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StartseiteVerbrauchertippDas E-Bike auf Firmenkosten15.05.2017

Dienstfahrrad statt DienstwagenDas E-Bike auf Firmenkosten

In Deutschland steigen immer mehr Menschen aufs Fahrrad oder E-Bike. Nicht nur in der Freizeit, sondern auch auf dem Weg zur Arbeit. Manche sogar mit einem offiziellen Dienstfahrrad, also einem Zweirad auf Firmenkosten. Aber wie viel darf das kosten und kann man es auch privat benutzen?

Von Klaus Deuse

Eine Frau bewegt ein Elektrofahrrad durch Berlin. Die Deutschen nutzen zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit immer häufiger Elektrofahrräder. (dpa / Rainer Jensen)
Dienstrad statt Dienstwagen: Wer dieses auch privat nutzt, muss dafür den geldwerten Vorteil mit einem Prozent des Listenpreises versteuern. (dpa / Rainer Jensen)
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Den Weg zu seinem Arbeitsplatz bei der Gemeinschaftsbank GLS in Bochum könnte Christof Lützel auch mit seinem Auto oder dem Bus antreten. Aber er arbeitet nicht ohne Grund bei einer Bank, die sich sozialen und ökologischen Belangen verschrieben hat. Und so steigt Christof Lützel lieber auf sein Dienstfahrrad.   

"Zunächst einmal fahre ich sehr gerne Fahrrad…Es sind fünf Kilometer, die ich überbrücken muss zum Arbeitgeber…Und zum Zweiten: es gibt einige Brücken und kleine Hügel. Und man kommt natürlich morgens dann ganz entspannt und mit einem E-Fahrrad  ohne zu schwitzen zur Arbeit."

Das Angebot, auf ein Dienstfahrrad umzusteigen, kam von seinem Arbeitgeber.  Da Fahrräder  vom Finanzamt inzwischen steuerlich ebenso bewertet werden wie ein Dienstauto, kann auch jeder mit dem Rad zurückgelegte Kilometer zum Arbeitsplatz steuerlich geltend gemacht werden. Sogar für Arbeitgeber sind Dienst-Leasing-Räder interessant. Denn sie können die Leasingraten als sogenannte Gehaltsumwandlung direkt vom Bruttolohn des Arbeitnehmers abziehen. Dadurch sinken für den Arbeitgeber die Beiträge für die Arbeitslosen-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Der Arbeitnehmer seinerseits hat dadurch weniger an Lohnsteuer- und Sozialversicherungsbeiträgen zu zahlen.  Fahrradhändlerin Ulrike Siegmann kennt weitere Gründe für einen Arbeitgeber, Diensträder für die Mitarbeiter zu leasen.

"Im Grunde genommen investiert er ja in die Gesundheit des Angestellten, braucht unter Umständen auch weniger Parkplätze, weil ein Fahrrad ist vom Format her kleiner als ein Auto. Es gibt da so eine Gewinnersituation auf beiden Seiten."

Arbeitgeber gibt den Preis vor

Allerdings kann ein Mitarbeiter nicht aus eigenem Entschluss ein Dienstrad kaufen. Die Entscheidung liegt beim Arbeitgeber. Auch was den Preis betrifft, sagt Ulrike Siegmann.

"An der Stelle ist es wichtig zu wissen, dass beim Leasing der Arbeitgeber zunächst vorgibt, welche Größenordnung von Fahrrad gekauft wird. Meistens sind das aber Räder jenseits von 2.000 Euro."

Dabei spielt es keine Rolle, für welche Art von Rad sich die Mitarbeiter entscheiden.

"Es werden auf jeden Fall alltagstaugliche Fahrräder genommen. Also nicht zwingend so reine sportliche Geräte, weil ja mitgedacht wird. Gepäckträger, brauch ich schon. Licht soll ja gefälligst auch dran sein. Es wird durchaus teurer gekauft, als man sonst kaufen würde."

Ein Traumrad für den Arbeitnehmer

Denn damit es sich für die Leasingfirmen rechnet, geben sie in der Regel einen Kaufpreis von mindestens 700 Euro vor. Für den radelnden Mitarbeiter heißt das: er kann sich mehr oder weniger sein Traumrad zulegen. Allerdings gilt genau wie beim klassischen Dienstwagen: Wer das Dienstfahrrad über den beruflichen Rahmen hinaus auch für private Spritztouren nutzt, muss  dafür  den geldwerten Vorteil mit einem Prozent des Listenpreises versteuern. Kostet ein Fahrrad zum Beispiel 2.000 Euro, sind monatlich immerhin 20 Euro zu versteuern. Fahrradhändlerin Ulrike Siegmann kennt Kunden, die nicht nur zur Arbeit radeln und damit viel für ihre Fitness tun.

"Es wird dadurch auch viel mehr gefahren als vorher. Die Leute, die so ein Leasingrad haben und es dann als Dienstfahrzeug nutzen, wundern sich ganz stark, dass sie pro Jahr tausende  von Kilometern machen, was sie sich vorher niemals vorstellen konnten und was ich sehr bemerkenswert finde."

Und wenn der Leasingvertrag nach drei Jahren ausläuft, dann kann man das Dienstrad auch privat übernehmen. Für zehn Prozent des Neupreises.  Geradezu ein Schnäppchen.

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