Samstag, 20.01.2018
StartseiteVerbrauchertippEine echte Alternative zu Flügel oder Klavier?06.11.2017

Digitalpianos Eine echte Alternative zu Flügel oder Klavier?

Digitalpianos sind keine Konzertflügel - weder optisch noch akustisch. Aber ihr Klang wird immer besser und sie sind erheblich preiswerter als ein Flügel oder ein herkömmliches Klavier. Stiftung Warentest hat Digitalpianos getestet und stellt heraus: Besonders in Sachen Vernetzung können die Digitalpianos punkten.

Von Dieter Nürnberger

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Schwarz-weiße Tasten eines E-Pianos (picture-alliance/ dpa / Felix Hörhager)
Digitalpianos unterscheiden sich optisch und akustisch vom Konzertflügel (picture-alliance/ dpa / Felix Hörhager)
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Im Grunde soll ein Digitalpiano den Klang eines klassischen Klaviers imitieren. Und das gelingt immer besser. Inzwischen ist es technisch sogar möglich, recht leise Geräusche, wie sie beispielsweise beim Loslassen der Tasten auf einem herkömmlichen Piano entstehen, zu simulieren. Das Ergebnis ist ein durchaus natürlicher und lebendiger Klang bei einigen der digitalen Instrumente, sagt Markus Bautsch von der Stiftung Warentest. Der passionierte Hobbypianist sieht deutliche Verbesserungen im Vergleich zu den Anfangszeiten der Digitalpianos.       

"Das klang tatsächlich noch etwas steril. Weil beim Drücken einer Taste immer nur dieser eine Ton des Flügels wiedergegeben wird. Inzwischen ist die Klangerzeugung sehr viel komplexer geworden. Es geht um die Resonanz: Die besteht dann, wenn man beispielsweise Seiten anspielt und gleichzeitig andere Tasten gedrückt sind, die dann aber mechanisch zum mitschwingen - zur Resonanz - angeregt werden. All diese Effekte werden heute bei den besten Geräten auch schon simuliert. Das trägt dazu bei, dass der Klang noch authentischer wird."

Kosten liegen zwischen 1.000 und 2.500 Euro

Getestet wurden zehn Digitalpianos. Sie kosten zwischen rund 1.000 und 2.500 Euro. Vergeben wurden ausschließlich gute und befriedigende Noten. Die Preisunterscheide hängen vor allem mit dem Design und der Verarbeitung zusammen. In teureren Digitalpianos werden beispielsweise längst auch hochwertige Hölzer verarbeitet. Und natürlich geht es beim Preis auch um die technische Ausstattung:

"Es ist natürlich ein Unterschied, ob ein starker Verstärker drin ist oder ein eher schwacher. Ein großer oder kleiner Lautsprecher oder sogar mehrere Lautsprecher. Aber im Prinzip, die digitale Technik, die da dahintersteckt -  die ist bei allen Geräten sehr ähnlich. Was die Klangerzeugung verschiedener Klavierklänge, auch Orgel-, Cembalo- oder sogar Chorgesangklängen betrifft."

Nachbarn und Familienmitglieder eines Pianisten werden mitunter auch zu schätzen wissen, dass beim Spielen eines Digitalpianos ein Kopfhörer genutzt werden kann. Und in punkto Vernetzung können die elektronischen Klaviere ihre Vorteile besonders gut ausspielen, sagt Warentester Markus Bautsch.  

"Wo man dann mit einem USB-Stick die eigene Musik aufnehmen kann. Entweder als Tondatei oder auch als musikalische Midi-Datei, die ja in Fachkreisen sehr geschätzt wird. Aber zunehmend werden diese Geräte auch drahtlos vernetzt. Sodass man auch Musik vom Smartphone wiedergeben kann. Oder über Bluetooth auf verschiedene andere Geräte oder auch über USB-Kabel auf die PC-Software übertragen kann."

Japanische Anbieter liegen vorne

Drei Modelle wurden mit "gut" bewertet. Vorn liegen japanische Anbieter, die allesamt schon jahrzehntelange Erfahrung auch beim Bau von klassischen Pianos haben.

"Das sind Geräte von "Yamaha" aus der Serie "Clavinova". Aber auch von "Kawai" gibt es sehr interessante Geräte, die man in Betracht ziehen kann. Und die Preise gingen generell von knapp 1.000 bis ungefähr 2.500 Euro. Da muss man aber schon sagen, dass bei Geräten in der 1.000-Euro-Preisklasse doch Abstriche gemacht werden müssen, was die Klangqualität, aber auch was die Spielbarkeit betrifft."

Fazit der Stiftung der Warentest: Auch wenn Digitalpianos nur eine Art hochspezialisierter Computer sind, man könne darauf durchaus gefühlvoll und auch ausdrucksstark musizieren.

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