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Die Welt des Adels auf dem Boden der Tatsachen

Die britische Serie "Dowton Abbey" startet im ZDF

Von Veronika Bock

Ein glückliches Paar: Lord Grantham (Hugh Bonneville) und seine Frau Cora (Elizabeth McGovern). Nur ein Sohn war ihnen nicht vergönnt.
Ein glückliches Paar: Lord Grantham (Hugh Bonneville) und seine Frau Cora (Elizabeth McGovern). Nur ein Sohn war ihnen nicht vergönnt. (ZDF/ Nick Briggs)

"Downton Abbey" ist die weltweit erfolgreichste britische Serie seit 30 Jahren. Das Leben und Lieben der englischen Adelsfamilie Crawley und ihrer Bediensteten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird jetzt in ZDFneo und im ZDF gezeigt.

"Schon geht es los."
"Gar nichts im Leben ist sicher."

Doch eins schon:

"Guten Morgen Carson. Guten Morgen My Lord."

Das werden wir jetzt öfter hören.

"Das Dinner ist serviert, My Lady."

Und das auch. Leben, Leiden, Lieben in Downton Abbey.

"Ich habe Downton mein Leben gewidmet. Ich bin hier geboren und ich hoffe hier zu sterben."

Der Hausherr: Robert Crawley Lord Grantham.

"Ich möchte nichts anders als unser Haus und den Grundbesitz zu unterhalten. Es ist mein drittes Elternteil und mein viertes Kind."

Und die drei anderen:

"Oh, ich hasse schwarz."

Mary, die Älteste.
"Ach, hör auf dich selbst zu bewundern, er heiratet dich nicht wegen deines Aussehens. Ich meine, wenn er dich überhaupt heiratet."

Edith, die Mittlere.

"Ich glaube, Sie kennen meine Jüngste noch nicht, Sybil."
"Ah, Lady Sybil. Schönen guten Tag."

Drei Töchter, und das ist 1912 ein Problem für einen Lord.

"Erbt Lady Mary seinen Titel nicht?"
"Sie ist ein Mädchen, du Dummchen. Mädchen können nicht erben."

Doch es geht nicht nur um den Titel, sondern auch um Hab und Gut.

"Ist das nicht ganz furchtbar."

Die Hausherrin, Cora Crawley, Lady Grantham und ihre Schwiegermutter, die Gräfin von Grantham.

"Ich habe Downton nicht 30 Jahre lang geführt, um nun zu sehen wie es samt und sonders einem Fremden von Gott weiß woher zufällt."

Alles war so schön arrangiert, ein Cousin sollte Mary heiraten, doch dann besteigt er ein Schiff nach New York.

"Ich dachte, man sagt, sie sei unsinkbar. Jeder Berg gilt als nicht zu besteigen, bis ihn jemand besteigt, und so ist auch jedes Schiff unsinkbar bis es untergeht."

Die Titanic-Tragödie setzt die Handlung in Gang, doch das Drama spielt sich nicht nur in den oberen Etagen ab.

"Sie dürfen es nicht so persönlich nehmen."
"Ich nehme es aber persönlich, Mrs Hughs, ich kann nicht ruhig dabei zusehen wie unsere Familie alles verliert, was ihr lieb und teuer ist."
"Die sind doch nicht unsere Familie."
"Sie sind die ganze Familie, die ich besitze."

Hausdame und Butler.

"Das kommt mir aber sehr viel Essen vor, wenn man bedenkt, das alle in Trauer sind."
"Na nichts macht einen hungriger oder müder als ein Trauerfall. Als meine Schwester starb, sie möge in Frieden ruhen, hab ich mich auf einen Schlag durch vier Platten mit Sandwiches durchgegessen und dann rund um die Uhr geschlafen."
"Hinterher haben Sie sich besser gefühlt?"
"Nicht viel, aber die Zeit ging damit hin."

Köchin und Küchenhilfe. Downton Abbey ist ein riesiger Landsitz, der wie ein Räderwerk funktioniert und in Gang gehalten wird. Kammerdiener, Zofe, Lakai, Chauffeur, alle haben sie Namen, Gesichter und Geschichten.

"Ich mag das Haus, My Lord, es ist ein schöner Arbeitsplatz."

