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StartseiteLied- und Folkgeschichte(n)Fado ohne Staubschicht01.04.2016

Die Sänger António Zambujo und Telmo PiresFado ohne Staubschicht

Männliche Fadistas kennt außerhalb von Portugal kaum jemand. Zwei, die es über die Grenzen hinaus geschafft haben, sind Telmo Pires und António Zambujo. Beide erneuern den Fado auf ihre Weise. Telmo Pires wagt sich dabei an Stücke, die bisher noch nicht in den Fadohäusern Portugals gesungen wurden.

Von Camilla Hildebrandt

(picture alliance / dpa / XAMAX)
Der deutsch-portugiesische Fadosänger Telmo Pires (picture alliance / dpa / XAMAX)
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Ohne Amália Rodrigues, die Königin des traditionellen Fado, vom Thron zu stoßen, haben sich ihre Nachfolgerinnen emanzipiert. Ana Moura, Mísia oder Mariza sind internationale Stars. Doch auch die männlichen Fadistas holen auf und den Fado unter einer Staubschicht aus Klischees hervor.

António Zambujo orientiert sich an brasilianischen Einflüssen, an Samba, Bossa Nova und Choro. Der im Ruhrpott aufgewachsene Telmo Pires geht in eine andere Richtung. Noch in Deutschland begann er Fado mit Jazz und Chansonelementen zu verbinden. Seit er in Portugal wohnt, versucht er, eine Art Fadoessenz zu destillieren.

Musik "Marujo Portugûes" - Telmo Pires

"Man frag mich oft, warum ich auf Fado gekommen bin, weil ich bin ja zum größten Teil in Deutschland aufgewachsen. Und ich erkläre es immer so: nicht aus großer Liebe und Leidenschaft für den Fado, sondern aufgrund von zwei Stimmen: Amália Rodrigues und Dulce Pontes. Ich hab als Kind überhaupt nicht verstanden, um was es ging in den Texten, sondern kannte nur die Stimme, die aus dem untersten der Seele an die Oberfläche schreit. Und diese Stimme hab ich dann mit neunzehn, zwanzig wiederentdeckt und war hin und weg!"

sagt Telmo Pires.

"Der Fado ist eine sehr persönliche Musik, jeder Einzelne erschafft seinen Stil. Ich sage immer: es ist wichtig einen Fuß auf der Erde zu haben und einen in der Luft. Also eine profunde Kenntnis darüber zu haben, was schon erschaffen wurde, was die Tradition ist, um dann etwas anderes zu machen, es zu erneuern, aber auf der Basis der Tradition."

sagt António Zambujo.

Musik "Despassarado" - António Zambujo

Fado gehört seit 2011 zum Weltkulturerbe. Die Verehrung für die Tradition ist in Portugal groß. Dennoch interpretiert jeder den Fado auf seine Art. Auch wenn es viele männliche Fadistas gibt, sind hier vor allem die weiblichen Fadosängerinnen bekannt. 

Musik "Estranha forma de vida" - Amália Rodrigues

"Amália Rodrigues - Estranha forma de vida, ein Text, den sie mit Mitte Dreißig geschrieben hat, 'die seltsame Art zu leben'. Der Text mit dieser Musik, mit dieser Frau ist für mich, wie sie es singt, wirklich die komplette Essenz, ist für mich die Fado-Bibel. Dieser eine Song hat für mich damals ausgereicht mich zu motivieren dieser Musik nachzugehen."

Welch´ seltsame Art zu leben
hat dieses, 'mein' Herz 
Du ernährst Dich von verlorenem Leben
und weißt nicht wohin Du willst
wenn Du nicht weißt, wohin Du willst, halt ein!
hör´ auf Dich so sehr zu beeilen
denn ich werde Dich nicht mehr begleiten können.

Fado war wie ein Newsletter

Der Fado entstand ehemals wie eine Art mündlicher Newsletter. Es heißt, Fado sei die Musik der Huren und Seeleute gewesen, erklärt Telmo Pires, Sohn portugiesischer Auswanderer. Aufgewachsen ist er im Ruhrpott. Fado sei Sehnsucht, Leidenschaft und Freude am Feiern.

