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StartseiteUmwelt und VerbraucherDiebstahlsicherung des Fahrrads via Smartphone03.04.2013

Diebstahlsicherung des Fahrrads via Smartphone

Bremer Tüftler entwickelt App

Polizei und ADFC empfehlen zum Schutz vor Fahrraddieben stabile Bügelschlösser. Einem Tüftler aus Bremen reichte das aber nicht aus. Er entwickelte eine App und einen Sensor, die den Besitzer über Standortveränderungen des Rades informieren.

Von Franziska Rattei

Bundesweit wurden im Jahr 2011 mehr als  300.000 Fahrräder entwendet.  (picture alliance / dpa)
Bundesweit wurden im Jahr 2011 mehr als 300.000 Fahrräder entwendet. (picture alliance / dpa)
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SaR-mini Diebstahlschutz

Alexander Strübing fährt ein teures Rad. Deshalb hat er auch in ein gutes Schloss investiert, aber seit Kurzem benutzt er noch eine andere - selbst entwickelte - Diebstahlsicherung.

"Es ist so wahnsinnig einfach. Ich brauch nur ein Knöpfchen zu drücken, geh endlich mal wieder völlig ungestresst in ein Lokal und kann in aller Seelenruhe darauf vertrauen, was der Sensor uns an Informationen liefert."

Der streichholzgroße Sensor muss am Fahrrad befestigt werden, eine Satteltasche ist beispielsweise ein guter Platz. Nach dem Einschalten kommuniziert der Sensor via SIM-Karte mit Strübings Smartphone und meldet beispielsweise, ob ein Dieb am Fahrrad rüttelt. Für den Test hat der Bremer einen Freund mitgebracht. Er "klaut" jetzt - in Anführungsstrichen - das Rad:

"Aha! Ich kriege auf diese Art die erste Information, da ist irgendetwas nicht in Ordnung. Die Zweite ist die, wenn sich das Fahrrad vom ursprünglichen Standort entfernt. Dann krieg ich die zweite Information, und die ist eigentlich schon ein hinreichender Hinweis dafür: Das Fahrrad wird wegtransportiert."

Der dritte Alarm wird ausgelöst, wenn das Rad eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht. Via GPS oder GSM lässt sich auf einer online hinterlegten Landkarte nachvollziehen, wohin sich der Dieb mit dem Fahrrad bewegt.

"Und ich kann also zum Beispiel, wenn ich die Polizei einschalte, genau sagen, wo er sich befindet."

Die Polizei einschalten heißt unter Umständen: Werner Klein anrufen. Er leitet die Ermittlungsgruppe Fahrrad, bei der sämtliche Informationen in Sachen Fahrraddiebstahl zusammenkommen. Klein kann sich gut vorstellen, dass die Fahrrad-App beziehungsweise der installierte Sensor helfen können, künftig mehr Diebe zu fassen. Momentan liegt die Aufklärungsquote bei Fahrrad-Diebstählen unter zehn Prozent, und allein in Bremen werden jährlich mehr als 5000 Räder geklaut. Aber Klein hält Strübings Idee aus noch einem Grund für nützlich:

"Wenn eine App beziehungsweise ein Sender entsprechend technisch ausgereift ist und uns anzeigt: Jetzt ist das Rad im Bremer Umland oder sogar im Ausland. Dann hat man auch mal Erkenntnisse auf Hehler und den Verbleib der Fahrräder."

Ob zukünftig mit oder ohne Fahrradklau-App: Werner Klein empfiehlt, Räder bei der Polizei registrieren zu lassen.

"Das heißt: Der Bürger gibt uns seine Fahrraddaten und seine Personalien, und wir tragen das Ganze in eine Fahrrad-Datenbank ein, und das Fahrrad wird mit einem individuellen Aufkleber versehen. Und über diese Nummer beziehungsweise über die Einträge in unserer Datenbank können wir jedes registrierte Fahrrad problemlos zuordnen."

Alexander Strübing sitzt vor einem Computer. Der Akku des vorhin getesteten Fahrrad-Sensors wird gerade via USB-Kabel aufgeladen, und der Software-Entwickler beschäftigt sich mit den Anwendungen, die für den Mini-Sender am Rechner verfügbar sind.

Nach der Anmeldung auf Strübings Website zur Fahrradklau-App erscheinen auf dem Bildschirm die Wege, die er und der Test-Dieb heute per Rad gefahren sind.

"Eine Kilometer-Leistung von 7,17 habe ich heute. Oh, da sieht man auch, dass ich vorhin noch mal kurz auf dem Friedhof war."

Per GPRS ist die Ortung weltweit möglich – deshalb will Strübing diese Anwendung auch Nicht-Radlern verkaufen. Welten-Seglern oder Wanderern zum Beispiel. Freunde und Angehörige wüssten dann immer, wo sich ein Globetrotter gerade befindet. Der kleine Sensor soll 94 Euro kosten. Ein Preis, der nur möglich ist, weil in China produziert wird, so Strübing. Die passende App sollen Kunden nach der Bestellung per E-Mail, später via App-Store bekommen.

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