John Bates, der neue Kammerdiener. Mit Lord Grantham hat er im Burenkrieg gekämpft und eine schwere Beinverletzung erlitten. Er humpelt, kann nichts Schweres tragen.

"Aber … nun wie kommen Sie zurecht?"
"Machen Sie sich keine Sorgen, ich komme zurecht."
"Wir haben ja alle unsere besonderen Anforderungen."
"Ich komme zurecht. "

Natürlich wird der Mikrokosmos Downton auch in den unteren Etagen von freundlichem und weniger freundlichem Personal bevölkert. Und selbstverständlich werden auch Intrigen gesponnen.

"Wie macht Bates sich denn so?"
"Nun ja, ich sage es nur ungern, es klingt so unfreundlich, einen Mann wegen seiner Gebrechen zu kritisieren, Mylady, auch wenn er seiner Arbeit nicht gut nachkommen kann."

Tee wird natürlich viel getrunken, Treppen werden ständig rauf und runtergerannt, und Zeitschriften werden gebügelt.

"Wieso werden die Zeitungen gebügelt?"
"Was geht dich das denn an? Um die Druckerschwärze zu trocknen. Niemand will dass die Hände seiner Lordschaft so schwarz werden wie deine, Dummchen."

Alte Traditionen und neue Errungenschaften. Zu Beginn des 20 Jahrhunderts ändert sich das Leben auch bei den Lords und Ladys.

"Oje, das blendet fürchterlich. Ich fühle mich wie auf einer Bühne im Vergnügungspark."
"Wir sind daran gewöhnt. Es ist sehr bequem."
"Ich würde Elektrizität im Hause nicht ertragen, ich könnte keine Sekunde schlafen. All die Dämpfe die dort austreten. "

Technische Neuerungen und soziale Reformen, elektrisches Licht und Krankenversicherung, Telefon und Suffragetten. Autor Julian Fellowes steht für Detailtreue und genaues Beobachten, auch was das Verhältnis von Herren und Dienern angeht.

"Dieses Fernsehklischee, das jeder schrecklich zu seiner Dienerschaft ist, ist unrealistisch, weil es viele Jobs gibt. Sie müssen nicht bleiben. Die durchschnittliche Zeit, die ein Lakai in einem Haushalt in London blieb, war 18 Monate. Diese alte Geschichte, dass alle für immer blieben, ist alles Blödsinn."

Und so bleibt seine Serie gewissermaßen auf dem Boden der Tatsachen und beweist, dass auch ohne grässliche Herrschaften und wildes Gekreische eine Familiengeschichte äußerst spannend sein kann, zumal ja die wichtigsten Zutaten nicht fehlen: Liebe, Leidenschaft, Rivalität. Hoffnung, Verrat, Aufrichtigkeit und enttäuschte Liebe. Oben bei den Herrschaften und unten beim Personal.

"Gute Nacht Mrs. Hughs. Gute Nacht Mr. Carson."

Die Sendetermine in ZDF und ZDFneo:

Vorabpremiere "Downton Abbey" in ZDFneo
Freitag, 21. Dezember 2012, 20.15 Uhr (1/7)
Freitag, 21. Dezember 2012, 21.20 Uhr (2/7)
Samstag, 22. Dezember 2012, 20.15 Uhr (3/7)
Samstag, 22. Dezember 2012, 21.00 Uhr (4/7)
Samstag, 22. Dezember 2012, 21.45 Uhr (5/7)
Sonntag, 23. Dezember 2012, 20.15 Uhr (6/7)
Sonntag, 23. Dezember 2012, 21.00 Uhr (7/7)

"Downton Abbey" im ZDF-Hauptprogramm
Sonntag, 23. Dezember 2012, 17.05 Uhr (1/7)
Sonntag, 23. Dezember 2012, 18.10 Uhr (2/7)
1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2012, 16.35 Uhr (3/7)
1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2012, 17.20 Uhr (4/7)
1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2012, 18.05 Uhr (5/7)
2. Weihnachtstag, 26. Dezember 2012, 17.10 Uhr (6/7)
2. Weihnachtstag, 26. Dezember 2012, 17.55 Uhr (7/7)

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