"Später wurde er dann salonfähig durch bestimmte Leute und ist schließlich auch in den obersten Schichten angekommen, weil auch die obersten Schichten haben ein Herz, geben sich dem irgendwann hin."

Von der Politik instrumentalisiert

In Portugal wurde der Fado lange Zeit von der Militärregierung - dem  Novo Estado, 1933 bis 1974  – für seine Zwecke instrumentalisiert. Der Novo Estado wurde mit  dem Satz "Fado, Fátima e Futebol" also "Fado, Religion und Sport" beschrieben. Sie sollten das Volk ruhigstellen und von den Machenschaften der Regierung ablenken.

Die Grand Dame Mísia hat Anfang der 90er als erste gewagt, das traditionelle Bild zu erneuern, und sie sagt:

"Als ich damals angefangen habe, war der Fado nicht sehr angesehen in Portugal, er galt als die Musik der Rechten. Aber der Fado ist urban und deswegen wäre es eine Novität, wenn er sich nicht ändern würde. Er verändert sich immer, seit dem ersten Moment, in dem er besungen wurde."

Musik "Recusa" - Mariza

Wenn Fadista zu sein bedeutet:
der Mond zu sein,
die Sonne aus den Augen zu verlieren,
eine Statue zu sein, die sich inszeniert,
dann bin ich keine Fadista.

Wenn Fadista zu sein bedeutet:
traurig zu sein, eine vorhersehbare Träne,
wenn der Fado nur aufgrund des Leids existiert:
dann... bin ich keine Fadista,

Aber wenn es heißt: 
sich auf den Weg zu machen
viele unbekannte Verse zu erobern
dann bin ich keine Fadista,
dann bin ich der Fado selbst!

"Recusa" – Verweigerung – gesungen von der heute 42-jährigen Mariza. Komponiert hat ihn Mário Rainho, einer der großen Dichter Portugals, der seit über 40 Jahren Fados schreibt. Er ist der erste, der schon zu Lebzeiten von der Casa do Fado e da Guitarra Portuguesa  -  vom "Haus des Fado und der portugiesischen Gitarre" - ausgezeichnet wurde.

Musikmanager setzen auf die Sängerinnen

"Es gibt viele Männer, die ganze junge Generation, jünger als ich, es gibt ganz tolle Musiker, Sänger, aber man kennt immer nur Frauen. Frauen wie Mísia, Mariza, Ana Moura oder Carminho.

Das liege vor allem an den portugiesischen Musikmanagern, meint Pires, die der Ansicht sind, Frauen ließen sich besser verkaufen. Ein großer Irrtum, sagt er.

Aufgewachsen im Ruhrpott hat Telmo Pires nicht wie Mariza oder Carminho schon als Kind angefangen in Fado-Häuern zu singen, inspiriert durch Eltern oder Freunde, für die Fado selbstverständlich ist wie der Galão – der Milchcafe - am Morgen. Er hat den Fado im Radio gehört. Als Jugendlicher bringt er sich das Singen selbst bei, spielt Theater, stellt mit Anfang Zwanzig sein erstes Soloprogramm zusammen. Deutsche Lieder, französische Chansons und portugiesische Stücke. Aber bald bleiben nur noch die portugiesischen übrig. Telmo Pires zieht nach Berlin, beginnt zu experimentieren, mit Jazzeinflüssen, mit Percussionsbegleitung, oder zusammen mit der Pianistin Maria Baptist auf der CD "Sinal - Zeichen".   

Musik "Maria Lisboa" - Telmo Pires

2010 erfüllt sich Telmo Pires einen Kindheitstraum: er zieht in die Hauptstadt des Fado.

"Ohne jemanden zu kennen in Lissabon, also was ich kannte, das war meine Heimat-Sprache. Und ich muss einigen Leuten danken, die mich an die Hand genommen haben und meine Arbeit gehört haben, die ich bis dahin gemacht habe in Deutschland, und die es gut fanden, sehr anders als das, wie Fado in Portugal behandelt wird. Sie haben gemerkt, dass ich keine Angst von Klischees oder irgendwelchen Regeln habe. Die habe ich noch nie gehabt. Und dann bin ich langsam in die Szene reingerutscht."

