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Seit 18:40 Uhr Hintergrund
StartseiteVerbrauchertippAlleskönner mit Umluft, Dampfgarer und Grill02.03.2017

Die richtige MikrowelleAlleskönner mit Umluft, Dampfgarer und Grill

Früher waren Mikrowellengeräte vor allem zum Aufwärmen oder Auftauen gedacht, heute lassen sich die kompakten viereckigen Kästen oft auch noch als Backofen, Grill oder sogar Dampfgarer nutzen. Wie gut diese Alleskönner tatsächlich sind, hat jetzt der TÜV Süd an aktuellen Modellen untersucht.

Von Susanne Lettenbauer

Ein junges Mädchen, das gerade von der Schule nach Haus gekommen ist, wärmt sich in der Mikrowelle etwas zu Essen auf, aufgenommen am 23.11.2004 in Espoo in Finnland. (picture-alliance/ dpa)
Ein Mädchen erwärmt ein Essen in der Mikrowelle. (picture-alliance/ dpa)
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Mikrowellen-Kombigeräte Gute Geräte können sogar backen

Einfach eine Tasse kalte Milch in die Mikrowelle stellen, dreißig Sekunden auf mittlerer Leistung und schon ist die Milch warm, so funktioniert die herkömmliche Mikrowelle. Doch die Tasse Milch war gestern - moderne Kombi-Mikrowellen garen, gratinieren und grillen, sogar backen ist gut möglich, sagt Andrea Bieler vom TÜV Süd: 

"Ja wir prüfen zum einen die Gleichmäßigkeit der Mikrowelle, ob sie gleichmäßig bräunt überall, ob sie gleichmäßig erhitzt und auch das Auftauprogramm. Ob das Auftauen funktioniert, ob ein gleichmäßiges Ergebnis erzielt werden kann." 

Rein intuitiv lassen sie sich nicht mehr bedienen

Erstes Ergebnis: Automatikprogramme, die dem Nutzer die Feinsteuerung für Grillen, Backen oder Auftauen abnehmen sollen, funktionieren oft nur mäßig bis miserabel. Zwar können die besten unter den Geräten mit 800 bis 1300 Watt Leistung tatsächlich den Backofen ersetzen, bei Kosten von rund 200 Euro. Aber rein intuitiv wie früher lassen sich die Alleskönner nicht mehr bedienen. Die Bedienungsanleitung ist deshalb enorm wichtig, betont die TÜV-Prüferin: 

"Wenn man jetzt zum Beispiel beim Auftauen zuviel Leistung benutzt, dann kommen oft schon auch übergarte Stellen, während andere Stellen zu kalt sind. Man kann aber die Leistung ja immer reduzieren, von daher kann man sich ruhig ein Gerät mit viel Leistung kaufen und dann eben für bestimmte Einsatzgebiete die Leistung reduzieren und hier eben mit weniger Leistung zum Beispiel auftauen."

Überzeugend nur bei einigen Funktionen

Bei den Kombigeräten ist je nach Haushaltsgröße wichtig, wie groß das Geräteinnenvolumen ist: Zwischen 13 und 42 Liter reicht die Spanne, für einen Singlehaushalt sind 25 Liter am besten geeignet. Pizza und Kuchen passen da problemlos hinein, man spart Platz und Strom gleichzeitig, selbst wenn das Gerät fest in die Küchenzeile eingebaut ist, erklärt die TÜV-Expertin. 

"Durch die neuen Richtlinien ist das standby schon sehr vom Stromverbrauch reduziert und sie zieht nur Strom, wenn sie in Gebrauch ist." 

Wirklich überzeugt haben bislang nur die Mikrowellen- und Backfunktion. Bei der Grill- und Dampfgarfunktion müsste noch nachgebessert werden, so TÜV-Prüferin Bieler.

Bei aktuellen Modellen verbauen die Hersteller mittlerweile Standflächen statt des üblichen Drehtellers. Damit können auch eckige Teller verwendet werden, aber die Garqualität hinkt der des Drehtellers deutlich hinterher.

Technik ist prinzipiell die gleiche wie vor 30 Jahren

Skeptikern, die Mikrowellengeräte aufgrund der Strahlung grundsätzlich ablehnen, können bei den Kombigeräten aufatmen, denn die Technologie des Grillens ist dieselbe wie bei Backöfen, sagt Gunde Ziegelberger vom Bundesamt für Strahlenschutz. 

Prinzipiell arbeiten Mikrowellengeräte auch heute noch, 30 Jahre nach Markteinführung nach demselben Prinzip: Die hochfrequenten elektromagnetischen Felder erhitzen nur die Wassermoleküle ähnlich wie in einem Kochtopf. Auch dort können Reis oder Nudeln anbrennen:

"Wenn man einfach zu lange zu stark erhitzt, dann fangen die Moleküle sich an zu verändern und es können krebserregende Stoffe entstehen, aber es ist kein Qualitätskriterium vom herkömmlichen Kochen oder von der Mikrowelle, sondern es ist die Zeit, die verantwortlich ist für die Qualität der Nahrung." 

Solange also die Vorgaben des Herstellers beachtet werden, so die Strahlenexpertin, können Mikrowellengeräte bedenkenlos genutzt werden.

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