Freitag, 17.11.2017
StartseiteVerbrauchertippBetrugsmaschen beim Online-Shopping14.11.2017

Digitales EinkaufenBetrugsmaschen beim Online-Shopping

Es ist bequem, schnell und günstig: das Einkaufen im Internet. Es bietet aber nicht nur Schnäppchenjägern Möglichkeiten zuzuschlagen, sondern genauso sehr auch Online-Ganoven. Passend zum Weihnachtsgeschäft warnt die Stiftung Warentest nun vor speziellen Online-Betrugsmaschen.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Hacker am Laptop. (dpa)
Augen auf beim Internetkauf: Die Betrugsmaschen im Internet kennen keine Grenzen (dpa)
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"Wurden Sie schon einmal Opfer von Datenklau oder Datenmissbrauch" - diese Frage stellte die Stiftung Warentest ihren Lesern und recht schnell kristallisierten sich bestimmte Betrugsmaschen heraus. Ein durchaus typisches Beispiel: Eine Leserin stellt Abbuchungen auf ihrem Konto fest, lässt das Geld aber zurückbuchen und erhält fortan Schreiben einer Inkassofirma. Bei Nachforschungen stellt sich heraus, dass tatsächlich ihr richtiges Geburtsdatum, Anschrift und auch ihre eigene Bankverbindung für den Vertragsabschluss benutzt wurden. Immerhin: Solche Forderungen können abgewehrt werden, sagt Michael Sittig von der Zeitschrift "Finanztest":     

"Ich kann diese Bankabbuchung, die ich ja nie autorisiert habe, 13 Wochen lang bei meiner Bank rückgängig machen. Das nutzen! Und dem Inkassounternehmen schriftlich per Einschreiben widersprechen. Dann sollte eigentlich nichts weiter passieren. Jedenfalls gibt es rechtlich keine Handhabe, Sie vor Gericht zu ziehen und zu verklagen." 

Rückerstattung und Käuferschutz

Andere geschilderte Beispiele betreffen den Online-Bezahldienst PayPal. Das Unternehmen wirbt mit einem Schutz für Käufer und Verkäufer. Wenn beispielsweise ein Käufer die Ware nicht erhält oder diese erheblich von der Artikelbeschreibung abweicht, bekommt er den Kaufpreis zurückerstattet. Was viele PayPal-Kunden aber nicht wissen, sie müssen für diesen Schutz unbedingt die reguläre Bezahlfunktion des Dienstes nutzen, auch wenn es eine weitere Funktion namens "Geld-an-Freunde-senden" gibt.     

"Betrüger verlangen das mitunter - sie erfinden dann irgendeine Ausrede: Hey, Schick mir mal das Geld über die "Geld-an-Freunde-senden-Funktion. Als argloser Verbraucher und Kunde mache ich das dann. Ich denke ja, dass ich hier Käuferschutz habe und bezahle über diese Sonderfunktion. Doch für die Sonderfunktion gilt der Käuferschutz nicht. Das ist ein Klassiker: Die Ware kommt nie und ich habe auch nicht die Adresse des Betrügers, um gegen ihn jetzt gerichtlich vorzugehen - und damit ist mein Geld weg." 

Unehrliche Käufer, unehrliche Behauptungen

Betrüger kennen natürlich diese Details der "PayPal"-Geschäftsbedingungen – und nutzen sie entsprechend, warnt "Finanztest"-Experte Michael Sittig, Auch wer selbst zum Beispiel bei Ebay ein Smartphone verkauft, kann leicht zum Opfer werden. Beispielsweise dann, wenn unehrliche Käufer behaupten, die Ware sei nicht angekommen. Wichtig ist, dass der Versand durch den Verkäufer belegt werden kann.  

"Verkäuferschutz hätten Sie nur dann - sprich, Sie dürften doch das Geld behalten - wenn Sie mit einem gültigen Versandbeleg die Ware verschickt haben. Aber Sie haben unversichert verschickt. Oft macht man dies per "DHL"-Päckchen, per Warensendung oder per Maxibrief usw. Zählt alles nicht als gültiger Versandbeleg, Sie kriegen eine Portoquittung, aber keinen Versandbeleg. Das akzeptiert "PayPal" nicht."

Ähnlich wie PayPal verspricht auch das Online-Einkauf-Siegel Trusted Shops ihren Kunden einen Käuferschutz. Etwa, wenn die Bestellung nicht ankommt. Doch auch hier wurde schon Missbrauch registriert: Einige Händler werben mit dem Siegel, obwohl sie es nicht mehr nutzen dürften: Warentester Michael Sittig:    

"Wenn ich Zweifel habe, klicke ich per Computer mal auf dieses Siegel. Dann öffnet sich die Trusted-Shop-Seite. Dort steht dann, ob das Zertifikat noch gültig ist. Und dann weiß man, okay, der Shop hat sich Mühe gegeben, die rechtlichen Vorgaben usw. einzuhalten."

Dennoch hält die Stiftung Warentest das Siegel für wichtig. Vorgaben wie eine transparente Adresse des Händlers und auch Infos über das Widerrufsrecht müssen erfüllt werden. Auch Kundenbewertungen sind ein Kriterium für die Vergabe des Zertifikats. Ein richtiger Ansatz beim Schutz vor den Ganoven im Internet.

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