ein lautes Juche aus, das rings durch alle Wälder schallte. Sie hüpfte frohgemut nach Hause, und auf dem Weg dorthin, da umarmte die Fee noch einmal ganz lieb das Reh, im Klee, am See, voll Schnee.

Am Ende der Fährte ist der Waldweisenwanderer ein bisschen müde, aber erfüllt von den Natur- und Literaturerlebnissen des großen Rundweges durch das Schenkenländchen. In seinem Hermsdorfer Domizil berichtet Wolfgang Georgsdorf noch von einem anderen Waldkunstprojekt, das er gemeinsam mit der Oberförsterei Hammer realisiert hat: das Waldxylophon.

Aus Baumstämmen hat der Künstler ein überdimensionales Perkussionsinstrument gebaut, dessen Einzelteile nun auf seinem Grundstück lagern.

Wolfgang Georgsdorf:
"Schritte in Scheune. "Ja, das ist einer von den Klöppeln, mit denen man draufhauen kann. Diese für die mittleren Töne. Und für die kleinen schauen wir uns mal diese eisernen Hämmer noch mal an. "

Im Wald, außerhalb des Grundstücks, liegen zwölf bis 14 Meter lange Kiefernstämme.

Wolfgang Georgsdorf:
""Das sind halt Bässe, die zu schwer gewesen sind, als dass man sie hätte hineinbringen können. Werden sich schon ganz schön verstimmt haben im Winter."

Für Konzerte und Tonaufnahmen gründete Wolfgang Georgsdorf die Berlin-Brandenburgischen Xylofoniker, die bis zu zwölft auf dem großen Waldxylophon spielen können. Mit ihnen hat der Künstler neben Eigenkompositionen auch Waldxylofonversionen von Stücken eingespielt, die jeder kennt.

So wird der Klang des Waldxylofons im Kopf des Waldweisenwanderers zum imaginären Soundtrack seines literarisch - und nun auch musikalisch - anregenden Ausflugs ins menschenleere und waldreiche Schenkenländchen südlich von Berlin. Am Ende zitiert Wolfgang Georgsdorf noch seinen Lieblingstext - ein Gedicht von Ernst Jandl:

"Wir sind die menschen auf den wiesen
bald sind wir menschen unter den wiesen
und werden wiesen, und werden wald
das wird ein heiterer landaufenthalt"

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