Pires lernt Davide Zaccharia kennen, den musikalischen Leiter von Dulce Pontes. Ein Italiener, der seit Jahren in Lissabon lebt, die gesamte Fadoszene kennt, und im Gegensatz zu traditionellen Szene offen ist für Neues.

Der "deutsche" Fadosänger

"Er hat mich mit Musikern zusammengebracht, die mich dann auch gut fanden und in Fadohäuser eingeladen haben zum Singen, was ich ja in Deutschland nie gemacht habe, diese Tradition gibt es ja nicht. A Kapella sich in die Kneipe zu stellen und einfach zu singen.

Und das finden dann einige Leute auch spannend, dass ein Deutscher – Ach, der Deutsche schon wieder -  sich nach Portugal traut, in die Höhle des Löwen, um da mal was Neues zu versuchen mit den Musikern dort, und die erst mal zu überzeugen!"

Musik "Bem Acompahando" - Telmo Pires

Zaccharia ist angetan von Telmo Pires. Er produziert mit ihm das erste Album nur mit portugiesischen Musikern, "Fado Promessa – Fado Versprechen". Eigenkompositionen von Pires, traditionelle Stücke mit Texten von ihm und Kompositionen von Davide.

Ich wollte nicht länger auf dich warten
Wir hatten alle Freiheiten
aber als ich dich in Gesellschaft sah
Freundete ich mich mit der Sehnsucht an
Ich hab mich mit so vielen Leuten,
Mit so vielen Dingen... und doch mit NICHTS angefreundet 
Denn um in guter Gesellschaft zu sein
Brauche ich nur Stimme und eine Gitarre.

"Bem Acompanhado" – in guter Begleitung, ein Fado von José Magala, der Text stammt von Telmo Pires.

Sich dem Fado annähern

Die Zusammenarbeit mit den portugiesischen Musikern ist für Pires einzigartig.

"Ich bin nach Lissabon, ich lebe in Lissabon seit 5 Jahren und wollte mich dem Fado immer mehr annähern und vielleicht das wieder gut machen, was ich in Deutschland verpasst habe solange ich hier war, weil du hier die Musiker nicht hast und die Strukturen."

Musik "Flagrante" - António Zambujo

Ich hatte es dir gesagt mein Schatz
Dass es nicht gutgehen würde
Aber nein!
Ein Küsschen hier
Wie in einem Versprechen
Und du hast dich für mich ausgezogen
Ein dummer Weg    
Wo hatte ich nur meinen Kopf
Als ich "ja" sagte?
Nebenan haben sie deine Lust-Seufzer gehört… und haben uns entdeckt.

Schon früh Fadowettbewerbe gewonnen

Zambujo wird in die Fadoszene hineingeboren. Eltern und Bekannte singen, er lernt Klarinette spielen. Mit sechzehn gewinnt er einen lokalen Fado-Wettbewerb im Alentejo, seiner Heimat im Süden des Landes. Später zieht es ihn nach Lissabon wo er wie fast alle seine Kollegen in den renommierten Fado Clubs im Stadtteil Alfama auftritt.

Seine ersten CDs, mit denen er Preise und Auszeichnungen gewinnt, sind noch deutlich vom Alentejo geprägt. Aber spätestens mit den Alben "Guia" und Quinto", dem 4. und 5. schlägt er einen neuen musikalischen Weg ein.

Ein großer Verehrer brasilianischer Musiker

 "Der kreative Prozess ist sehr persönlich, sehr eigen. Wenn es die Leute später auch noch verstehen was du da gemacht hast, umso besser. Aber meine neue Herangehensweise ist völlig spontan, ohne irgendeine Art der Vision oder Absicht dahinter, es ist meine Kreativität."

Zambujo, heute 40, ist ein großer Verehrer brasilianischer Musiker. Die Innigkeit mit der er seine Stimme einsetzen kann, zart, vorsichtig,  behutsam, als wenn er Furcht davor hätte etwas zu zerbrechen, erinnert an Caetano Veloso. Manchmal könnte man meinen, Veloso sitze direkt neben ihm, beim "Valsa de um pavão ciumento" etwa vom aktuellen 6. Album "Ruá da Emenda".

Musik "Valsa de um pavão ciumento" - António Zambujo

"Aus ästhetischer Sicht identifiziere ich mich sehr mit Caetano Veloso. Ich bin sehr begeistert von der brasilianischen Musik, vor allem von João Gilberto, so wie er gesungen hat, auch beeinflusst durch Chet Baker, das sind Arten des Singens, die zum Fado komplett antagonistisch sind. Im Fado wird mit viel Kraft gesungen. Und mir gefiel aber immer mehr das "smoothe". Und weil ich mich wie gesagt mit Gilberto identifiziert habe, hatte ich sehr große Lust mehr in diese Welt einzutauchen, Poeten, Komponisten anzuhören und auch Schüler. Und einer der bedeutendsten dieser Schüler ist eben Caetano Veloso."

Bei seinen Auftritten erhält Zambujo tobenden Applaus. Das Publikum spürt, dass hier niemand gefallen möchte, sondern aus sich heraus kreiert und interpretiert, mit Jazz und Bossa-Einflüssen spielt, seine Stimme völlig Fado-untypisch aber authentisch einsetzt.

Verkrustete Konventionen aufbrechen

"Es ist immer ein sehr großes Risiko etwas Neues zu machen. Stell dir vor, du kommst an einen Ort, wo die Leute eine ganz bestimmte Vorstellung von Fado haben, die Art des Singens, die Art des Musizierens, und du kommst da hin und präsentierst etwas komplett anderes. Das ist ein Risiko!"

Auch Telmo Pires merkt in Portugal schnell, wie verkrustet die musikalischen Konventionen sind. Als er mit den Aufnahmen für seine aktuelle CD "Ser Fado - Fado Sein", beginnt, gibt es einige, die ihm reinreden wollen. Mit der Erklärung: im Fado mache man das eben so.

Musik "Desfeito" - Telmo Pires

"Ich hasse dieses: macht man. Jetzt tendieren viele dazu, also es haben ein paar große Stars vorgemacht, dass es funktioniert, mit E-Pianos, Schlagzeugen und so zu arbeiten. Man wollte mich überreden ein "Fado Light Album" zu machen, mit ein bisschen Samples und Rhythmen, der Rhythmus ist wichtig, damit die Leute mitklatschen. Ich finde, das geht völlig am Thema vorbei. Man kann eine Musik erneuern aber nicht durch die Form, sondern durch die Inhalte. Weil ein Lied, was dir nichts sagt, da kannst du auch ein 50-Mann-Orchester hinsetzen. Wenn es dich nicht berührt, kann es das Publikum nicht berühren."

Ach... Sein, was ich nicht bin
hingehen, wo ich nicht sein werde
immer rennend
ohne auf mich zu warten
ach... spüren, dass ich nicht gefühlt habe
sterben, was ich gelebt habe
immer rennend 
ohne zu verzweifeln…

Der Essenz des Fado so nah wie möglich

Telmo Pires hat sich nicht "reinreden lassen". Auf "Ser Fado" – Fado Sein" finden sich ältere Lieder, wie Malaventurado von Alain Oulman, dem Komponisten von Amalia, die aber so gut wie nie in den Fado-Häusern zu hören sind. Er vertont ein bisher unveröffentlichtes Lied von Portugals jung verstorbener Poplegende António Varições, eine Art Volkslied, das ihm Varições Bruder nach einem Konzert unerwartet überlässt. Außerdem Kompositionen von Produzent Davide Zaccharia und mehrere eigene Texte. Unter Fadistas ist es nicht üblich selbst Texte zu schreiben.

Jedes Stück singt er so, wie er es versteht und versucht der Essenz des Fado so nah wie möglich zu sein. Unter Essenz versteht er die klassische Vertonung, Gitarre, Bass und portugiesische Gitarre. Und er meint damit alles "Überflüssige wegzulassen" und "Fado Sein" – so wie er auch sein Album genannt hat. Das wurde in Portugal sehr gut angenommen. Radio Amelia spielt seine neuen Lieder, das Fado-Museum ist Koproduzent, und er trat bereits mehrmals im Fernsehen auf.

Musik "Barata Tonta" - António Zambujo

Sie geht an mir vorbei, sagt: Auf Wiedersehen
Und verschwindet mit eiligen Schritten in der Dunkelheit
Ach, für einen ihrer Küsse
Würde ich meine Vergangenheit verkaufen
Und ihre Zukunft kaufen

"Barata Tonta – Verrückt". Der Text stammt von Maria do Rosário Pedreira, 1959 in Lissabon geboren, eine in Portugal bekannte Autorin und Dichterin. Von ihr hat Zambujo schon mehrere Texte vertont. Ebenso von João Monge, Stücke, die nicht schon Hundert Mal interpretiert wurden. Er sucht nach Texten, die etwas in ihm bewegen, ihn berühren, ihn zum Schmunzeln bringen. Wie Lambreta, die Geschichte über eine poetische Motorroller-Fahrt durch Lissabon von Monge. "Último Desejo" - "Der letzte Wunsch". Ein Lied des Ende der 30er verstorbenen brasilianischen Dichters Noel Rosa, für seine Geliebte. Oder "Zamba del Olvido"- Zamba des Vergessens von Jorge Drexler. "Vergiss mich, diese Zamba bittet dich darum, mein Herz bittet dich darum, dass du mich vergisst."

Musik "Zamba del Olvido"- António Zambujo

"Ich bin nicht jemand, der es sich bequem macht, immer dasselbe. Mir gefallen neue Erfahrungen, ich will mich verändern, deswegen wohl der Vergleich mit Caetano Veloso. Als nächstes mache ich eine Aufnahme mit Chico Buarque. Ich bin bestimmt drei bis vier Mal im Jahr in Brasilien."

Alben sind Momentaufnahmen, sagen beide Künstler. Ein Spiegelbild der aktuellen, persönlichen Situation, die sich im permanenten Wandel befindet.

Das Leben ist Fado

"Wenn man sich dieser Musik oder dieser 'seltsamen Art', wie Amelia schon sagte, hingibt, dann kann man Fado nicht einfach nur singen oder schreiben, auf die Bühne gehen und sagen, wir stellen ihnen mal dar, wie Fado zu sein hat. Und wenn ich mir jetzt so meine letzten fünfzehn Jahre anschaue, dann ist das Leben, was ich geführt habe, das ist Fado. Ich bin vom Ruhrgebiet nach Berlin gezogen, von Berlin nach Lissabon, hab nochmal bei Null angefangen. Es gab unglaubliche tolle Zufälle in meinem Leben, die sich ergeben haben, ohne dass ich sie forciert habe. Dass ich Menschen getroffen habe, von denen ich nie geträumt habe."

Und António Zambujo meint:

"Ein Künstler sollte einzig und allein von seiner eigenen Kreativität abhängig sein und seiner Arbeit."

Musik "Silencio no meu coração" - Telmo Pires

Telmo Pires hat sich auf seiner aktuellen CD an Amálias legendären Fado "Estranha forma de vida" - "Seltsame Art zu leben" herangewagt, mit eigenem Text: "Silencio no meu coração", "Stille in meinem Herzen".

"Man plant so viel im Leben, Familie oder auch nicht, deine Karriere, ich finde, man kann nicht alles kontrollieren, man sollte etwas anstoßen und einfach sehen, was passiert. Und die letzte Strophe bezieht sich genau darauf: 'Schicksal' oder auch Fado, du hast mich in der Hand. Sag mir die Verse, die ich schreiben soll, um endlich diese Stille in meinem Herzen zu brechen."

Musik "Lam" - António Zambujo

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